06.06.05

Apropos Hackfleischsosse

Es reicht nicht, dass mir nach dem Mittagessen den ganzen Nachmittag schlecht war.
Es reicht nicht, dass ich wie ein Maniker im homizidal-psychotischen Stadium unter höllischem Gurgeln ins Bad unseres Gästehauszimmers gestürmt bin und dabei unseren armen, sich gerade die Hände waschenden Teamjuror völlig verängstigt habe.
Es reicht nicht, dass ich die gesamte winzige Naßzelle rot und gelb vollgeballert habe wie George Bush sein Verbindungshaus, und meine Knie dazu. Zum Glück hatte ich gerade keine Hose an. Nein, nicht fragen.
Es reicht nicht, dass ich den Pladder auf Händen und Knien und mit Klopapier und Lappen aufwischen mußte, halbnackt in der klaustrophobischen, gekachelten, stinkenden Zelle eingeschlossen wie ein Gulaghäftling in verschärfter Isolationsfolter.
Es reicht nicht, dass ich auf dem nachfolgenden Debattierball nichts vom herrlichen Essen kosten konnte, rein gar nichts. Okay, außer dem Nachtisch.

Nein, wen treffe ich, als ich nach dem Ball, zurück im Gästehaus, um halb drei Uhr morgens verstohlen aus unserem Zimmer schleiche, um Eimer, Mop und Lappen im Schutze der Nacht unbemerkt zur Rezeption zurückzubringen, damit sich in der notorisch klatschfreudigen Debattiergemeinde keine häßlichen Gerüchte verbreiten? Das süße Mädchen. Und es ist auch noch sehr helle und merkt sofort, was Sache ist, ich aber lüge reflexhaft, uns sei "was umgefallen", grinse falsch, versinke im Boden und schlafe mit schrecklichen Gewissensbissen ein.

Zur Beruhigung meiner gerechtigkeitsliebenden Leser sei aber erwähnt, dass ich ihm am nächsten Tag die Wahrheit gesagt und meine Lüge wie oben begründet habe, und es hat es, helle und verständig, natürlich begriffen, gelächelt und eine geraucht, und das war diese Geschichte, aber so ist das Leben. Typisch. It never rains, it vomits.

Okay, okay, fünf Euro in die Kalauerkasse ... Zehn.

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