11.04.05
Politicalcompass.org
Ich bin wie der 14. Dalai Lama. Und Ihr?
Labels: Ich, Web
Von Andi um
01:23
geschrieben
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07.04.05
Those were the days 6
Wieder Single.
Zeit also zur Introspektion, und weil wir- okay, weil ich so ein geschichtsbeflissener Knabe bin, wollen wir zu Erkenntnissen über die Gegenwart auf dem Umweg über die Vergangenheit gelangen, wie ich es bereits
hier,
hier,
hier,
hier,
hier und auch
da versucht habe, und wir wollen dort wieder ansetzen, wo wir das letzte Mal stehengeblieben sind.
Iqra!Ich ging von meiner Schule ab, ohne auch nur einmal geküsst worden zu sein, geschweige denn Weiteres erlebt zu haben, und daher natürlich auch mit einem sehr guten Abitur. Doch ungeküsst. Nein, nicht einmal beim Flaschendrehen, diese Spiele schienen mir in der flachen See der Mittelmäßigkeit, als die ich meine Klasse sah, wie Strudel, und im Alter, in dem man die Flasche zuerst kippt und dann dreht, kippte und drehte ich nur die Joypads meiner immer neuen Spielkonsolen. Ich weiß, schwaches, schwaches Wortspiel, aber hoffentlich doch von einprägender Kraft. Wie auf mich.
Warum? Warum habe ich nicht einfach Mario und Sonic fetten italienischen Klempner und blauen Igel auf Ecstasy sein lassen und bin auf Partys gegangen, Feiern oder auch nur in den Schachclub (ironischerweise hätte ich dort
Belle avant la lettre treffen können)? Im Nachhinein ist alles immer so klar, immer so, so einfach, eine kurze Zeitreise, danke Doc, Marty, ich bringe den DeLorean zurück, noch bevor Ihr merkt, daß ich überhaupt weg war, hahaha, mein jüngeres Ich finden, mit aller Kraft in den Arsch treten, aus voller Lunge anschreien,
"MACHEN", das Wort schmerzhaft mit dem Kugelschreiber in die Stirn tätowieren, die junge Elisabeth Shue vögeln und zurück sein, bevor das Ei fertig ist, so wie ich es gern mag, das Weiße fest und das Gelbe flüssig.

Aber wenn man ein Junge ist,
wirklich noch ein halbes Kind, aus unerklärlichem Grunde schon immer schüchtern und scheu (Schlechte Gene? Nicht lange genug gestillt? Zu lange gestillt? Von der Sandkastenfreundin gebissen? - Letzteres ist mir übrigens wirklich passiert), allzu schnell errötend, völlig verlegen vor den Mädchen, von der Familie geliebt, aber ohne Liebesvorbild, und andere Interessen hat als die anderen, Bücher statt Bier, Tageszeitung statt THC, und - noch heute - einen Schweinehund, der seinesgleichen unter Kodiakbären sucht, dann sieht das anders aus, ganz anders, viel,
viel schwerer, und jeder Trippelschritt der kaiserlichen Konkubine, der man als Kind die Füße gebrochen hat, ist ein Siebenmeilensprung. Zu langsam für das Rasen der Jugend.
Mind you, ich bin weder deformiert noch fehlen mir Gliedmaßen oder Teile meines Gehirns, und Mutti meint, ich sei gar gutaussehend, aber Baby,
das spielt alles keine Rolle. Eine Freundin, und ihr goldenes Haar streichelt ihre Schönheit in grünäugigem Glanz, erzählte einmal, daß es ihr früher ähnlich wie mir erging, und meine Fassung verlor sich kurzfristig, nur um alsbald von der Klarheit der Erkenntnis überstrahlt zu werden, die in ihrer Banalität so monumental ist und in ihrer Monumentalität so banal, daß nur ein gesondertes CSS-Format ihr Genüge tun kann:
Liebe Dich selbst,
dann liebt Dich die Welt.
Und damit, für diesmal, genug der Predigt. Laßt Eure Schriften aufgeschlagen an dieser Stelle, daß wir am nächsten Shabbat fortfahren und erneut erkennen mögen, so Er will. Gehet hin in Frie-
"Sag mal, Du willst wirklich, daß man Dir einen Brief durch die Rippen zustellt, oder? Weißt Du, man kann auch zu weit gehen, um sein Weblog berühmt zu machen, und das mit Deinem Gottkomplex müssen wir drin- -he, laß den Q-Tip da fallen! Das tut doch- N- WAAAAAAAA-"Labels: Ich, Leben, Liebe, Religion
Von Andi um
00:58
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Leserin R. F.
...weist uns auf
die moderne männliche Verwirrung und einen Artikel eines
weiblichen Haussklaven hin. Dennoch ist die Serie im Ganzen sehr lesenswert, da ihre Brüche und Widersprüche die Lebendigkeit ihres Themas immer wieder aufs Neue beweisen. Wer jetzt sagt, daß ein Vulkan kurz vor der Eruption ebenfalls voller Risse, widersprüchlicher Formationen und rauchender Abgründe steckt, hat allerdings auch recht...
Vielen Dank, Leserin R. F., jetzt müssen wir über dieses vertrackte Thema nachdenken, statt zu arbeiten, wie wir es eigentlich sollten! Aber an den pluralis majestatis könnten wir uns glatt gewöhnen.
Labels: Gender, Ich
Von Andi um
00:15
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26.03.05
I have a dream
Mir träumte, meine Freunde und ich waren Filmemacher, Schauspieler oder ähnliche Wichtigtuer, und während zwei auf dem Sofa neben mir die Liebesszenen von Tom Cruise und Halle Berry (oder Salma Hayek?) aus einem seiner geträumten Filme unter viel Kichern
realiter nachspielten, ging ich in ein anderes Zimmer, in dem ich alsogleich mit einem anderen Freund in nachgemachter Schwarzenegger-Stimme scherzend stritt, wer von uns den "besseren" Streifen machen könne, und als ich damit toppte, daß ich vier Stunden lang Chuck Norris' (oder Kris Kristoffersons?) Gesicht abfilmen würde und selbigen plötzlich im Raume sitzen sah, wachte ich schreiend auf. Gummizelle ahoi!
Vielleicht paßt dazu ja dieser Suchbegriff, den ich neben dem häufigen
Vanessa Hessler und
Luftsicherheitsgesetz heute in meinen Logfiles gefunden habe:
Sie schnitt seinen Hoden auf. What the-?
Labels: Ich, Lustiges, Web
Von Andi um
18:14
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19.03.05
Those were the days 5 cont'd
Teile
1,
2,
3,
4 und
5.
Gastonne rief mich also am nächsten Morgen an, und ich, ganz Trottel, ging, offenbar hatte der vorige Abend mich noch nicht klug genug gemacht, in vager Erwartung eines schönen Dates zu ihr, wo uns ihre immer noch keifende Mutter eigentlich ganz leckere vegetarische Tortellini auftischte und mir Gastonnes Cousin vorstellte, mit dem diese sogleich zu schmusen anfing.
"WAS?"Ja. Schnauze jetzt. Dasselbe Mädchen, das gestern noch so sehr von mir geschwärmt hatte und mich küssen wollte, schmuste heute vor mir mit ihrem vierschrötigen Vetter, der nebenbei wie ein entflohener Raubmörder oder wenigstens wie ein kretinöser Laufbursche der Kaliningrader Mafia aussah. Aber wie geschrieben, was im Kopf von pubertierenden Gören vorgeht, soll uns hier nicht interessieren, wichtig ist, warum ich nicht, nie die Flucht ergriffen habe.
"Und warum hast Du es nicht?"Das werden wir in den Kapiteln sechs und sieben dieser Reihe erfahren, also mußt Du Dich noch ein wenig gedulden, liebes Unbewußtes. Hör doch solange einfach weiter zu.
"Hmpf!"Ich ergriff also nicht die Flucht. Wir trafen Gastonnes ähnlich mindersozialisierte und -jährige Freunde und machten uns in die Stadt auf, um etwas zu tun zu finden. Solche Leute waren das, und ich, 1,89 (mein Lieblingsmärchen ist von Franz Hohler, heißt "Der große Zwerg" und geht so: "Es war einmal ein Zwerg, der war 1,89m groß". Das ist das ganze Märchen, ja. Und wie grausam genau es auf mich zutraf, sollte ich erst Jahre später begreifen), mitten- bzw. herausragend drin. An einem Platz herumgehangen, Gastonne und Cousin beim Turteln ungläubig und dem kleinen Tunichtgut der Gruppe beim Spielen mit seinem Klappmesser angewidert zugesehen. Vor einer zufällig vorbeigehenden Schulfreundin in eine urinfeuchte Häuserecke geduckt, um nicht gesehen zu werden. In eine nahe Kneipe gegangen, den Kindern beim offenbar schon lange geübten Saufen zugesehen und Gastonne beim Wechseln von meinem Schoß zum vetterlichen und zurück. Mit der
Zahnradbahn zurückgefahren, in der ein kräftiger junger Türke, Friede sei mit ihm, dem immer noch mit seinem Messer spielenden Tunichtgut selbiges für die Dauer der Fahrt wegnahm, weil ihn der Klapplärm störte. An einer Tankstelle Bier gekauft und auf einem nahen Spielplatz konsumiert (die Kinder; ich war völlig
knurd). Den Gören bei ihren putzigen Räuschen zugesehen und dem Mädchen und dem Klotz. Schließlich, endlich gingen alle, alle, und ich blieb auf der Rutsche zurück, mit dem Blick zum schwarz behangenen Himmel, am Ende.
"..."Doch, oh Götter, es war noch weit bis zu meinem allerletzten Tiefpunkt, den ich erst vier Jahre später erreichen sollte. Bis dahin sollen hier noch ein Epilog zu meiner Zeit in der Bundeswehr und meinem Wiedersehen mit Belle und die letzte Geschichte folgen, an einem anderen Tag. Für heute wollen wir die Leser auf dieser Mollnote entlassen... damit sie happyendhoffend womöglich wiederkehren und vielleicht auch ein wenig auf meine Werbebanner klicken.
"Weißt Du, Deine Geschichten würden viel besser wirken, wenn Du zum Abschluß nicht immer noch zwanghaft Deine Witze reißen müßtest. Du hast doch noch nicht mal Werbebanner, wo sollen sie denn draufklicken, Deine imaginären Leser? Und überhaupt, hast Du in letzter Zeit vor lauter 'bloggen', diesen völlig affektierten, beweihräuchernden Neologismus kann ich langsam echt nicht mehr lesen, mal in den Spiegel geguckt? Hast Du beim Einkaufen eigentlich keine Angst, mit einem Brie verwechselt und in 100g-Stücke geschnitten zu werden? Der Gestank kommt ja schon mal h- -he, was machst Du so nah an der Wand, nicht die Stirn, paß doch auf, Mensch, das tut doch weeeaa-"*BONK* *BONK* *BONK* *KRACK*
Labels: Ich, Leben, Liebe
Von Andi um
01:16
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18.03.05
Those were the days 5
Hier sind die früheren Teile dieser Serie:
1,
2,
3 und
4.

Schluß mit lustig.Ich werde nicht mehr erzählen, wie ich nach dem letzten Schultag vor den großen Ferien mit meinem Drahtesel extra und gefährlich nahe an den Fahrradständern vorbeifuhr, um meinem Schwarm, der eben sein Rad entkettete, schöne Ferien zu wünschen und denselben Wunsch zurück "glücklich" zu erhaschen, nicht, wie ich mich immer beim wegen eines festen Termins notwendigen frühzeitigen Verlassen des Japanischunterrichts dreimal im Türrahmen um mich drehte, um meinem neuen Schwarm, der auch nichts von mir wissen wollte, adieu zu winken, und wie ich mir dabei einmal mit meiner Hand schmerzhaft ins Auge stach, und auch nicht, wie ich...
Oh, Moment.
Die Geschichte ist ja gar nicht lustig, sondern furchtbar traurig und bereitet somit wunderbar den Boden für die bald kommende finale, alles an Komik und Tragik weit übertreffende Episode. Also:
Belle (Namen geändert), groß, schlank und braungelockt, heiter im Gemüt und tief im Gedanken, lässig und elegant, humorvoll, clever und freundlich, war wie ich in der Theatergruppe unserer Schule, und in der Vorbereitung des (furchtbar auf Achtziger-Art moralisierenden Drogen-sind-böööse-)Stückes kamen wir uns, wie das so ist, allmählich näher. Soll heißen, ich kroch, Totalschüchternheit und -unerfahrenheit sei Dank, dahin wie eine gelähmte und gesalzene Schnecke zum Salatblatt, und sie sah erstaunt, aber durchaus nicht ohne Zuneigung zu. Hoffnung am Horizont für eine etwas schnellere Entwicklung tauchte in Form der Premierenfeier auf, die mein damals noch so eifrig wie vergeblich Verliebenspläne schmiedende und Liebestränke brauende Geist sehnlichst erwartete, denn wer weiß, nach einem Glas Wein...
Auftritt Gastonne. Vier Jahre jünger als ich und eine Freundin eines Bekannten. Blank im Gesicht und im Geiste, sprach sie mich in der Pause der Premiere an, wie toll ich spielte, aussähe, ja sei... zu grübeln, welcher Teufel ein hochpubertierendes Mädchen reitet, ist müßig, aber ich sprach auf diese ungewohnten Komplimente an wie ein Japaner ohne alkoholabbauende Enzyme auf heißen Sake, und so kam sie mit mir turtelnd zur Feier in ein Restaurant mit, das wir auf Gastonnes Anregung aber alsbald wieder verließen, vor den entgeisterten Augen Belles und ihrer besten Freundin, die mir prompt zuzischte, daß ich "es vermasselt" hätte. Die wahrsten Worte der Nacht.
Unser gemeinsamer Bekannter fuhr, und Gastonne, vorne sitzend, machte Anstalten, mich, hinten Mitte, zu küssen, aber schon begann in meinem Inneren ein Widerstand zu rumoren, zuerst leise, bald ohrenbetäubend, und ich ließ sie in meinem einzigen klugen Schritt des ganzen Abends unerwidert ihre Schnuten ziehen. Die Gummizüge und Schleimfäden an ihrer Zahnspange mögen ein Übriges dazugetan haben. Weil wir nun aber keine Idee hatten, was wir tun sollten, brachten wir nur noch das Mädchen heim zu ihrer ob der späten Stunde lautstark keifenden Mutter und fielen in unsere jeweiligen Betten, unser Bekannter in seinen seligen Schlaf und ich mit einem tiefen Biß ins Kissen in schreckliche Alpträume.
"Genug Andi, genug! Hat Dich denn nie eine geliebt, hattest Du denn nie, nie Glück?"Nicht im letzten Jahrtausend, Baby. Es ging nämlich noch weiter: Am nächsten Morgen rief Gastonne an und-
"Moment. Du hast ihr Deine Nummer gegeben? Du hast's echt drauf angelegt, oder?"Nein, ich-
"Oder bist Du einfach nur ein bißchen blöd? So eine Art Rain Man, ein Crack in HTML, süffisanten Filmkritiken und vielleicht auch Blackjack, wer weiß, aber gefühlvoll wie ein durchgeknallter Crack-Nigger mit einer abgesägten Schrotflinte? Hehe, hast Du meinen cleveren doppelten Einsatz des Wortes 'Crack' bemerkt? He Rain Man, wann geht die nächste Qantas-Maschine?"Hey, was-
"Uh oh, fünfzehn Minuten bis 'Judge Wapner'!"So weit kommt's noch, daß mein Unbewußtes sich hier über mich lustig macht! Vergiß nicht, wer von uns beiden oben ist!
"Bist Du Dir da ganz sicher ...Baby?"RAAAUUUS!
Genug für heute. Gehirn sortieren. Am Wochenende: Gastonne und Andreas machen sich zum Schloß des Biests auf und fallen im Regen vom Dach. Oder so. Und: "Die Schöne und der Idiot 2 - Liebling, Du warst nicht da, also habe ich mich mit Lumière selbstbefriedigt".
Labels: Ich, Leben, Liebe
Von Andi um
02:20
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17.03.05
Ungelogen
Die Apothekerin, die die Kundin mit dem bäuerlich schönen Gesicht fragt, ob das Mittel, das sie wünscht, ein Schlankheitspräparat ist (es ist ein Zeckenschutz für Katzen), kann es hinter ihrer Theke nicht gesehen haben, aber die Kundin hat den
dicksten Hintern, den ich je außerhalb des Weißen Nils gesehen habe. Ich lächele.
Und wenn wir schon beim Lästern sind:
Meg Ryan sollte sich nicht mehr ausziehen.Zum Ausgleich dürfen die weiblichen Leser sich jetzt meine weiße Hühnerbrust, spillerigen Kinderarme, vorstehenden Raffzähne, Leberflecken und mein fehlendes Kinn vorstellen und herzlich darüber lachen. ...Okay, einiges davon ist erfunden.
Labels: Ich, Leben, Promis
Von Andi um
17:31
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15.03.05
Kleine Subversionen
Eben beim Durchblättern eines alten kommentierten Vorlesungsverzeichnisses meiner früheren Fakultät gefunden, das ich seinerzeit fast im Alleingang redigiert, aktualisiert und auch ein wenig geschrieben habe, zum Beispiel hier (der Link ist natürlich neu):
Lexikon und Abkürzungsverzeichnis
AK
Arbeitskreis
AküFi
Abkürzungsfimmel. Getreu der Devise "Was der deutsche Michel einmal lernt, vergißt er nimmermehr" erfreuen sich auch an der Uni unzählige kryptische Akronyme zunehmender Beliebtheit.
Labels: Ich, Nazis
Von Andi um
00:12
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14.03.05
Erinnerungsfetzen
Immer, wenn ich eine (3,5"-)Floppydiskette in die Hand nehme, umdrehe und den kleinen Metallring betrachte, in den die Laufwerksspindel hineingreift, denke ich an die eindringliche, über zehn Jahre alte Warnung meines strengen Mathematik- und Informatiklehrers, wir sollten diesen Ring
nie anfassen, wenn wir nicht
alle unsere Daten verlieren wollen. Warum weiß ich diesen Humbug noch heute, aber nicht mehr, wie man ein Integral berechnet?
Now playing:
Alanis Morissette - Under Rug Swept.
Labels: Ich, Musik
Von Andi um
23:29
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09.03.05
Those were the days 4
Die vorherigen Teile dieser Serie befinden sich
hier,
hier und
da.
Zur Auflockerung zwischendurch eine Geschichte, bei der ich mich nicht ganz so dumm wie sonst angestellt habe, die aber natürlich dennoch schiefgegangen ist.
Ich war von elf bis vierzehn in eine Mitschülerin verliebt, aber leider und selbstverständlich ohne jede Traute, auch mal was zu unternehmen, damit sie es auch merkt. Weil sowas in einer Schulklasse aber nie länger als fünf Minuten ein Geheimnis bleibt und ein besonders liebeseifriger Klassenkamerad seinem Schwarm angeblich 15 Kugeln Eis spendiert hatte, fragte sie mich eines Tages per klassischem Ja-Nein-Vielleicht-Zettel, ob ich mit ihr Eis essen gehen würde. Als ich aber ganz männlich "Ja" ankreuzte, verließ sie der von ihren kichernden Freundinnen induzierte Mut, und sie stellte die Bedingung, daß ihre beste Freundin mitkommen solle. Ich willigte in der naiven Hoffnung auf ein trotzdem zartes Rendezvous ein, und so standen schließlich die zwei Mädchen in einer Ecke der Eisdiele und schlotzten ihr von mir bezahltes Eis, während ich in der anderen Ecke stand und keiner sich traute, den anderen anzusprechen. So war das, und so eine war sie und so einer war ich, und nach der achten Klasse wechselte sie die Schule, und wie es immer ist, erst wenn man jemanden nicht mehr um sich hat, vermißt man ihn, und so schrieb ich ihr endlich einen Brief im ironischen Stil einer Kontaktanzeige. Sie aber antwortete nie, und Monate später wurde ich zum Gespött der Klasse, als einer, der sich oft mit ihren Freundinnen traf, die natürlich längst über den Brief Bescheid wußten, aber taktvoll geschwiegen hatten, posaunte, was ich "voll Peinliches" getan hatte.
Nun kann man sich natürlich fragen, was an einem netten Brief so peinlich sein soll, und ob man von schüchternen oder posaunenden Vierzehnjährigen unbedingt erwarten kann, sich völlig oder auch nur im Ansatz reif oder vernünftig zu verhalten, aber mir wäre einiges an "sie liebt mich - sie liebt mich nicht" und pubertärer Peinlichkeit erspart geblieben, wenn sie mir nur irgendwann gesagt hätte, daß sie nichts für mich empfindet. Aber wie denn, wenn sie nie ein Zeichen bekam, daß ich sie mochte? Oh Teufelskreise...
Labels: Ich, Liebe
Von Andi um
23:10
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Those were the days 3
Die ersten beiden Teile dieser Serie sind
hier und
hier.
Ich war mit 17 in eine jüngere Schülerin meiner Schule verknallt, was sie aber nicht ahnte, weil ich mich es ihr natürlich nicht zu sagen traute, weswegen sie zuerst mit einem und dann einem anderen zusammenblieb, während eine andere, die mich mochte, bitter zusah, wie ich vergeblich mit der ersten flirtete. So und ähnlich liefen unsere Telefonate:
Ich: "Hallo!"
Sie: "... ... ..."
Ich: "Wie geht's?"
Sie: "... ... ...gut."
Ich: "Ähh... hey, weißt Du, was '
Zelda' auf Deutsch heißt?" (Originalwortlaut! Bedingt durch eine Falschmeldung eines Videospielemagazins, "Zelda" sei ein türkischer Name und hieße soviel wie "mein Leben, meine Liebe", ihre deutschtürkische Herkunft und meinen verzweifelten Wunsch,
irgendein gemeinsames Gesprächsthema zu finden)
Sie: "Sevda? So heißt meine Mutter!"
Ich: "Nein. Zelda."
Sie: "Oh. Weiß nicht."
Ich: "Ok."
Sie: "... ... ..."
Ich: "Ähh..."
Sie: "... ... ..."
Ich: "Tschüss!"
Sie: "... ... ...'s."
And it doesn't end there!Jahre später ließ ein Kommilitone aus irgendeinem Grund in einer Vorlesung Fotos herumgehen, die ihn und seine Freundin zeigten. Und... genau. Nach der Vorlesung sagte ich ihm halb im Scherz und wieder im Originalwortlaut, daß er also der sei, den ich "immer umbringen wollte" (weil er "schuld" war, daß sie mich nicht geliebt hatte...), und natürlich verstand er nicht. Aber warum hat er mich nicht einfach trotzdem so richtig verprügelt, warum nur? Oder wenigstens ich mich?
...und dabei sind die "Zelda"-Spiele so toll!
Labels: Ich, Liebe, Lustiges
Von Andi um
22:26
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01.03.05
Those were the days 2
Der erste Teil dieser Serie ist
hier.
Ich war mit acht in eine Schulfreundin verknallt, wovon meine Klassenkameraden natürlich nach fünf Minuten Wind bekommen hatten, und so fand ich mich in einem Große-Pause-Spiel wieder, in dem es darum ging, unsere Schwärme an die Wand zu treiben, damit sie nicht mehr davonrannten. Es gelang, und mein Freund Saddam (Namen geändert) drückte seinem igelhaarigen Liebling mutig einen feuchten, ungewollten Schmatzer auf den Mund. Ich aber sah auf und ließ meine Heidi gehen. So einer war ich. So einer. So ein §$%&! Depp, dem nie, nie ein guter Geist ein Post-It mit
You are Lisa Simpson an die Stirn getackert hat, oder der es nie gemerkt hat, und der es nie selbst gekonnt hat und danach deswegen noch lange leiden mußte. Mehr, wie immer, in der Zukunft.
Labels: Ich
Von Andi um
17:32
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Eine hübsche angehende Tierärztin
...berichtete ihrer Freundin heute früh in der Straßenbahn ganz kurz, daß sie ein Praktikum auf dem Schlachthof abgelehnt habe, und dann
in aller lautstarken und detaillierten Ausführlichkeit, warum. Daß sie nicht eben gekeulte Kälber darauf prüfen wolle, ob sie auch wirklich tot seien. Daß sie hühnerköpfende Maschinen verabscheue und mehr noch nach dem Köpfen herumrennende Hühner. Und daß sie das hysterische, panische Quieken der Schweine, die, in einer Reihe vor dem Schlachthaus stehend, merkten, daß sie sich in ihren blutigen Tod begäben, nicht ertrüge. Wäre ich nicht von meinem unmenschlich frühen Aufstehen völlig geplättet gewesen, ich hätte soviel naive Wirklichkeitstreue breit angelächelt.
Guten Appetit, SSB-Kunden!Apropos Frühaufstehen (5:30!!!1§$%&), als zweiwöchiger Hospitant-Praktikant an einer
Stuttgarter Berufsschule bleibt mir nichts Anderes übrig, aber wenn ein Schüler nach langem vergeblichen Rätseln mit seinen Freunden von mir wissen will, von wann bis wann der Erste Weltkrieg gedauert hat und ich in meiner Antwort Selbst- und Anderenerhellung verbinden kann, bin ich's, unendlich bescheiden, schon zufrieden. All the world's a stage!
Labels: Ich, Kultur, Leben
Von Andi um
16:57
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26.02.05
Drunkblogging
Oh, welchen Unterschied das Innere im Äußeren macht! Ah,
welchen Unterschied! Mehr hierzu und zu allem anderen in der nahen Zukunft, zur heiteren Erfreuung und hoffentlichen Erkenntnis. Stay tuned!
Labels: Ich
Von Andi um
04:33
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18.02.05
Those were the days
Ich war mit 16 in eine Parallelklässlerin verknallt und nahm all meinen Mut zusammen, um zum ersten Mal in meinem Leben ein Mädchen anzurufen und um ein Date zu fragen. So einer war ich.
Ich: "Hallo, bla bla bla, treffen wir uns mal?"
Sie: "Ja, im Moment habe ich wenig Zeit, hähä, bla bla bla, bis dann."
Ein paar Tage später:
Ich: "Guten Tag, kann ich X sprechen?"
Mutter: "Nein, die ist gerade in Y."
Ein paar Tage später:
Ich: "Guten Tag, kann ich X sprechen?"
Mutter: "Nein, die ist gerade mit ihrem Freund in W."
Gut, "ihr Freund" konnte ja auch ein Jugendfreund oder ein männlicher Bekannter sein, eine flüchtige Bekanntschaft, geradezu ein Unbekannter, also...
Ich: "Guten Tag, kann ich X sprechen?"
Mutter: "Nein, die ist gerade mit ihrem Freund in Z. Mit IHREM FREUND.
FREUND."
Labels: Ich, Liebe, Lustiges
Von Andi um
04:30
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