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10.04.2026

Andis Kritiken #61: Lázár (2025)

Lázár
(Ursprünglich am 10. September 2025 in der Hitze erster Eindrücke u.a. auf Goodreads veröffentlicht und am 10. Oktober leicht ergänzt, beide Male jedoch verabsäumt, diese Rezension korrekt in die Reihe meiner Kritiken einzufügen, daher muss das jetzt nachträglich geschehen.)

Dieses Buch, "Lázár" von Nelio Biedermann, wurde mir von nicht weniger als drei Personen unabhängig voneinander ohne Arg und zum Amüsement empfohlen. Dafür bin ich ihnen dankbar, denn sie konnten angesichts der Vorschusslorbeeren von einigen der renommiertesten Stimmen der deutschsprachigen Literatur und des Erscheinens "in mehr als zwanzig Ländern" nicht wissen, dass es sich um einen grausigen Riemen handelt, eine Klamotte, eine Parodie eines Gesellschaftsromans wie von einem, der der Generation Z Übelstes will, nur offenbar im Ernst von einem Zoomer geschrieben. Ich lese es zwar noch bzw. schleppe mich durch, aber sofern in der zweiten Hälfte nicht noch eine dramatische, mir persönlich in keinem anderen Werk erinnerliche totale Wende in Charakterisierung, Handlungsinszenierung, Verortung und Detaillierung, Beobachtung und Beschreibung von Innerlichkeiten und Äußerlichkeiten und höchst peinlicher, ich will sie Downton-Abbeyisierung und Juli-Zehisierung nennen, eintritt, sind hier schon einmal einige meiner Eindrücke.

***[UPDATE 10.10.: Endlich fertig. Es ist keine Wende eingetreten. Siehe unten.]***

I. Downton-Abbeyisierung


Was ist Downton-Abbeyisierung? Das Einschreiben höchst postmoderner (nach 1968) Verhaltensweisen und Sensibilitäten der oberen Mittelschicht in dezidiert moderne (bis 1945) oder gar vormoderne (bis 1914) Charaktere, die oft der Oberschicht angehören, die ja noch länger als andere Schichten an älteren Verhaltenskodizes festhält. In der TV-Serie "Downton Abbey" äußerte sich das u.a. in Charakteren, die ohne ersichtlichen Grund viel weniger hierarchisch, religiös, pflichtbewusst, rassistisch und sexistisch waren als typisch für englische Adlige des frühen 20. Jahrhunderts, weit herzlicher und selbst gegenüber männlicher Homosexualität bedeutend aufgeschlossener als noch heute (!) substanzielle Minderheiten selbst im globalen Westen. Der Zweck war, diese Charaktere für zeitgenössische Zuschauer:innen sympathischer erscheinen zu lassen und sie nicht mit einer Transferleistung von altmodischen Werten zu heutigen anzustrengen, und außerdem, den Adel als doch grundsätzlich nobel und gut und sich zurecht auf seiner Position befindlich darzustellen statt z.B. als unrechtmäßige Parasiten eines Landes.

All das geschieht auch in "Lázár", nur hier ohne letzteren Zweck, mutmaßlich weil Position, Selbstverständnis und Historiographie des Adels den Autor kaum mehr als als Staffage interessieren bzw. weil er zu faul war, richtig zu recherchieren (dazu später mehr). So sind Charaktere hier angesichts des Ersten Weltkrieges Pazifisten und leben unbehelligt in Berlin (!), ritzen sich wie 90er-Teenagerinnen die Unterarme auf, während Tic Tac Toe auf den Walkman-Kopfhörern läuft, und vögeln, pimpern, schnackseln und schütteln sich vor allem einen von der Palme wie Sozialwissenschaftsstudenten der Humboldt-Uni, die nicht mehr zu den Vorlesungen gehen und ihre Tage und Nächte nun mal mit irgendwas füllen müssen. Da hat der Knecht spontan Sex mit der Herrin. Da lässt die Herrin einen fremden Diener hinein, damit er es mit ihrer Dienerin treiben kann. Da hört das die pubertierende Tochter und macht es sich mit einer langen Kerze selbst. Völlig fehlende Sexualerziehung? Religiöse Schambesetzung jeglicher sexueller Betätigung außerhalb heterosexueller Ehen? Die oft buchstäblich tödliche Gefahr von Schwangerschaften und Geburten bei gleichzeitig fast ganz fehlenden Verhütungsmitteln? Und nicht zuletzt die ernsthaft existenzgefährdende soziale Schmach und Verachtung, falls dieser fröhliche Ringelpiez mit Anfassen auffliegen sollte? Alles Fehlanzeige, denn ungarische Landadlige im Jahr 1912 denken und handeln doch genauso wie Jung-Nelio in der vorlesungsfreien Zeit des Sommersemesters 2023, oder nicht?

II. Zeit- und Ortsvergessenheit


Diese Zeit- und Ortsvergessenheit setzt sich auch fort, wenn die Charaktere mal Kleidung anhaben, die oft an der Grenze zum Anachronismus entlangschrammt (z.B. für den Vorabend des Ersten Weltkrieges zu verbreitete Krawatten modernen Stils). Wer sich z.B. an "Krieg und Frieden" oder an "Buddenbrooks" erinnert, erinnert sich an die detaillierten Beschreibungen von Schlachtordnungen und -örtlichkeiten, die zu kurze, leicht behaarte Oberlippe der "kleinen Fürstin" Lise Bolkonskaja, die nuancierten Erläuterungen diverser Stile von Vatermördern und Backenbärten, die plastischen Schilderungen der gesellschaftlich und persönlich erwarteten hanseatischen Reserviertheit usw. usf., kurz an hervorragenden, oft sehr lyrischen Text, der die Geschichten klar im Russland der napoleonischen Kriege bzw. in Lübeck zwischen Vormärz und Reichsgründung verortet und seine Charaktere deutlichst vor dem inneren Auge entstehen lässt. Selbstredend ziehen sich in diesen Klassikern nicht nur Charaktere und Orte, sondern auch Themen und Symbole durch, und Begebenheiten bauen sich erst auf, bevor sie geschehen und ihre Folgen entfalten, wie man es eben von einem Roman erwartet statt von einer Kurzgeschichtensammlung, einer Collage oder einem Kollektivwerk der Vorschulgruppe "Bunte Waschbären" der Kita Hanflandweg Bempflingen.

Hier jedoch schlürfen die Charaktere pflichtbewusst Gulaschsuppe, um zu signalisieren, dass die Geschichte in Ungarn spielt, sie erwähnen die Titanic und ab und zu die österreichisch-ungarische Monarchie, und damit hat es dann sein Bewenden an Verortung und -zeitung. Was haben sie an? Was essen sie noch? Wie sieht ihr Alltag aus? Was denken sie an sich und über große Weltereignisse und warum? Ja, wie sehen sie überhaupt aus jenseits spartanischster Beschreibungen, die so wie vieles in diesem Buch (Charaktere, Stimmungen, Sehnsüchte usw.) noch nicht einmal durchgehalten werden bzw. ohne Konsequenzen bleiben bzw. ebenso plötzlich wieder verschwinden, wie sie aufgetaucht sind? Das gilt selbst für die im Marketing groß beworbene quasi durchsichtige Haut des Charakters Lajos! Dabei sollte man doch meinen, dass eine solch unübersehbare Eigenschaft in noch weit religiöseren und abergläubischeren Zeiten als den unsrigen einen erheblichen Einfluss auf das Lebensschicksal haben müsste. Stattdessen schweben die hier porträtierten Personen gleichsam schwerelos und ungebunden durch die Geschichte und ihre Geschichten, die abgesehen von den genannten Krümeln der Lokalisierung so auch in Cornwall oder Niederbayern hätte stattfinden können. Warum dann aber der Hype um eine "Geschichte ungarischer Adeliger"? Ja, wo??

III. Juli-Zehisierung


Ein Hauptschuldiger an dieser Misere ist etwas, was ich eine Bauhausisierung oder vielleicht, nach einer ihrer mutmaßlichen Verursacherinnen, Juli-Zehisierung der deutschsprachigen Literatur nennen will. Das heißt, eine Minimalisierung der Beschreibungen von Orten, Dingen, Personen und Handlungen bis fast auf ein Subjekt-Objekt-Verb-Schema für Erstleser:innen hinunter ("Marie brät Zwiebeln im Wok. Es brutzelt.") bei gleichzeitiger fast vollständiger Tell-Don't-Show-Explizierung und Veroberflächlichung der Handlungspunkte, deren Essenz plump und direkt genannt wird. Hier kann man lange nach perfekten Adjektivpaarungen wie "was außerhalb der Tore seiner giebeligen Vaterstadt lag" oder "Außerdem bemerkte man ein dickleibiges Hauptbuch und ein von wohlgeschärften Gänsefedern und Bleistiften starrendes Tinten- und Streusandfaß aus Metall." suchen, und von exquisit feinsinnigen und ironischen Charakterisierungen von Personen fast nur durch ihre Dialoge, Bemerkungen und Taten kann man gar nur träumen. Wann hat man auch zuletzt in einem zeitgenössischen deutschsprachigen Roman überhaupt Landschaftsbeschreibungen gelesen oder längere Metaphern, geschweige denn gute?

Diese fast entleibte, entemotionalisierte Sprache ist eine rätselhafte Mode, die weder Geschichten eingehender macht noch eigentlich überhaupt etwas erklärt. So steht man vor kunstlosen Sätzen wie "Der Alkohol half gegen das Gefühl, trotz des Baronats und des Reichtums, trotz der langjährigen strikten Routine, trotz der Anzüge aus Merinowolle und der Seidenkrawatten dem Leben nicht gewachsen zu sein." und kann nur "Aha" sagen, weil man hiervon zum Einen zuvor kaum etwas gehört hat und zum Anderen gerne anders, subtiler, beobachtender, realistischer davon gehört hätte. Solche Prosa, die wie von McKinsey-Berater:innen zu Sparzwecken zusammengekürzt scheint, führt dann auch dazu, dass diese Geschichte über gut 55 Jahre auch in ihrem großen Druck kaum 330, häufig nirgendwo hinführende Seiten umfasst, während beispielsweise die "Buddenbrooks" 42 Jahre auf über 800 dicht bedruckte Seiten bringen, bei denen nicht ein Wort verzichtbar erscheint.

Wie geschrieben, ich muss mich noch ganz durch den Tunnel dieser 330 Seiten schleppen, und vielleicht geschehen am Ende ja noch Wunder, man soll die Hoffnung nie aufgeben. Aber wenn "Lázár" die Hoffnung der deutschsprachigen Literatur sein soll, dann ist dieser Tunnel vielleicht die Gotthard-Basisröhre, und das Licht, das man in der Ferne sieht, ein SBB-ICN, der einem entgegenkommt. Oder wie es bei den Julizehisierten heißen würde: Pauls Füße spüren den Beton der Festen Fahrbahn. Ein Luftzug lässt ein Stück Plastik vorbeischweben. Es rattert. Er hebt den Kopf und sagt: Oh oh.

***[UPDATE 10.10.]***: Endlich fertig. Es ist keine Wende eingetreten. Zum Pimpern und Schnackseln sind noch Pudern, Poppen, Bumsen und ein für ungarische Teenager der 1950er ganz erstaunlich abgeklärtes Niveau der sexuellen Aufklärung selbst gegenüber den unwillkürlich erigierten Genitalien ihrer Geschwister gekommen (sic), von Scham, Unwissen oder Schwangerschaftsängsten ist hier nichts zu spüren. Ähnlich temporal altklug, also von Wissen, Ansichten und Einstellungen weit Nachgeborener erfüllt, denken zum Beispiel auch der den Nazis Widerstand leistende Schlosskaplan, der sich sicher ist, dass er nach seiner Hinrichtung als "Gewinner" gesehen wird, anstatt, da der Krieg im Februar 1945 noch nicht zu Ende ist, zum Beispiel zu zweifeln, ob das Dritte Reich nicht noch eine lange Weile durchhalten und jedenfalls nicht restlos fortgeräumt werden könnte, und die porträtierten Einwohner:innen des kommunistischen Nachkriegsungarns, von denen, historisch inakkurat, nur die wenigsten wirklich an die Versprechungen der sowjetischen Herrschaft zu glauben scheinen bzw. deren Untergang die meisten hellsichtig, allzu hellsichtig vorauszuahnen scheinen. Wie schon zum Teil in Teil I. ausgeführt, stellt das nicht nur ein recht feiges und faules Einschreiben heutiger Weltanschauungen in Charaktere vergangener Zeiten durch den Autor dar, sondern auch ein Versagen seinerseits, sich in diese Charaktere einzufühlen, und eine gewisse Arroganz, dass die heutigen Werte, Ansichten und Verhalten die offensichtlich universal richtigen seien und jedenfalls nicht kontingent. So erscheint dieses Buch mehr als eine Geschichte blasser Zeitreisender denn als eine wirklichkeitsgetreue Darstellung des Lebens einiger Ungarn während der großen Umwälzungen des 20. Jahrhunderts. Der oft dröge und skizzenhaft historische Fakten rezitierende statt diese mit Leben füllende Stil tut sein Übriges zu diesem Eindruck.

Ein letztes Wort - eine befremdlich nonchalante Verwendung von Vergewaltigungen als Metapher, als Begebenheit im Plot und als metatextuelle Reflexion des angeblichen Verhältnisses von Schriftstellern zu ihren Charakteren und ihrem Werk zieht sich durch das ganze Buch. Das gipfelt darin, dass eine weibliche Figur gänzlich überraschend und inkongruent von einem jungen Möchtegernschriftsteller in seiner Wohnung vergewaltigt wird. Man fragt sich angesichts dieses so abgeschmackten wie penetranten Einsatzes unwillkürlich, was hier nicht verstanden wurde, ausfantasiert wird und/oder verarbeitet werden soll. So halbgar wie diese Stellen ist der ganze "Lázár".

** von 5 Sternen

06.02.2026

Meine Idee für eine neue Star-Trek-Serie

Siehe hier, warum eine neue, gute Star-Trek-Serie nötig ist.

26. Jahrhundert. Selbst die "Heiligen" (Sisko) im Paradies Erde langweilen sich, die Föderation ist ineffektiv. Das RUS-Imperium aus dem Beta-Quadranten hat die UFP infiltriert und schürt Spaltung. Der neue Föderationspräsident zweifelt den Wert von Andoria und Vulkan für die UFP an. Eine RUS-Invasion von Bolarus IX droht die Föderation im Streit zu zerstören. Nur Kapitän Edward Jellico (benannt nach seinem berühmten Vorfahren) und die Crew der USS Fukuyama halten die Vision noch aufrecht ...

"Kapitän Jellico! Wir treffen uns wieder. Willkommen. Sie mögen Pilsner, nicht wahr? Bitte."
"Möchten Sie mich nicht erschießen? Festnehmen? Wenigstens mit dem Bier vergiften?"
"Oh Kapitän. Seit vier Jahren zu je 20 Folgen kennen wir uns, und Sie verstehen RUS immer noch nicht, verstehen mich immer noch nicht. Fast bin ich verletzt. Solche kruden Methoden, auf die Sie anspielen, sind für unsere Kultur ...widerlich. Stattdessen werden Sie feststellen, dass das Föderationshauptquartier in diesem Moment dringend versucht, Sie zu kontaktieren."
"Wieso?"
"Eine unglückliche Liaison mit einer eindeutig minderjährigen Betazoidin. Ich fürchte, Ihre Magazine und Videofeeds auf der Erde sind bereits voll davon, und sie fordern Ihren Kopf. Tsk tsk, mon capitaine."
"Aber - es ist nicht wahr! Ich habe nie- es ist eine Lüge!"
"Kapitän. Wahrheit. Lüge. Ehre. Loyalität. Solche Beschwörungen werden Sie nicht vor der wahren Macht des Universums retten. Blinder. Wut."
RUS Imperator Pu'Tin
(Star Trek: Liberalism kehrt in Staffel 5 zurück)

29.06.2021

Nachträgliches 1

Wie angekündigt, habe ich nun damit begonnen, meine besten Texte von anderen Plattformen hierher zu übertragen und zu den Zeitpunkten zu veröffentlichen, an denen ich sie ursprünglich verfasst hatte. Den Anfang habe ich mit Twitter gemacht. Ich habe dort unter anderem (teils auf Englisch) geschrieben über ...

Politisches Realignment an den Beispielen der britischen Wahlen 2019 und der SPD.

Die besorgniserregende Zukunft der amerikanischen Demokratie nach Trump in einem, zwei und drei Posts.

Das seltsame, unrealistische Verhältnis der SPD zu Russland.

Gedanken zur kommenden Bundestagswahl und zu offenbar immer schlechteren Politiker:innenentscheidungen.

Warum die Militarisierung der deutschen Polizei ominös und unbedingt abzulehnen ist.

Und schließlich, wie anders die Welt hätte sein können, wenn eine gewisse Monica L. nicht als Praktikantin für das Weiße Haus ausgewählt worden wäre.

07.05.2020

If the Trump years were a D&D-style RPG

- "Since John ragequit, no one has been taking care of the Venezuela situation. It's brewing and could lead to great instability. What do you do, Don?"
- "Send the military?"
- "Not enough gold, would make things worse."
- "Use diplomacy?"
- "After what you called their leader?"
- "Oh. Hmm ... didn't we meet these mercenaries in that bar during the Bowling Green game?"
- "T- they were joke NPCs. You know, to fail hilariously so you could ride in at the last moment to stop the massacre?"
- "I want to use them."
- "For- for a coup? In Venezuela? They have abysmal stats, no equipment ..."
- "I want to use them."
- *sigh* "Throw"
- "1! Oops"

- "I really don't like the way this group is going since Don threw his couple of 20s and became President. I've built my character for years, made connections, acted carefully, even learned Spanish for real. I mean I made a whole family tree with elaborate backstories. I referenced earlier characters we had and CIA secrets we discovered, and now all we talk about is porn stars, 'hamberders' and Lysol!"
- "Shut up Jeb"
- "Actually, I agree with Jeb. Do you know what I had t-"
- "SHUT UP HILLARY"

- "While we're waiting for the others, can I talk to you for a second about Roger? I know he's an old friend of yours since the Nixon release, but his style is really old-fashioned, he insults everyone constantly and is just totally reckless. Wikileaks? The Russian mob?? Don doesn't care, he relies on his enchanted dice, but we others want to continue our characters after the 'Trump' era and not get whacked. It wasn't easy to become Secretary of State as a Kansas bumpkin!"
- "Ok ok, he's going to prison Mike. Happy?"
- "Great, that'll be the end of him!"

- "Hey guys, heard you're doing a presidential campaign again. I want to take part!"
- "Joe? Oh ok, but Liz, Bernie and Kamala have been pretty involved already. Liz has 19 INT and Bernie 18 CHA. Pete has 20 DEX and moves like water."
- "No problem. Still using the 1976 rules?"
- "Umm no. What policies do you want to champion? Bernie even made real charts and all for his 'Medicare for All' policy."
- "A little bit of this, a little bit of that."
- "Oh ok. Any stats you want to focus on?"
- "No, I'll just reuse my old character sheet."
- "But the conversion factors will disadvantage you."
- "It's good. But can I put a line in my bio that I was a sidekick to Barack's character?"
- "Sure why not, always for more flavour, heh, what's the harm?"
...
- "I'm sorry guys, them's the rules. Double-count the primary results if you want, but the African-American factor just crushed for Joe in South Carolina, and everything snowballed from there."
- "You screwed me in Iowa!"
- "Calm down Pete."
- "I VISITED EVERY FUCKING BARN IN THAT SHITHOLE! Joe didn't even show up and if he did, he threw a 1 on his stump speech! HIS STUMP SPEECH!!"
- "Pete ..."
- "I WON IOWA!! When Barack did it, it was the golden ticket, but when I do it, suddenly there are 'technical difficulties'!"

16.03.2020

Some alternative history to take your mind off Covid-19

1995: White House Chief of Staff Leon Panetta is choosing summer interns. He decides on one Gary Generic Whiteman from Iowa.

1998: Ken Starr's Whitewater investigation into Bill Clinton fizzles out, having found nothing.

2000: Al Gore wins Florida and thus the US Presidency in a close, but clear call on the strength of the untainted Clinton legacy. He manages the dotcom downturn and takes the "Bin Ladin Determined to Strike in US" August 6, 2001 briefing seriously, preventing 9/11. Strong climate leadership.

2008: Mitt Romney becomes President amid the recession and governs in the center, continuing many of Al Gore's popular policies.

2011: Saddam Hussein crushes Arab Spring protests in Iraq. No ISIS means Bashar Assad keeps control of Syria more easily, ending the war in 2014.

2015: Much fewer Middle East refugees allow the EU to find a fair and humane solution for them. Right-wing parties keep searching for a cause.

2016: Don't need "Hope and Change" if most things are pretty ok. Hillary Clinton wins the Democratic primary against one Barack Obama. It's close, but Clinton also wins the Presidency against Jeb!, vowing to incrementally improve healthcare, student loans, rents and many other issues. She strengthens the CDC and US pandemic response.

2020: A novel disease is fully contained in China with US help. US citizens sometimes wish for more exciting politics, but 20 years of anodyne technocrats have improved millions of lives. Greenhouse gas emissions are on track for net zero in 2035, and Romneycare is the law of the land. Ted Cruz has his work cut out for him in November.

2025: Donald Trump dies of neurosyphilis in a New York hospice. A palliative care volunteer comforts him as he passes away. Monica Lewinsky lets go of his hand, at peace. She thinks about life and what could have happened if she had got that internship 30 years ago. Well, no matter.

14.01.2020

Married to a Nerd

Besprechung des nächsten Essensplans für unsere Familie.

Ich: Wir brauchen Gerichte, deren Zubereitungsaufwand degressiv skaliert!

Sie:

Klar doch

11.12.2013

Fake interpreter, real hustle

You gotta feel for this dude. With unemployment that high in South Africa, he immediately jumped at the chance when his buddy said that there might be a position and asked him whether he knew sign language. Sure he did, or at least he would know it until he had to sign for the first time at an ANC event some time ago. He bought some books. But boy, this was hard. Time was running out and there was still so much to learn, practically everything to be honest. Who knew sign language was so complex? So he got on stage at that first event with a heavy heart and signed away the best he could, which wasn't much, but at least he put in some effort. As he gestured, he expected to be called out, to be exposed as a fraud on the spot, or at least later on, behind the stage. Perhaps he would even be jailed.

But no one called him out. No one exposed him, and no one put him in jail. In fact, people seemed to like his work, his visible effort for inclusion. He was booked again, for a conference a few months later. Wiping the sweat off his brow, he vowed to really learn sign language until then. But what with having a job now, buying things, living his life, somehow he didn't find the time. And when he signed at that conference (in between sudden bouts of panic), again no one said anything against him, and this time even more people seemed to like what he did. Some even seemed impressed, a few young ladies among them. The bookings started to roll in now.

This dude lived the high life. Working for South Africa's ruling party, fighting for inclusion, standing next to important people. Sometimes, he skimmed some YouTube videos about signing, to assuage a tiny nagging doubt in his mind, but mostly, he didn't bother and just moved his hands and arms as he thought appropriate. Wasn't this a form of signing too, perhaps a more efficient, more elegant one? He felt that he was working hard. That he was earning his salary.

Then the day after Madiba died, the fateful call came. Someone at the ANC had recommended him for the big memorial, and was he free on that day? To sign the speeches of Jacob Zuma, some world leaders he did not know, and even the President of the United States? There was this tiny fear again which never seemed to go away, however much he tried to drown it in luxuries. But mostly, there was immense joy, pride, giddy elation. He called his parents in their humble hometown. Their boy, next to Obama! He had finally made it. Right away, he went to buy a new suit. He had to look his best. This would be his great day. Beamed onto millions of screens worldwide, his face in every home. He would do his thing, and he would be set for life. The Mandela Memorial Interpreter, at your service for a little fee. Perhaps he would even think of marrying now. What could stop him? What could go wrong??

23.07.2013

Jambo Bwana

Ich bin früher oft am Bahnhof Schwäbisch Gmünd ein- und ausgestiegen. Hätte es damals auch nur schon Flüchtlinge gegeben, die in glühender Hitze für 1,05 Euro pro Stunde Koffer geschleppt hätten! Ich wäre in Gmünd angekommen, hätte einen der Helfer am Strohhut erkannt (naja, und an der dunklen Haut) und "Boy!" gerufen, worauf er - "Ja, Bwana?" - servil herbeigeeilt wäre und meinen Überseekoffer genommen hätte und den Hutkoffer und die 12 Koffer meiner Frau. Dann wären wir in einem Horch davongebraust, um Elefanten und Nashörner zu schießen, die ja abends von der Alb herunterkommen. Das ist doch der beabsichtigte Effekt - eine Zeitreise nach Deutsch-Südwest circa 1908? Oder??

Natürlich sind der OB und der Landrat von der CDU. Und natürlich lassen sie sich mit ihrem Vorzeigeprojekt mehrmals stolz abbilden, weiße Männer in weißen Hemden, umringt von schwarzen Männern in T-Shirts und Strohhüten. Die Hitze muss wirklich sehr schlimm sein in Gmünd ...

09.05.2013

House Lazar

House Lazar

"I will not allow you to tarnish the name of our proud house, born in console wars in which your ancestors bravely mashed buttons. Tomorrow morning, you will take the black, never to touch a joypad again. Otherwise, we will play Battle Mode in Super Mario Kart, and you get one balloon."

02.05.2013

heute-show

Ich finde generell gut, dass wir jetzt auch in unserem Land eine Satiresendung haben, die idealerweise Unmenschlichkeiten der Politik und Verkommenheiten der Medien auf eine junge Menschen ansprechende Weise aufdeckt, zumal im vergreisten ZDF. Dass der Humor der "heute-show" sich oft in Brachial- und Fäkalwitzen erschöpft, keine hochkarätigen Gäste vorbeikommen und das große Vorbild der "Daily Show" nicht zuletzt in seiner Humanität noch meilenweit voraus ist (erinnert sich noch jemand an Jon Stewarts runden Tisch mit alleingelassenen 9/11-Ersthelfern?), erscheint da, und angesichts der verstaubten Konkurrenz, als verzeihliche Kinderkrankheiten. Für Deutsche sind diese Leute ziemlich witzig.

28.03.2013

Die Kettensägentheorie der sozialen Interaktion

Bei Lidl gibt es wieder preiswerte elektrische Kettensägen, und ich denke wieder an meine "Kettensägentheorie der sozialen Interaktion", die bisher leider von jedem Journal abgelehnt wurde. Üble Wissenschaftsmafia! Dabei ist die Theorie so einfach wie brillant: "Jedes soziale Problem (bis auf eines) kann durch eine Kettensäge gelöst werden."

- "Wie, ich kriege keine Gehaltserhöhung?" BRRRRRRRRR
- "Was, Du willst mich verlassen?" RRR-RRR-RRR
- "Oh, ich habe mich ausgesperrt!" TSCHAK-TSCHAK-WRRRRRR.

Das eine nicht lösbare Problem ist übrigens "Was, wir haben keinen Strom?" - TSCHAK-TSCHAK-TSCHAK - "Oh, stimmt". Dafür arbeite ich an einer Erweiterung der Theorie, Arbeitstitel: "Die Machetenextension der Kettensägentheorie der sozialen Interaktion".

06.02.2013

Merkels volles Vertrauen

Donna Merkel ("La Mamma") spricht Annette Schavan ("La Dottoressa") ihr "volles Vertrauen" aus. Langes Schweigen am anderen Ende der Leitung, von gelegentlichem Knacken unterbrochen, weil die Verbindung ins ferne Südafrika nicht so gut ist. Im Hintergrund des schummrigen Raums schluckt "Valigia Nera" Schäuble trocken. "Il Riesling" (Brüderle) und "L'Ascia" (von der Leyen) werfen sich einen vielsagenden Blick zu. Endlich antwortet Schavan: "Ich verstehe, Mamma. Ich werde Sie nicht enttäuschen. Leben Sie wohl." Merkel legt auf und zieht die Mundwinkel nach unten.

16.09.2012

How Seven of Nine saved Barack Obama's Presidency

My all-time favourite bit of Obama trivia is still this: In the 2004 Illinois U.S. Senate race, Obama was pitted against the wealthy and popular Jack Ryan. But then his divorce papers were unsealed wherein his ex-wife, one Jeri Ryan, alleged that he had dragged her to sex clubs. Embarrassed, Jack Ryan dropped out and was replaced by crazy Alan Keyes, and the rest is history. There's nothing Seven of Nine can't do.

11.09.2012

Fashion It So

Guess what, Wesley: you never look good. Just do the best you can with that weird, possibly foam-rubber jumpsuit.

Quite possibly the most awesomely hilarious blog I've ever found. Oh internets, you never cease to amaze.

14.08.2012

Die Rechte

Wie in fast ganz Europa gibt es auch in Deutschland ein signifikantes Wählerpotential, das für Rechtspopulismus empfänglich ist: seien es von der CDU enttäuschte Konservative, sich durch die Krise bestätigt fühlende EU-Gegner, islamophobe Sarrazin-Sympathisanten oder auch klassische Rassisten und Nationalisten. Warum gibt es dann aber keine Partei und keine Personen, die dieses Potential wirkungsvoll und nachhaltig auf nationaler Ebene aktivieren können? Ich glaube, dem deutschen Rechtspopulismus fehlt eine charismatische Leitfigur, die sich clever so ausdrücken kann, dass sie keine politisch tödlichen Nazi-Assoziationen weckt. Wenn aber mal eine kommt ...

Manchmal fantasiere ich ja davon, selbst diese Leitfigur zu werden und durch unangreifbar glatte, aber im Kern furchtbar rassistische Statements in Verbindung mit meiner langen Debattiererfahrung, die mir erlauben würde, auf kritische Nachfragen geschickt zu reagieren, 15% der Wählerstimmen bei der nächsten Bundestagswahl zu gewinnen. Am Abend der Wahl würde ich dann aber auf einen Balkon treten und meinen versammelten Anhängern offenbaren, dass unsere neuen Abgeordneten (alles persönliche Freunde) und ich von nun an eine radikal progressive und inklusive Politik vorantreiben werden, mit Mindestlohn, Migration und Menschlichkeit für alle, und dass sie heute hoffentlich gelernt haben, dass Hass sich niemals lohnt.

23.04.2012

Nazi-Tourette

Wie kann einer in der Öffentlichkeit stehenden Person ein Vergleich mit spezifischen Wachstumszahlen der NSDAP überhaupt einfallen? Wieso schwirrt diese Vergleichsmöglichkeit in einem Kopf herum, und wenn sie es tut, wieso wird sie nicht sofort als aufgrund der Idiosynkrasien öffentlicher Diskussionen in Deutschland extrem kontraproduktiv verworfen?

Vielleicht ist Martin Delius Amateurhistoriker und/oder medienunerfahren, aber ich denke, hier spielen auch zwei sehr deutsche Phänomene eine Rolle:
  1. "Nazi-Tourette", das fast pathologische Bedürfnis, im unpassendsten Moment einen Nazivergleich zu machen, nicht obwohl, sondern weil man weiß, dass das so tabu ist und man sich und anderen dadurch nur schaden kann. Ähnlich dem "appel du vide", dem seltsamen Bedürfnis, vom Rand hoher Gebäude oder Klippen zu springen.
  2. "Nazi-Münchhausen", das fast pathologische Bedürfnis, auf jeden Nazivergleich mit übertriebenen Ohnmachtsanfällen und theatralischer Empörung zu reagieren, um Aufmerksamkeit zu erhalten und seinen in ein enges Korsett gezwängten Körper endlich wieder zu spüren. Verwandt mit Hypochondrie, nur ohne echte Symptome.
Ich fürchte, diese Phänomene hängen voneinander ab und verstärken sich gegenseitig. Doch wo kommen sie her? Und wie werden wir sie wieder los?

Ich glaube, unsere Verkrampfung bei Nazivergleichen kommt daher, dass die Großeltern nicht an ihre Schuld (durch Handeln oder Unterlassen) erinnert werden möchten, die Eltern nicht daran, dass ihre Eltern schuldig waren, und die Kinder nicht an ihre Überladung durch gut gemeinte, aber ungeschickt umgesetzte Beschulung zum Dritten Reich, über das sie "in der 11. Klasse in jedem Fach lernen mussten". Außerdem gehört es zu unserem Nationalcharakter, verzweifelt "normal" sein zu wollen, weswegen die Erinnerung an unsere unnormale Vergangenheit zu solcher Hyperventilation führt, und Dinge "auch mal sagen zu dürfen", weswegen dann unter anderem sowas wie das letzte "Gedicht" von Günter Grass oder am extrem rechten Rand schürfende Tweets und Blogposts usw. rauskommen. Die Piraten sind wegen ihrer Internetaffinität auch öffentlicher als z.B. CSU-Politiker, die vermutlich manchmal ähnlich denken und sprechen, nur eben am Stammtisch in Rosenheim mit ihren 70-jährigen Kumpels, die kein Handy haben und sich ihre E-Mails noch ausdrucken lassen.

26.02.2012

What Lies Beneath

100% in New Super Mario Bros. Wii

After a long hiatus, I have finally completed New Super Mario Bros Wii. But this war geek wonders. How come the Mushroom Kingdom always has to rely on a fat Italian-American plumber to conduct targeted assassinations against the occupier's forces? Are the fun-loving Toads so hapless against the efficient Spartan society of the Koopa Troop? Is Bowser some sort of military genius? Might Peach be a radical pacifist, preferring to have her people slaughtered and turned into bricks rather than to take up arms or use magic? Or is it much more sinister, as this whistleblower's report has us believe?

Whatever the truth, under the cheery green hills of World 1, the bones of the dead lie and await justice ...

29.01.2012

Kim Dotcom

I think Kim "Dotcom" Schmitz is not appreciated enough, especially here in his native Germany. Sure he is a professional criminal and loudmouth, and apparently also a dick. But which other basement-dwelling nerd managed to make his adolescent, rejection-fueled dreams of fast cars, hot women and FPS highscores a reality through canny and funny PR, constant inventiveness and always being ahead of the curve? Maybe we need more people with Kim's drive, if not necessarily his disregard for the law ...

23.01.2012

Star Wars Uncut

This must surely be the crowning achievement of humanity. We can close up shop or at least the Internet, as nothing will ever beat this. I cried when Luke watched the twin suns of Tatooine set, as always. And oh, how I laughed.