21.08.07

Star Trek: The Next Generation

Jean-Luc Picard

Als ich im richtigen Alter dafür war, also, und jetzt mache ich wieder die Trekkies böse, vierzehn, habe ich mich jeden Tag nach der Schule auf mein grünes Mountainbike geschwungen und bin, meine Haare wehend, den Hügel hinab nach Hause gerast, um die neueste Folge von "Star Trek: The Next Generation" von Anfang an zu sehen, zu erleben, zu genießen.

Sagen wir, ich hätte jetzt einige alte Folgen der Serie gefunden... einzeln... nur aus der ersten Staffel und auf Englisch... auf der Straße... als originalverpackte DVDs... der Kaufbeleg natürlich draufgeklebt... und vergeblich versucht, ihren wahren Besitzer ausfindig zu machen, selbst der verzweifelte Aufruf auf allen Radiofrequenzen hätte nichts gebracht, weswegen ich widerwillig die Aufnahmen behalten mußte... und so meine einst so geliebte Enterprise-D wiederentdeckt.

Das Gefühl, einer alten, alten Flamme wiederzubegegnen, in ihrem Gesicht, ihrer Anmut, ihrer Stimme wieder, beinahe erschreckend schnell, den Funken zu finden, der einmal so entzündend war. Ein bißchen peinlich nur, daß dieses Gesicht das von Patrick Stewart ist, den ich auch mit fast zweimal vierzehn wahrscheinlich noch nicht genug wertschätzen kann, und die Stimme seine eigene, die in ihrer herrlichen Diktion, ihrem vollendet reichen Klang und ihrer beneidenswert natürlichen Autorität selbst die oft bescheuerte erste Staffel immer wieder zu etwas Besonderem macht.

Den Rest der Crew wiederzusehen wie liebste Verwandte nach der Rückkehr in die Heimat trägt zur inneren Wärme im Herzen des Zuschauers wohlig bei: Riker, der sofort aufhorcht und wissend grinst, wenn es um Sex geht; Troi, der mütterliche Busen der Mannschaft; Dr. Crusher, die Frau, die (Hypospray) schneller zieht als ihr Schatten; Data, der Beste von allen; Geordi, hier noch etwas unterfordert, wie Worf in rot; die arme, heiße, tote Tasha; und Wesley, den ich nie so gehasst habe, wie es einmal Mode war, und der jetzt großartige Reviews der alten Folgen schreibt. Und natürlich... das Schiff.

PICARD
She's a lady alright. And her name is Enterprise.

Ich glaube, ich kaufe die DVDs.

...Also die, die ich noch nicht habe.

Sommernacht

"A Midsummer Night's Dream" hat in meinem Herzen einen besonderen Platz.

Als ich das Stück zum ersten Mal sah, in der Inszenierung meines Schultheaters, entschied ich, vom Gezeigten tief angetan, selbst schauspielen zu wollen, und wenig ist in meinem Leben so gut für mich gewesen, in jeder Hinsicht, wie die Bühne.

In der Lektüre der scheinbar leichten Liebeskomödie eröffnet sich Ebene über Ebene, Bedeutung vor Bedeutung, Bild hinter Bild und lehrt die unendliche Vielfalt und Fülle des Lebens genauso wie seine Zufälligkeit und Unbegreiflichkeit, Botschaften, die nicht nur dieses kleine Blog gerne viel weiter verbreitet wüßte.

Selbst die Teeniekomödie "Get Over It" wurde durch die Aufführung des Sommernachtstraums als Rahmenhandlung des Filmes noch erträglich. Naja, und dadurch, daß Kirsten Dunst damals noch runde Brüste hatte.

Am Sonntag darum zu einer Freilichtaufführung von Shakespeares Meisterstück im Ludwigsburger Cluss-Garten gewesen.

Einen besseren Ort als diesen winzigen verwunschenen Park mit efeuüberwachsenen Mauern, dichten dunklen Bäumen und im Sonnenuntergang und Lampenlicht magischem Grün hätte auch der Barde selbst nicht finden können.

Schade, daß die Regisseurin und die Schauspieler so wenig daraus machen.

Ich verstehe ja, daß die meteorologischen Unwägbarkeiten, das korrodierende Oxygenium und die notwendig begrenzte Plätzezahl eine betriebswirtschaftlich konservative und darum künstlerisch massentaugliche Kalkulation erfordern, aber muß das immer heißen, den offensichtlichen Witz zu wählen? Muß einer sich unter der Decke immer mit einer Bewegung selbstbefriedigen, als hätte sein Schwanz Elephantiasis, muß eine schräge Person immer einen Propellerhut und eine sexhungrige Frau immer Madonnas Eiswaffel-BH auftragen, kurz, muß auf einer Bananenschale immer einer ausrutschen? Und das noch zum Soundtrack von "Amélie Poulain", ausgelutschter als Günther Oettingers Penis nach dem Besuch bei den "Freunden der Justiz Roland Freisler e.V." in Ditzingen-Heimerdingen.

Okay, das war geschmacklos. Es muß natürlich heißen: "...ausgelutschter als Roland Freislers verrottetes Arschloch" nach Günther Oettingers Besuch auf dem Waldfriedhof Dahlem usw.

Waren das jetzt Nekro- und Koprophilie, obszöne Verunglimpfung, Störung der Totenruhe, eine vulgäre Körperöffnung und ein führender Nazi in weniger als zehn Wörtern? Bravo, für ein Praktikum bei Elfriede Jelinek kann man nicht früh genug anfangen zu üben.

Wie dem auch sei, die auf einfache Scherze und die offensichtlichsten Ebenen des Stückes beschränkte Inszenierung kann durch den Zauber des Spielortes und die sonntagabendliche Anspruchslosigkeit und Sattheit der Zuschauer zwar durchaus als leichte Unterhaltung punkten, so daß man den Garten zufrieden verläßt, aber, wie übrigens auch eine Vorstellung des "Simpsons"-Films, leider innerlich leer.

Böse Menschen würden vermuten, daß diese Unausgefülltheit gewollt ist, damit sie durch verstärkten Konsum von "Simpsons"-Devotionalien und zweite Besuche von Theateraufführungen überdeckt werden kann, aber man soll ja nichts üblem Willen zuschreiben, was man durch bloße Dummheit erklären kann. Vielleicht hat die Regisseurin nur nicht verstanden, daß Puck so viel mehr ist als Oberons verschusseltes Faktotum und sein Herr alles andere als ein geiler Gnom, vielleicht hat der Schauspieler des Zettels schlicht nicht begriffen, was er mit der Tragödie von Pyramus und Thisbe eigentlich spielt, und vielleicht waren die Kostümbildnerinnen von den auch, haha, in der Aufführung angesprochenen stark unterschiedlichen Körbchengrößen der Helena und der Hermia einfach so verwirrt, daß ihnen nur Propellerhüte, überlange Ärmel und Löwenhandpuppen eingefallen sind.

Aber warum läßt man solche Leute dann auf die Bühne?

Und in mein liebstes Stück?

Raus aus meinem Herz!

04.08.07

Geschichten aus der Pornovideothek

People who have been in the straight section for a while will, more often than you think, get progressively more adventurous. Suddenly videos featuring pre-op transsexuals (sensitively called "She-Males") start showing up. Sometimes that's all there is, but not necessarily. We do feature bisexual videos (and by that, of course, we mean bisexual men - bi-girl action is pretty much a given in the straight section) and every now and then someone you didn't expect will dip his first toe into the gay end of the pool. [...]

But I digress. We actually hardly ever turn people gay or even bi. The clerks at our all-porn branch have noticed a fairly strict progression, because their porn is broken up by far more than gay and straight. According to them, the most likely Porn Drift path for a straight male goes from all lesbian to straight sex (some guys are so freaked out about seeing another guy's penis that straight sex videos are called "gay male" in some circles) to she-male. We keep the she-male stuff in the straight section - straight guys don't want to go to the gay section for their chicks with dicks videos, and for the most part gay men don't rent them.

(I have been given two interesting explanations as to why straight guys like women with penises. The first is that men don't believe that women like or want sex as much as they do. A chick with a penis, then, is a woman who has a full, hearty, male sex drive and must want sex as much as he does. The second one is almost touching to me: Vaginas are mysterious, and penises are by comparison fairly straightforward and easy to satisfy. A guy knows what to do with a penis, so if a woman has one he can be sure he knows how to satisfy her.)

I am actually sort of heartened by Porn Drift. I like seeing concrete evidence that sexuality is a more fluid thing than people like to admit, and I like seeing people stop worrying about what they're supposed to be turned on by and just go with what they like. I feel like the more people stop trying to fit themselves into rigid little boxes, the more they'll be able to cut people slack when they fit into a different box, or don't fit into a box at all.

Alles lesen!