15.03.05

Kleine Subversionen

Eben beim Durchblättern eines alten kommentierten Vorlesungsverzeichnisses meiner früheren Fakultät gefunden, das ich seinerzeit fast im Alleingang redigiert, aktualisiert und auch ein wenig geschrieben habe, zum Beispiel hier (der Link ist natürlich neu):

Lexikon und Abkürzungsverzeichnis

AK

Arbeitskreis

AküFi

Abkürzungsfimmel. Getreu der Devise "Was der deutsche Michel einmal lernt, vergißt er nimmermehr" erfreuen sich auch an der Uni unzählige kryptische Akronyme zunehmender Beliebtheit.

Kommentare:

  1. Habe meine erste Hausarbeit damals über das Kurzwort im Deutschen geschrieben, wobei ich natürlich auch Akronyme und ähnliches behandelt habe. Klar, einerseits sind sie kryptisch, und so manche Bildung geht einem schon mächtig auf den Zeiger (mein Favorit: T-ISDN XXL). Aber andererseits sind sie auch praktisch und ökonomisch: Wen interessiert schon, was z.B. DDT bedeutet... und selbst wenn: ich könnte mit "Dichlordiphenyltrichlorethan" nicht viel anfangen.

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  2. Klar, aber hast Du den Link aufgerufen?

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  3. Ja. Ich glaube schon, dass die Sprache im Nationalsozialismus eine große Rolle spielte; ist bestimmt interessant zu lesen. Es stimmt auch, dass zu dieser Zeit die Bildung von Kurzwörtern einen Boom erlebte, aber diese waren bestimmt nicht so zur Manipulation geeignet wie andere rhetorische Mittel.

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  4. AküFi ist eine Art absichtlich bedeutungstilgender Newspeak. Aber gut, andere Mittel mögen durchschlagender sein.

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  5. Hier noch der Auszug aus dem Anhang von "1984", der mir zu diesem Thema im Kopf herumging:

    "Even in the early decades of the twentieth century, telescoped words and phrases had been one of the characteristic features of political language; and it had been noticed that the tendency to use abbreviations of this kind was most marked in totalitarian countries and totalitarian organizations. Examples were such words as Nazi, Gestapo, Comintern, Inprecorr, Agitprop. In the beginning the practice had been adopted as it were instinctively, but in Newspeak it was used with a conscious purpose. It was perceived that in thus abbreviating a name one narrowed and subtly altered its meaning, by cutting out most of the associations that would otherwise cling to it. The words Communist International, for instance, call up a composite picture of universal human brotherhood, red flags, barricades, Karl Marx, and the Paris Commune. The word Comintern, on the other hand, suggests merely a tightly-knit organization and a well-defined body of doctrine. It refers to something almost as easily recognized, and as limited in purpose, as a chair or a table. Comintern is a word that can be uttered almost without taking thought, whereas Communist International is a phrase over which one is obliged to linger at least momentarily. In the same way, the associations called up by a word like Minitrue are fewer and more controllable than those called up by Ministry of Truth. This accounted not only for the habit of abbreviating whenever possible, but also for the almost exaggerated care that was taken to make every word easily pronounceable."

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  6. Hm, bis zum Anhang bin ich bei 1984 gar nicht gekommen. Da mag schon was dran sein, dass die Bedeutung mit solchen Bildungen verschleiert wird. Allerdings sind oft auch die Vollformen irreführend und verschleiernd, siehe Ministry of Truth, Nationalsozialismus oder Konzentrationslager, die alle zu falschen Assoziationen führen. Schon allein durch solche Euphemismen erreicht man eine Abstumpfung.

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