Ich höre Miki Imai, öffne mit dem edlen, geschwungenen Brieföffner von der Toin Gakuen Bad Saulgau Briefe und lächele aus zwei erfreulichen Gründen, einer ist der dritte Hinweis für die, die mitzählen, als eine neue Mail von Freund P. eintrifft, der vor kurzem, nach seinem Abschluß, zum Arbeiten nach Yokohama gezogen ist und seither täglich von seinem Aufenthalt in Japan berichtet.
Seiner Rückkehr nach Japan, und für P. schien es mir immer, als bedeute ihm dies dasselbe wie Vincent Freeman die Fahrt zu den Sternen am Ende des großartigen "Gattaca":
For someone who was never meant for this world, I must confess I'm suddenly having a hard time leaving it. Of course, they say every atom in our bodies was once part of a star. Maybe I'm not leaving... maybe I'm going home.
Wer Japan wie P. oder der ergebene Autor dieser Zeilen jedoch aus eigener Anschauung kennt oder wenigstens in einschlägigen Büchern und Filmen zwischen den Zeilen gelesen hat, weiß, daß dieses ferne Land, vor allem seine Agglomerationen, wenig mit einem kosmischen Utopia und mehr mit einem sehr irdischen subtropischen Moloch zu tun hat, in dem die glitzernde Zukunft, die gehegte Vergangenheit und die übervölkerte und korrodierte Gegenwart oft kaum drei Schritte auseinander liegen. Es ist eins der vielen stillen Wunder Japans, daß dies in kaum glaublicher Ruhe und Selbstverständlichkeit geschieht, bei Wohn- und Lebensverhältnissen, die die meisten Westler in spätestens zwei Tagen Amok laufen lassen würden, und mehr als zurecht.Trotzdem ist P. nach Japan zurückgekehrt und fragt sich nun, ob er das Richtige getan hat, ob er am richtigen Ort weilt, wohin er von dort gehen soll, was er eigentlich will ...und wer er ist.
Kurz, P. stellt sich die Fragen.
Aber was sind die Antworten?
Kann sie jemand P. mailen?
Und mir?

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