19.10.07

Confluence

Im Juni.

Ich höre Miki Imai, öffne mit dem edlen, geschwungenen Brieföffner von der Toin Gakuen Bad Saulgau Briefe und lächele aus zwei erfreulichen Gründen, einer ist der dritte Hinweis für die, die mitzählen, als eine neue Mail von Freund P. eintrifft, der vor kurzem, nach seinem Abschluß, zum Arbeiten nach Yokohama gezogen ist und seither täglich von seinem Aufenthalt in Japan berichtet.

Seiner Rückkehr nach Japan, und für P. schien es mir immer, als bedeute ihm dies dasselbe wie Vincent Freeman die Fahrt zu den Sternen am Ende des großartigen "Gattaca":

For someone who was never meant for this world, I must confess I'm suddenly having a hard time leaving it. Of course, they say every atom in our bodies was once part of a star. Maybe I'm not leaving... maybe I'm going home.

Wer Japan wie P. oder der ergebene Autor dieser Zeilen jedoch aus eigener Anschauung kennt oder wenigstens in einschlägigen Büchern und Filmen zwischen den Zeilen gelesen hat, weiß, daß dieses ferne Land, vor allem seine Agglomerationen, wenig mit einem kosmischen Utopia und mehr mit einem sehr irdischen subtropischen Moloch zu tun hat, in dem die glitzernde Zukunft, die gehegte Vergangenheit und die übervölkerte und korrodierte Gegenwart oft kaum drei Schritte auseinander liegen. Es ist eins der vielen stillen Wunder Japans, daß dies in kaum glaublicher Ruhe und Selbstverständlichkeit geschieht, bei Wohn- und Lebensverhältnissen, die die meisten Westler in spätestens zwei Tagen Amok laufen lassen würden, und mehr als zurecht.

Trotzdem ist P. nach Japan zurückgekehrt und fragt sich nun, ob er das Richtige getan hat, ob er am richtigen Ort weilt, wohin er von dort gehen soll, was er eigentlich will ...und wer er ist.

Kurz, P. stellt sich die Fragen.

Aber was sind die Antworten?

Kann sie jemand P. mailen?

Und mir?

Kommentare:

  1. Ja da gibt's eine Mail-Adresse, aber in ihren Mails steht immer groß und dick DO NOT REPLY

    AntwortenLöschen
  2. PS. Gut, dass du deine ffing blogaktivitäten wieder wieder ansteigen, kommt denn noch ein Eintrag über die Begegnung mit di Lorenzo oder ist der Mann so uninteressant ?

    AntwortenLöschen
  3. Kommt noch. Zur Zeit habe ich nur so wenig Zeit wie der Zeit-Chef.

    AntwortenLöschen
  4. Apropos Zeit, die Zeit hat ne Show und die heißt "Eine Stunde Zeit". Wenn Ihr mal Zeit habt...

    AntwortenLöschen
  5. Ja jetzt ist gut, der Kalauer wird nicht besser nur weil man ihn weiterkauert.
    Aber so eine Zeit-"Show" klingt nicht übel, was für ein Format ist das ? Sendezeit ?

    AntwortenLöschen
  6. Ja Andi, das ist so 'ne Sache mit "den Antworten"...die wüßte ich auch gerne.
    Ich dachte ja zuerst, daß du von meinem Bruder sprichst. Er ist jetzt auch beruflich für "längere Zeit" in Japan. Hat ihn auch wieder dorthin verschlagen.
    Ihr wart ja zusammen am KCG in M. in der Japan AG bei Frau B.-D.; wenn ich mich nicht gänzlich täusche. Und sein Name beginnt ja auch mit S. und nicht wie dein Freund mit P. Aber du erinnerst dich bestimmt an ihn.
    Ich erinnere mich z.B. noch gut an das Jahr '96. Wo die ganzen Austauschschüler hier bei uns waren. Mensch, das waren gute Zeiten damals! Hab ich nicht recht?!
    :o}
    PS: Wo wir gerade bei Japan sind. Habe kürzlich zwei sehr beeindruckende Animes gesehen (beide auf dem Fantasy FilmFest dieses Jahr), die da lauten: PAPRIKA & The Girl Who Leapt Through Time.
    Sind beide wirklich nur zu empfehlen. Sehr schön!
    Ich weiß doch, daß du auch ein eingefleischter Anime Fan bist, gelle.
    ;-]

    AntwortenLöschen
  7. Über "The girl who leapt through time" habe ich hier ein bißchen was gebloggt, der war echt nicht schlecht. "Paprika" konnte ich wegen Krankheit leider nicht sehen :(

    AntwortenLöschen
  8. P.S.: Stimmt, waren gute Zeiten :)

    AntwortenLöschen