01.08.2021

Klimakrise, Canto III

Per me si va ne la città dolente,
per me si va ne l'etterno dolore,
per me si va tra la perduta gente.

Giustizia mosse il mio alto fattore;
fecemi la divina podestate,
la somma sapïenza e 'l primo amore.

Dinanzi a me non fuor cose create
se non etterne, e io etterno duro.
Lasciate ogne speranza, voi ch'intrate.

Hier nun in aller mir möglichen Klarheit und Fundamentalität, warum die Klimakrise das vielleicht größte Problem ist, dem sich die Menschheit je gegenübergesehen hat, und warum es wenig Anlass zur Hoffnung gibt. Ein andermal mehr dazu, was daraus folgt.

Je mehr Kohlendioxid in der Atmosphäre, desto mehr erwärmt sich die Erde. Dieser sogenannte Treibhauseffekt wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts von Svante Arrhenius entdeckt und gehört zu den gesichertesten wissenschaftlichen Theorien überhaupt. Seit dem Beginn der industriellen Revolution um 1750 haben wir Menschen über 1,5 Billionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre geblasen, genug, um die atmosphärische Kohlendioxidkonzentration von 280 Teilen pro Million auf heute 417 steigen zu lassen. Dies hat bereits zu einer Erderwärmung von über einem Grad Celsius verglichen mit der vorindustriellen Zeit geführt, und wenn weltweit mit den derzeitigen Maßnahmen fortgefahren wird, könnte es zu einer Erwärmung von insgesamt um die drei Grad kommen.

Das klingt nicht nach viel. Aber wir sehen schon heute eine Zunahme von Extremwetterereignissen, Zusammenbrüche von Ökosystemen, Dürren, Waldbrände, Hitzewellen, steigende Meeresspiegel und zahllose andere Phänomene, die womöglich unumkehrbar sind, sobald sie Kipppunkte überschritten haben wie z.B. ein zu starkes Abschmelzen des Polareises. Je wärmer es wird, desto häufiger und verheerender werden diese Ereignisse werden, mit katastrophalen Folgen für uns Menschen und den Rest der Biosphäre wie massive Ernteausfälle, Wasserknappheit, verbrannte Habitate, tödliche Temperaturen, überflutete Küstenregionen, folglich massive Migrationen, Konflikte um die verbleibenden Ressourcen, Kriege; in einem Wort ein ärmeres, kürzeres und viel gefährlicheres Leben für Milliarden, für Jahrzehnte.

Das ist nun alles überhaupt nichts Neues und sollte jedem, der oder die in den letzten Jahren mal Nachrichten gesehen, gehört oder gelesen, Dokumentationen oder fiktionale Werke konsumiert oder auch nur mal mit seinen Freund:innen über mehr als den besten Grill und Bayern München gesprochen hat, geläufig sein. Die Physik ist unabweislich. Dennoch leugnen anscheinend immer noch viele, wenn nicht die meisten, diese Realitäten wenn nicht explizit, so doch implizit, weil sie bisher weder ihr individuelles Handeln noch ihr Wahlverhalten oder ihr kollektives Agieren, von einzelnen rühmlichen Ausnahmen wie Fridays for Future abgesehen, signifikant geändert haben. Ganz so, als würde sich der Planet nicht oder erst in vielen Jahren erwärmen und es nicht zu den bereits heute zu beobachtenden verheerenden Folgen kommen. Oder so, als könnten wir die kommenden Katastrophen wie in einem Film im letzten Moment durch einen Deus ex machina in Form "technologischer Lösungen" o.ä. heroisch abwenden.

Aber die Physik ist unabweislich. Überschrittene Kipppunkte sind ipso facto unumkehrbar, z.B. absorbiert ein durch Abschmelzen eisfreies Polarmeer zuviel Hitze, um noch große Eismengen bilden zu können, die in einem sich selbst verstärkenden Prozess zu wieder mehr Eis führen würden. Ausgestoßenes CO2 braucht Jahrzehnte, um seine volle Erhitzungswirkung zu entfalten. Die gängigen Schätzungen, wie viele Treibhausgase wir in welchen (sehr kurzen) Zeiträumen einsparen bzw. mit heute nicht reif und sicher skalierbaren Technologien aus der Atmosphäre ziehen müssen, um mit einer Wahrscheinlichkeit von 50-66% (!) eine als "tolerabel" geltende Erwärmung von 1,5°C nicht zu überschreiten, beziehen u.a. Kipppunkte, Rückkopplungen, durch Umweltverschmutzung derzeit noch stattfindende Erdkühlung usw. nicht ein, weil dies hochdynamische und in vielem noch nicht ausreichend erforschte und quantifizierte Phänomene sind. Und sowieso müssten wir - ohne, wie geschrieben, eher fiktive Negativemissionstechnologien - ab jetzt die weltweiten Emissionen jährlich um 15% reduzieren, um bis 2040 Klimaneutralität erreicht zu haben - eine Geschwindigkeit, die gerade einmal für ein paar Jahre in Syrien erreicht wurde. Von 2011 bis 2014.

Die. Physik. Ist. Unabweislich.

Das Tor zur Hölle

Wir halten einen großen Revolver an unsere Schläfe und werden in jedem Fall abdrücken. In mindestens drei der Kammern sind Kugeln, wenn nicht in vier, fünf oder gar allen sechs. Zur Einstimmung haben wir uns schon einen dicken Feuerwerkskörper in den Fuß gejagt und einen zweiten angezündet, der auf unser Auge zielt. Jetzt können wir nur noch bestimmen, wie schnell wir abdrücken, und vielleicht schon Notoperationsbesteck bereitlegen, aber nicht mehr aufhören, am Abzug zu ziehen, und irgendwann, auch wenn er noch nicht ganz durchgezogen ist, kann es "Klick" machen. Und dennoch stehen wir jeden Morgen gemütlich auf, machen unseren Kaffee, gehen zur Arbeit, schauen später fern und machen dann noch Liebe mit unseren Partner:innen. Alles mit diesen wirklich riesigen Revolvern an unseren Schläfen. Und im September wählen wir Parteien, von denen selbst die vorgeblich ökologischste und die die Klimakrise am Besten verstehende inadäquate Maßnahmen vorschlägt, um die gerontokratischer- und inhärenterweise jegliche Veränderung fürchtende deutsche Wähler:innenschaft nicht zu verprellen bzw. sie die Existenz dieses Revolvers vergessen zu machen.

Wäre das nur in Deutschland so, könnte die Welt es noch verschmerzen.

Aber die Ziele des Pariser Abkommens sind nicht genug.

Die Länder halten diese Ziele in ihren nationalen Plänen nicht ein und versprechen bisher nur 1% Emissionssenkung bis 2030, wo 45% nötig wären (verglichen mit dem Niveau von 2010).

Und was wollen wir wetten, dass die Länder selbst die stark abgeschwächten Ziele in ihren Plänen nicht einhalten werden, wenn etwas scheinbar Wichtigeres dazwischenkommt?

Zum Beispiel ein vermeintlicher Antagonismus zwischen Klimaschutz und Wohlstand (in Wahrheit kann es ohne Klimaschutz keinen Wohlstand geben). Zum Beispiel neue Gelbwesten. Zum Beispiel übertrieben an Besitzständen klebende Wähler:innen (denen diese Besitzstände ohne Klimaschutz jedoch buchstäblich wegschwimmen, verbrennen oder austrocknen werden). Zum Beispiel, zum Beispiel, zum Beispiel. Der Beispiele finden sich viele für dieses Problem individuellen und kollektiven Handelns, das vielleicht größte Problem, dem sich die Menschheit je gegenübergesehen hat, und das darum auch die größte gemeinsame Anstrengung bräuchte, die die Menschheit je gesehen hat. Eine Anstrengung, die wenn nicht vor 30 Jahren, so doch jetzt sofort beginnen müsste, doch die nirgendwo zu sehen ist. Und die Uhr tickt immer lauter. Und wir ziehen und ziehen am Abzug des Revolvers und warten und hoffen, dass es nicht Klick macht.

Aber das wird es.

Queste parole di colore oscuro
vid' ïo scritte al sommo d'una porta;
per ch'io: "Maestro, il senso lor m'è duro."

Ed elli a me, come persona accorta:
"Qui si convien lasciare ogne sospetto;
ogne viltà convien che qui sia morta.

Noi siam venuti al loco ov' i' t'ho detto
che tu vedrai le genti dolorose
c'hanno perduto il ben de l'intelletto."

20.07.2021

Nach uns die Sintflut (nochmal)

Nach ersten kurzen Überlegungen im Frühling nun, in einem weiteren, diesmal offensichtlich tödlicheren Klimasommer, einige längere Gedanken zur kommenden Wahl zum 20. Deutschen Bundestag.

Die allgemeine deutsche Lage

die deutsche Wähler:innenschaft 2021

Deutschland hat, von zwei Zwergstaaten abgesehen, nach Japan die weltweit zweitälteste Bevölkerung. Das führt zu einer entsprechend alterslastigen Wähler:innenverteilung, Ältere gehen bekanntlich aus vielerlei, nicht kurzfristig stark veränderbaren Gründen mehr als Jüngere wählen, und sie wählen dabei besonders gerne die CDU/CSU. Nicht nur darum hat die Union bislang in 52 von 72 Jahren Bundesrepublik regiert; als Partei des Status Quo, des gerade unter Merkel möglichst geräusch- und effektlosen vermeintlich neutralen Verwaltens und Fernhaltens jeglicher womöglich unordentlicher und nicht einfach aufzulösender Dispute und Zielkonflikte, des "Weiter so" mit nur gerade so viel Veränderung, wie eben nötig ist, um auf der Stelle stehenbleiben zu können, und auch einer gewissen selbstgefälligen, bräsigen Piefigkeit kommt sie der deutschen Seele am ehesten gleich.

Denn diese hat zum Motto "Lieber Unrecht als Unordnung" und fühlt sich darum vom Kern demokratischer Politik, also lautem und chaotischem, aber geregeltem Austausch und Abstimmen über Ziele, Maßnahmen und Mittel abgestoßen, ängstigt sich übertrieben über selbst dringend nötigen Wandel, möchte gerne belehren, aber selten belehrt werden, zieht langsamen, neurotischen Perfektionismus schnellerem, lebensnäherem "gut genug" vor, klammert sich psychopathologisch bemerkenswert an Besitzstände und hat endlich einige Idiosynkrasien, die nicht zu beachten empfindlich Stimmen kosten kann: Fetischisierung der Abwesenheit eines Tempolimits, weiße Tennissocken in Sandalen als Ausdruck der Ablehnung von "Oberflächlichkeiten" (in Wahrheit Verweigerung der Beschäftigung mit Ästhetik, weil diese nicht so einfach zu quantifizieren und regularisieren ist wie andere Phänomene), Schreckgespenst Inflation, horizontlose Unweltläufigkeit trotz "Land der Dichter und Denker"-Allüre, komplexer Vergangenheitskomplex usw.

Die Union als deutscheste aller Parteien fühlt all diese Dinge qua ihren Mitgliedern und ihren Vorständen sowie ihrer langen Erfahrung vielleicht eher, als dass ihre Strateg:innen sie mal auf eine Powerpoint-Folie gequetscht hätten, und kann sie so quasi intuitiv und somit sehr glaubwürdig vertreten, mal wie unter Kohl eher aus dem Bauch heraus, mal wie unter Merkel eher aus dem Kopf. Andere Parteien, die konstitutiv mehr Ziele verfolgen, als nur zu regieren, die FDP zum Beispiel "Fuck you, I've got mine" oder die Linke "Ich hasse meine Mutter, die SPD, und will alles tun, damit sie bitter leidet", und entsprechend anders gestrickte Mitglieder haben, tun sich bei dieser inneren Einfühlung bzw. diesem Facehugging à la "Alien" teils viel schwerer, weswegen es letztlich auch erst zweimal in der Geschichte der Bundesrepublik dazu gekommen ist, dass eine Unionsregierung abgewählt wurde, und erst einmal, 1998, nicht infolge eines regierungsinternen Seitenwechsels nach Querelen.

Kurz gesagt, jede Partei, die die CDU/CSU ablösen will, muss prinzipiell eine sehr gute Strategie entwickeln und fehlerlos ausführen, um diesen strukturell wie psychologisch absoluten Platzhirschen verdrängen zu können, und braucht selbst dann wahrscheinlich Rückenwind von charismatischen Persönlichkeiten und/oder außergewöhnlichen Ereignissen.

Die allgemeine globale Lage

Die Welt schmeckt den Deutschen nicht und wird es in naher Zukunft noch viel weniger, so sehr wir uns wünschen mögen, auf einer unbekannten Insel zu leben. Die Coronapandemie baut mit der Deltavariante die bisher vielleicht tödlichste Welle auf, doch selbst diese ist nur ein Vorgeschmack auf zukünftige Herausforderungen der immer vernetzteren Welt; eine zunehmend akutere Klimakrise, über die hier noch zu schreiben sein wird, verlangt eigentlich eine Mobilisierung auf dem Niveau derer für den 2. Weltkrieg, nur diesmal wirklich weltweit, für Jahrzehnte und mit viel ungewisserem Ausgang; der Niedergang des demokratischen Westens, die Abwendung Amerikas von Europa und seine Hinwendung nach Asien, die vielfältigen Querelen in der EU und der Aufstieg aggressiver und autokratischer Mächte wie China, Russland und Iran erzeugen eine unübersichtlichere, multipolarere Welt als je seit dem Fall der Mauer, in der kleine Handlungen an einem Ort unübersehbare Konsequenzen auf der anderen Seite der Erde haben können, aber Nichthandeln keine Option ist; Ungleichheit, nicht nachhaltiges Wirtschaften, die spirituelle Leere des kapitalistischen Konsum- und Überarbeitungshamsterrades usw. lassen Gesellschaften zuerst subterran unruhig und suchend werden, bis sich die Frustrationen dann jäh und überraschend z.B. im Brexit oder den Wahlen Trumps und Bolsonaros entladen; und viele weitere, oft verbundene Phänomene wie die in vielem toxische Agora der profitgesteuerten "sozialen" Medien, weitgehende gesellschaftliche Entsolidarisierung und Atomisierung, unbezahlbare Immobilienpreise, ungleichgewichtige wirtschaftliche Globalisierung usw. machen die Welt viel volatiler, unüberschaubarer und auch gefährlicher als noch im Jahr 2000. Eine vor allem auf Stabilität, Berechenbarkeit, Besitzstandswahrung und inkrementelle Veränderung (wenn überhaupt) erpichte Gesellschaft wie die deutsche steht angesichts dieser Lage emotional und geistig inhärent schlechter da als ein dynamischeres Land wie z.B. die USA. Es wäre also eine Hauptaufgabe verantwortungsvoller deutscher Politiker:innen, die deutsche Bevölkerung fitter für die Zukunft zu machen, getreu des Ausspruchs, den angeblich der verklärte Deutschenliebling Gorbatschow getan haben soll: Кто опаздывает, того наказывает жизнь (Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben).

Die spezifische deutsche Lage

Nach 16 Jahren merkelschen Verwaltens, Von-der-Substanz-Lebens, Nichts-Erklärens, absichtlichen Depolitisierens der Öffentlichkeit und vieler Schäden mehr, die diese schlechteste Bundeskanzlerin seit Kiesinger Deutschland und Europa zum Zwecke ihres Machterhalts zugefügt hat (und über die ebenfalls noch zu schreiben sein wird), steht unser Land miserabel da: die Infrastruktur marode und veraltet (all diese kollabierenden Brücken sind kein Zufall), die Bildung mit einfachen Digitalisierungsaufgaben überfordert und föderal zerwaltet, der größte Niedriglohnsektor aller EU-Hochlohnländer, eine dringend nötige tiefere EU-Integration, EU-Klimaschutz, EU-Sozialpolitik usw. zugunsten der nationalen Großindustrie unterlaufen oder gar torpediert, der deutsche Solarsektor zerstört und dem deutschen Windsektor wird auch schon das Kissen ins Gesicht gedrückt, ein international unverständliches Einnehmen einer "mittleren" Position zwischen unseren westlichen Alliierten und teils brutalsten Diktaturen wie Russland und China, astronomische Mieten usw. usf. etc. Es trifft so eine angesichts der großen Veränderungen in der Welt, die ihr von der Politik nie richtig erklärt wurden, verunsicherte und sich darum (siehe oben) umso mehr ans scheinbar Bewährte klammernde deutsche Bevölkerung auf einen immensen Reformbedarf, nur um in Zukunft überhaupt noch hörbar im Konzert der Welt mitspielen zu können, geschweige denn, es substantiell mitzugestalten. Doch als nächste(r) Kanzler(in) kommen nur in Frage:
  • Annalena Baerbock von den Grünen, die zuerst zur neuen frischen Hoffnung hochgeschrieben wurde, dann jedoch angesichts völlig erwartbarer Attacken nicht nur von konservativer Seite letztlich wegen Kinkerlitzchen wie übertriebenen Angaben in ihrem Lebenslauf und einzelnen Versprechern derart demontiert und als vermeintliche Hochstaplerin negativ definiert wurde, dass ein Comeback im Moment schwer vorstellbar erscheint. Die Grünen, die ihre Hände in den letzten Jahren im Palmolive wohlwollender medialer Berichterstattung und populärer Rezeption gebadet haben, ohne im Bund Regierungskompromisse gemacht haben zu müssen (bzw. weil), scheinen allen Ernstes geglaubt zu haben, dass die Union angesichts ihres drohenden Machtverlustes nicht alle Messer, Macheten, Kettensägen und Stockdegen hervorholen und weit unter der Gürtellinie zuschlagen würde. Dabei hat sie nur die Macht und wird diese bis zur letzten Patrone verteidigen. Die grüne Kampagne hat Baerbock, die es als Parteivorsitzende ohne Erfahrung wenigstens als Landesministerin auch unter idealen Umständen schwer gehabt hätte, glaubwürdig das dritthöchste Amt im Staate ausfüllen zu können, so ohne Not Wackersteine in den Weg gelegt, indem sie nicht mal ihren CV gegengelesen hat! Eine solche Unprofessionalität zerstört im Vorhinein das ansonsten mögliche Obama-Argument "Look at my campaign to see how I would lead", und das obwohl die Grünen, denen in diesen Fragen die höchste Kompetenz zugeschrieben wird, mit der immer akuteren Klimakrise eigentlich einen Elfmeter ins leere Tor schießen können müssten. Aber - You come at the king, you best not miss!

  • Olaf Scholz von der SPD, der eigentlich vergleichsweise solide Arbeit macht, viel Erfahrung hat, meist den richtigen Ton trifft, zuletzt nach der Flutkatastrophe, und auch hohe Kompetenzwerte zugeschrieben bekommt, sowohl absolut als auch im direkten Vergleich, aber südlich des Labskausäquators gelinde gesagt eine Charismaeinschränkung hat und Kandidat einer (meiner) Partei ist, deren Kompetenzzuschreibungen seit Jahren leider immer tiefer in den Keller rauschen. So sollte Scholz einerseits aus praktischer Notwendigkeit sagen, dass man SPD wählen soll, wenn man ihn zum Kanzler haben möchte, andererseits aber aus taktischer Notwendigkeit tunlichst verschweigen, dass er Genosse ist. Kein leicht aufzulösendes Dilemma, zumal die SPD-Kampagne zwar viele richtige Akzente setzt, jedoch weiterhin ein größeres, greifbareres und inspirierendes linkes Narrativ jenseits eines fleißigen Reparaturbetriebes unserer schlimmsten Probleme vermissen lässt (darüber werde ich auch noch schreiben).

  • Armin Laschet von der CDU, der plump, spießig, horizontlos, inkompetent, unintelligent, jähzornig, ohne Gravitas, unansehnlich und hoffärtig ist. Das Problem dabei ist, dass viele Deutsche gerade im Westen genauso sind und sich gern in ihm gespiegelt und validiert sehen, so wie sie sich auch im ähnlichen, wenngleich intelligenteren Kohl gespiegelt gesehen und ihn sie darum für 16 endlose, bleierne Jahre haben regieren lassen. So wie es ein "Polen A" westlich der Weichsel gibt - entwickelter, weltoffener, westgewandter usw. - und ein "Polen B" östlich des Flusses - ländlicher, konservativer, ostgewandter - gibt es vielleicht auch ein Deutschland A und B, nur weniger klar geographisch getrennt. Deutsche möchten in der Regel, dass ihre KanzlerInnen vom Habitus her aus Deutschland B kommen, sich jedoch als Menschen aus Deutschland A zu geben verstehen, gerade auf dem internationalen Parkett. Merkel hat dies zügig gelernt, nachdem Schröder es fast perfektioniert hatte. Kohl hat dafür länger gebraucht, aber letztlich den Mantel der Geschichte ergriffen und zumindest während der Wende und der europäischen Einigung keine allzu peinliche Figur abgegeben; vielleicht haben ihm in Gegenteil gerade seine authentischen Strickjacken und Saumägen geholfen, gute persönliche Beziehungen z.B. zu Gorbatschow aufzubauen. Bei Laschet jedoch, wie z.B. schon Kurt Beck vor ihm, fehlt jede Ahnung, dass er Deutschland A kann. Feixt und grimassiert im Hintergrund, während der Bundespräsident die Fluttoten betrauert. Wird nach maximal zwei kritischen Fragen giftig aufbrausend auf eine fiese Weise, die sich Kohl nie erlaubt hätte - er kanzelte lieber herrisch ab, was natürlich auch nicht optimal war, aber immerhin nicht so mies und klein wirkte. Versteht buchstäblich intellektuell weder u.a. für, ach ich weiß nicht, Pandemien wichtige Exponentialfunktionen noch die Natur der Klimakrise. Hat Klausurnoten gewürfelt. Ist durch Protektion von Saufkumpanen nach oben gekommen und weil es immer wieder "niemanden Besseres" (so Laschets Frau) zu geben schien, nicht hauptsächlich aus eigener Strahlkraft und Brillanz. Usw. usf. etc. Und dennoch führt seine Union in den Umfragen bequem, aus den oben genannten Gründen und weil Baerbock und Scholz bisher gepatzt bzw. noch nicht genug angegriffen haben. So fährt Laschet, wie es oft heißt, im Schlafwagen zur Macht, bequem auf den Daunen des Wissens gebettet, dass es noch ganz andere Krisen als eine Flut mit über 150 Toten braucht, um in Deutschland eine Wechselstimmung zu erzeugen. Und schließlich muss er nicht gut sein, es darf nur anscheinend oder scheinbar niemanden Besseres geben.
Die eine kann es also vielleicht, aber stolpert auf der Tartanbahn sowohl über ihre eigenen Füße als auch über die Stöcke, die von der Seite hineingeworfen werden. Der andere kann es höchstwahrscheinlich, aber schlendert gemächlich über die Bahn und hat nicht viele Fans, die ihm zujubeln. Der dritte hat nicht nur den Startblock weit nach vorne geschoben bekommen, sondern auch einen Roller, mit dem er nach Wunsch schnell vorankommen kann. Und die Zuschauer:innen sind eher leidenschaftslos, wer gewinnt, solange das Rennen nur bald vorbei ist und sie sich wieder ausgiebig dem Grillen und dem Wienern ihrer Autos widmen und die Sonne genießen können. Sie scheint wieder stark nach der Flut.

Vor der Flut.

Hochwasser in Altenahr-Altenburg am 15. Juli 2021

13.07.2021

Was hier vor sich geht

Wie versprochen, verwerte ich derzeit meine besten Einträge aus den sogenannten sozialen Medien sowie Entwürfe und Texte von anderen Orten hier wieder, um ein möglichst lückenloses Archiv und eine Referenz meiner Internetäußerungen über nun doch mehr als 20 Jahre aufzubauen. Meine Ideen sind dabei, wieder mehr Kontrolle über meine Posts zu gewinnen, statt sie Zuckerbergs oder Dorseys oft sinistren Plänen zu überlassen bzw. sie auf meiner Festplatte versauern zu lassen, die Besucher:innen meines Blogs an womöglich interessanten, inspirierenden und/oder lustigen Texten teilhaben zu lassen, die sie bisher nicht lesen konnten, und vor allem auch, durchgehende Linien sowie Evolutionen meines Denkens, Schreibens und Lebens zu erkennen und fruchtbar zu nutzen, unter anderem für die Themen, über die ich demnächst bloggen will.

Nachdem ich meine Twitter-Threads relativ schnell verarbeitet habe, weil ich dort nur seit Ende 2019 bin und, wohl dem Format geschuldet, nicht oft Längeres verfasst habe, habe ich mich nun Facebook zugewandt, wo ich seit 2007 bin.

Wird noch etwas dauern

Umm, das wird etwas länger dauern.

Teils mehrere längere Einträge pro Tag und das Jahr für Jahr, aufnehmenswerte Kommentare, nachverfolgenswerte Ideen, Schnipsel und Digressionen, kurz, Material zuhauf, Seiten über Seiten von Text, wahre Wälzer. Um eine Vorstellung zu geben: Als ich 2011 aufhörte zu bloggen, hatte Andis Soapbox fast 550 Einträge, in sieben (hauptsächlich vier) Jahren verfasst. Heute sind es mit diesem Post 578, und ich habe erst meine Facebook-Einträge bis Ende 2012 verarbeitet bzw. zu Entwürfen verschoben, was noch vor meiner intensivsten Soziale-Medien-Phase war. Ich schätze daher, dass es insgesamt 800-900 Posts gibt, die bereits über die Jahre auf meinem Mist gewachsen sind, noch bevor man die kommenden bestimmt 50-100 einrechnet, von deren geplanten Inhalten ich einige hier aufliste. 1000 Posts erscheinen also möglich; eine stolze Zahl, auf die ich auch etwas stolz bin bzw. sein werde, wenn sie kommt.

Natürlich möchte ich meine Leser:innen aber nicht monatelang auf die Folter spannen, auf neu-neue Einträge zu warten, nachdem sie fast zehn Jahre warten mussten, dass bzw. ob es hier weiterging. Daher werde ich meine Verwurstungen bestehender Texte ab und an unterbrechen und etwas Neues schreiben, auch auf die Gefahr hin, mich dann zu wiederholen bzw. noch nicht auf frühere meiner Äußerungen zum Thema verlinken zu können. Doch wozu gibt es den Edit-Button? Ich habe mich schon immer im Krieg mit Eurasien befunden.

In diesem Sinne - An meine Arbeit!

30.06.2021

Was ich bloggen will

Hier und da habe ich mich in der Vergangenheit rhetorisch, aber auch wirklich gefragt, was ich noch bloggen soll, nachdem ich nach einigen Jahren intensiven Schreibens das Gefühl gehabt hatte, alles gesagt zu haben, was ich sagen wollte und konnte. Doch nach zehn Jahren Abwesenheit, mannigfaltigen Welt- und Eigenläuften in der Zwischenzeit und bei Betrachtung so einiger unvollendeter Baustellen dieses Blogs (immerhin "Those were the days" habe ich mittlerweile zum Ende geführt) ist die Liste der Themen, über die ich meinen und belegen möchte, wieder stark angestiegen. Hier ist sie in alphabetischer Reihenfolge, und ich freue mich über jegliche Kommentare, Ergänzungen und Kritik. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit!

Update [11.07.21]: Einige neue Themen hinzugefügt.
  • Abtreibung und die rückständige Unterleibspolitik generell in Deutschland
  • Antiamerikanismus
  • Antisemitismus in Deutschland
  • Atheismus/Säkularismus/Laizismus und deren mangelhafte Umsetzung in Deutschland bzw. Decken des christlichen Klerus, selbst wenn er furchtbarste Verbrechen begeht
  • Die bröckelnde Brandmauer von Mitte-Rechts gegen ganz rechts bzw. die gefährliche ideologische Entleerung des Konservatismus bzw. aufkeimender Faschismus
  • Bundestagswahl 2021
  • Dark Enlightenment/Blackpill
  • Die "DDR" als Unrechtsstaat und die besorgniserregende Weigerung vieler Politiker:innen, sie so zu nennen
  • Politische Desillusionierung in der Covid-Pandemie
  • Der in jeder Hinsicht spektakulär gescheiterte "Krieg gegen Drogen"
  • Drohnen
  • Wie es ist, ein Elter zu sein
  • Embourgeoisement
  • Immer flachere Emotionen in Filmen
  • Die scheiternde europäische Außenpolitik, z.B. in Syrien, Libyen und Afghanistan
  • Fake News/Truthiness/Propaganda
  • Feminismus/Emanzipation für Frauen, Männer und alle anderen
  • Freiheit als einziger Grundwert
  • Die Grünen/Ökoablässe/Performative Nachhaltigkeit
  • Hass und Meinungsfreiheit im Netz
  • Katarina Witt/Opportunismus und Leben im Falschen
  • Klimakrise
  • "The Last of Us"
  • Law-and-Order-Politik bzw. übertriebene Terrorangst
  • Leben ohne Angst vor dem unvermeidlichen Tod
  • Mein Leben seit 2011
  • Libertarismus
  • Sogenannter Linksextremismus
  • Angela Merkels katastrophale Kanzlerschaft
  • Globale Moral (Ubuntu)
  • Das majestätische "nahtlose Hemd" der katholischen Lebensethik, das viele Katholik:innen heute nicht mehr verstehen
  • Nahostkonflikt
  • Deutscher Nationalpazifismus
  • Die Organisation der Ehemaligen Staats-Sicherheits-Angehörigen (GEZ)
  • Polyamorie
  • Populismus
  • Post-Kapitalismus? Capitalist Realism sensu Mark Fisher, nur noch Konsum und Arbeit als Ersatzideologien
  • Post-Privacy?
  • Eine neue, prometheische Linke
  • Prostitution und andere sexualisierte Gewalt
  • Putinismus/Das wunderliche Verhältnis vieler Deutschen zu Russland
  • "Rationalismus"/Szientismus als Irrweg einer vermeintlich logischen Weltanschauung
  • Politisches Realignment
  • Das nicht zukunftsfähige deutsche Rentensystem
  • Terrorismus/Osama bin Laden hat gewonnen
  • "Exiting the Vampire Castle"/Woke-ismus
  • Verrechtlichung von Klimazielen
  • Verfehlte Wohnungspolitik
  • Zukunft der Arbeit Reprise
  • ...

29.06.2021

Nachträgliches 1

Wie angekündigt, habe ich nun damit begonnen, meine besten Texte von anderen Plattformen hierher zu übertragen und zu den Zeitpunkten zu veröffentlichen, an denen ich sie ursprünglich verfasst hatte. Den Anfang habe ich mit Twitter gemacht. Ich habe dort unter anderem (teils auf Englisch) geschrieben über ...

Politisches Realignment an den Beispielen der britischen Wahlen 2019 und der SPD.

Die besorgniserregende Zukunft der amerikanischen Demokratie nach Trump in einem, zwei und drei Posts.

Das seltsame, unrealistische Verhältnis der SPD zu Russland.

Gedanken zur kommenden Bundestagswahl und zu offenbar immer schlechteren Politiker:innenentscheidungen.

Warum die Militarisierung der deutschen Polizei ominös und unbedingt abzulehnen ist.

Und schließlich, wie anders die Welt hätte sein können, wenn eine gewisse Monica L. nicht als Praktikantin für das Weiße Haus ausgewählt worden wäre.

22.06.2021

Chrysalis

Andi

Hi! Ich bin's, Andi. Dieses Blog heißt jetzt "Andis Soapbox Redux", von lateinisch redux für "das, was zurückkehrt", denn ich bin zurück und möchte wieder bloggen.

Ich weiß, Skepsis ist angebracht angesichts der unten zu besichtigenden Ruinen früherer Versuche, das Blog zu reaktivieren, nachdem es eigentlich schon spätestens seit 2009 in einem großen Niedergang der Postingfrequenz begriffen war, bis zu den letzten schwachen Zuckungen und vergeblichen Versuchen in den Jahren 2010 und 2011, den Leichnam zu reanimieren, die vom Rigor Mortis bereits steifen Glieder nur einmal noch zu beugen. Große Skepsis. Beim Wiederlesen und Aufräumen meiner alten Einträge taten mir am meisten meine treuen Leser:innen leid, die sich in vielen Kommentaren neue Posts wünschten, aber Woche für Woche, Monat für Monat und schließlich Jahr für Jahr bitter enttäuscht wurden. Darum möchte ich weit ausholen, um nachvollziehbar zu erklären, wie ich zum heutigen Punkt und dem Entschluss, zu versuchen, mein Blog neu zu starten, gekommen bin, und warum ich glaube und hoffe, dass der Versuch diesmal von Erfolg gekrönt sein wird.

Wirklich weit.

In die ganze Geschichte meiner Beziehung zum Internet. Die irgendwie auch die halbe Geschichte meines Lebens ist. Und damit auch die dieses Blogs. Yeah. Also holt Euch Popcorn und lehnt Euch zurück, denn ich bin jetzt alt, und es wird lang.

Archaikum

Wir tauchen also vom Olymp tief in die Nebel der Vergangenheit hinab, zuerst in die Zeit noch bevor ich mein Abitur im Jahr 1998 schrieb. Mit dem Internet kam ich zum ersten Mal regelmäßiger in Kontakt, als ich wohl im Jahr zuvor ein Referat über Napoléon Bonaparte für meinen Französisch-Leistungskurs erstellte und zur Recherche den einen Schulcomputer nutzen durfte, der ans Internet angeschlossen war. Ich schrieb fleißig Napoléon-Fakten von primitiven GeoCities- und Angelfire-Seiten ab, wälzte Bücher, machte teure Overhead-Farbkopien von so informativen wie beeindruckenden Gemälden wie "Le Sacre de Napoléon" und wurde schließlich für meine Mühen mit einer sehr guten Note belohnt. Das Internet war so damals nur eine eher statische Informationsquelle von vielen für mich, aber dennoch eine recht nützliche.

Irgendwann danach, vielleicht 1998 oder 1999, bekamen wir zuhause Internet. In ISDN-Geschwindigkeit. Auf unserem einen Desktop-Computer im Wohnzimmer. Mühsamst und fragil über DFÜ (vielleicht) installiert. Und auch nur für Deutschland vergleichsweise früh, weil mein Vater, der zuvor bei IBM gearbeitet hatte, sich nun als IT-Berater selbstständig gemacht hatte und heimischen E-Mail-Empfang brauchte. E-Mails und Besucherzähler auf Tripod-Seiten waren unsere Webwelt. Ich wiederum ging nach dem Abitur zur Bundeswehr, wo man schon über funktionierende Leitungen zum Telefonieren froh sein konnte, und suchte dabei nach einem Studium, das ich beginnen könnte. Der nach heutigen Maßstäben (hoffentlich) rückständige IT-Kurs in meiner Schule hatte mir gut gefallen, die Arbeiten am Computer interessierten mich trotz aller Frustrationen mit unseren Modems, und die Erzählungen meines Vaters klangen spannend, so dass ich mich schließlich (naiv) für Softwaretechnik an der Universität Stuttgart entschied.

Proterozoikum

Für dieses Studium brauchte ich natürlich einen eigenen Computer, den ich stolz bei einer Lidl-Aktion erstand und in seiner sperrigen Klobigkeit heimschleppte, und einen eigenen Internetanschluss, damals noch per Minute und/oder Megabyte abgerechnet. Anfangs waren noch nicht viele Studienressourcen online, aber das frühe Web faszinierte mich, so dass ich bald selbst begann, eine Homepage mit blinkenden Logos und rotierenden Zählern zu erstellen. Diese Seite ist leider nirgendwo mehr erhalten, aber aus diesen ersten Gehversuchen entstand nach kurzer Zeit meine alte Filmwebsite Moviebazaar, die heute noch online, wenn auch mittlerweile seit Jahrzehnten nicht mehr aktualisiert ist [Notiz an mich: Moviebazaar aktualisieren, noch Milch kaufen].

Der Wunsch, über Filme zu schreiben kam mir zum einen, weil ich damals wie heute Filme lieb(t)e, mindestens jede Woche ins Kino ging und mich oft über die allzu oberflächlichen, jubelnden und/oder missverstehenden Kritiken in Zeitungen und Zeitschriften ärgerte. "Das kann ich besser", dachte ich und versuchte, dieses Versprechen in am Ende über 200 Kritiken und zahlreichen Filmspecials wahr zu machen. Es half meiner Motivation, dass ich gleichzeitig viel im Usenet, vorranging in Gruppen wie de.rec.film.misc, unterwegs war, wo leidenschaftlich über Filme diskutiert und gestritten wurde. Ich habe oft gesagt, dass ich online ein Foren- und Kommentargorilla bin, 500 Pfund pure Diskussionsmuskeln, vernichtende Blicke und spitze Zähne. Zuerst dazu gestählt wurde ich in den Flamewars des Usenets. So wurde das Internet in dieser Zeit für mich zu einer Plattform der kreativen Verwirklichung wie auch zu einer des mehr oder weniger gesitteten und lehrreichen sachbezogenen Austauschs.

Ich im Internet

Persönlich war ich damals jedoch nur teilweise glücklich mit meinem mir zu theorie- und mathematiklastigen Studium (das Programmieren dagegen mochte ich und arbeitete später auch in einem Projekt mit fußballspielenden Robotern mit, wo ich auf einem Turnier bis um vier Uhr früh aufblieb, um den Bug zu finden, der unsere Kicker veranlasste, ins eigene Tor zu schießen; schließlich fand ich ihn in einer versehentlich mit Minus statt Plus weitergereichten Variablen - intrinsische Motivation for the win!) und so liebesdurstig wie mit Frauen unbeholfen, wie ich ausführlich in meiner größten Blogserie darlege. Ein Incel avant la lettre war ich vielleicht nicht, da ich Frauen eher auf Podeste heben statt abknallen wollte, aber wie ich in einigen Schlüsseleinträgen wohl nicht nur zwischen den Zeilen geschrieben habe, hätte man schon sagen können "There but for the grace of God go I". Meine Internetinhalte und mein Selbstinhalt gingen also auseinander, klafften gar.

Paläozoikum

2004 wechselte ich unter turbulenten Umständen mein Studium zur Technikpädagogik (Lehramt für Berufsschulen) mit dem Hauptfach Informatik, wofür ich einige meiner Softwaretechnikleistungen anrechnen konnte, und dem Nebenfach Politikwissenschaft, das meinen Interessen mehr entgegenkam. Im neuen Umfeld und auf dem Campus Stadtmitte, der mir bedeutend menschenfreundlicher als die stalinistisch-brutalistische Architektur des Vaihinger Hauptsitzes der Uni Stuttgart erschien, lebte ich auf und lernte bald viele neue Freunde kennen, wozu auch mein erneuertes Engagement in der Theatergruppe der Uni beitrug. Ich ließ meine Haare lang wachsen, trug experimentell Herrenröcke und knutschte und feierte viel, wofür ich auch manche Vorlesung am nächsten Morgen sausen ließ - nicht mehr wie früher aus Verzweiflung über unverständliche Inhalte und dem Gefühl, in einer dunklen Sackgasse zu stecken, sondern wegen eines handfesten Katers. Gute Zeiten.

Doch mittlerweile war mir der Drive ausgegangen, nach jedem Film gleich eine Kritik zu schreiben und auf Moviebazaar zu veröffentlichen, und ich hatte auch nicht mehr die Zeit noch die Lust, jede Woche teils mehrmals ins Kino zu gehen, zumal es mir manchmal so vorkam, als hätte ich nun jede mögliche Geschichte schon einmal gesehen. Aber mein Mitteilungs- und Ausdrucksdrang war groß, und so kam am Valentinstag 2005, in jenem Interregnum der Blogs zwischen der GeoCities-Anarchie und der mit MySpace aufziehenden Social-Media-Tyrannei, Andis Soapbox mit diesem letztlich programmatischen Eintrag in die Welt.

I entered this world on the Champs-Élysées, 1959. Sur le trottoir des Champs-Élysées. And you know what my very first words were? New York Herald Tribune! New York Herald Tribune!

Ich hatte viel zu sagen und zu erzählen und zu wüten. Warum wir mehr auf die Wissenschaft hören sollten. Warum Konsumismus nicht über innere Leere hinwegtrösten kann. Warum wohl unsere Werteentkernung und unsere Angst vor dem Tod uns so anfällig für freiheitstötende Terror"bekämpfung" machen, ein in vielen Aspekten betrachtetes Lieblingsthema dieses Blogs. Wie ich durch Deutschland fuhr, um FreundInnen zu besuchen, und was ich dabei Gutes und weniger Gutes sah. Aber auch, immer wieder und trotz der guten Zeiten, wie ich mich, wenn auch noch oft verneint, nach tiefer Liebe sehnte (mehr Links dazu im Proterozoikum). Der Zeit der Rants in den Jahren 2005 und 2006 folgte so, nachdem ich mich in Dutzenden Einträgen ausführlich über alles ausgelassen hatte, was mich störte und aufregte, etwa ab 2007 die Zeit der Sehnsucht, begleitet von sowas wie einer kopernikanischen Wende meiner Soapbox, weg vom bloßen Wüten, hin zu mehr Versuchen der Erklärung und Überzeugung. Vielleicht kein Zufall, dass ich mich zu dieser Zeit auch mehr im Hochschuldebattieren engagierte, bis hin zu einem im Nachhinein in vielerlei Hinsicht für mich sehr wichtigen Bildungsroman bei der Debattier-WM in Cork.

Für eine kurze Zeit fand ich im Jahr 2009 Liebe. Doch wie es so ist, durch Beziehung, Debattieren, Theater, das endlich nahende Ende meines Studiums und anderer Prioritäten mehr blieben mir immer weniger Zeit und Energie zum Bloggen, zumal ich wieder das Gefühl hatte, erstmal alles gesagt bzw. beschrieben zu haben, worauf ich hinweisen wollte. So degenerierte Andis Soapbox immer mehr zu einer Link- und Kurzkritikenfarm mit nur noch gelegentlichen interessanteren Lichtblicken, die dann auch meine in früheren Jahren gewonnenen, nun entwöhnten Leser:innen mehr anregten. Doch auch diese Funken konnten nicht verhindern, dass mein Blog im Herbst 2011 sein Licht aushauchte. Wie es ein Kommentierender leider treffend ausdrückte: "Boot steigt kurz an und sinkt dann wieder auf Grund". Zurück blieb erstmal Asche. Internet und Seele hatten in dieser Ära nicht mehr so geklafft, aber je mehr es meine Seele davonzog, desto weniger leuchtete hier ein Licht.

Mesozoikum

Nach meinem Abschluss als Diplom-Gewerbelehrer arbeitete ich erstmal einige Jahre als Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Berufs-, Wirtschafts- und Technikpädagogik des Instituts für Erziehungswissenschaft der Uni Stuttgart in einem Projekt zur Kompetenzentwicklung von Berufsschüler:innen. Ich debattierte um einiges härter und mehr auf dem internationalen Parkett, wo ich endlich Bester Redner in Englisch als Fremdsprache der Weltmeisterschaft 2011 wurde und in insgesamt 17 nationalen und internationalen Finals stand, von denen ich, Michael Ballack, jedoch nur wenige gewinnen konnte. Beruflich konnte ich mich weiterentwickeln, indem ich mich erfolgreich bei der Europäischen Union bewarb, wo ich nun seit 2014 beim Statistischen Amt der EU, Eurostat in Luxemburg, an Folgenabschätzungen und anderen Bestandteilen der Modernisierung der europäischen Landwirtschafts- und Fischereistatistikverordnungen arbeite. 2012 trat ich der SPD bei (zu meiner Verteidigung kann ich sagen, dass ich dafür betrunken gemacht wurde), was wenigstens den einen unabweisbaren Vorteil hatte, dass ich in dem Jahr über ParteifreundInnen J. traf. Wir heirateten 2016 mit einem sehr schönen Fest und haben 2018 und 2021 Kinder bekommen. Sehr sehr gute Zeiten.

Trotz oder wegen dieses privaten und beruflichen Glücks spürte ich, dass ich immer noch bzw. wieder einiges zu sagen hatte, und tat es nun in sogenannten sozialen Medien wie Facebook und ab Ende 2019 auch auf Twitter (mein Twitter-Handle hielt die Erinnerung an diesen Ort wach). Nachrichten, Persönliches, Politik, Religion, Debattieren, die Organisation der Ehemaligen Staats-Sicherheits-Angehörigen (GEZ), zu vielem schrieb und meinte ich und diskutierte hitzig mit FreundInnen und Bekannten in "nach unten offenen Kommentarspalten", Löchern für Zeit. Dem intimen und fruchtbaren Austausch mit wenigen Stammleser:innen meines Blogs in dessen Kommentaren folgte so ein weiter gefasster, manchmal produktiver Diskurs, auf Facebook noch sinnvoller als auf Twitter, wo man aufgrund der katastrophalen Threadnavigation oft nicht mal erkennen kann, wer gerade wem worauf antwortet, vom viel weiter und daher viel dümmer gefassten Publikum gar nicht erst zu reden.

Doch nach einigen Jahren, zumal in der Coronapandemie, die auch mich zum Innehalten brachte, und angesichts dessen, was die "sozialen" Medien für Profit an Katalyse extremer, tödlicher Denk- und Handlungsweisen fördern, traten bei mir auch auf diesen Plattformen Ermüdungserscheinungen auf. Wem gehört eigentlich, was ich schreibe? Wer kann es lesen, wenn es nur für "Freunde meiner Freunde" sichtbar ist, und wegen der Kapriziosität der Ranking-Algorithmen auch nur für einen Bruchteil davon? Und sollte ich mich nicht lieber wieder mit wenigeren, geschätzteren Diskutant:innen austauschen statt u.a. mit Selbstdenker88 und Peter Abtreibungspranger? So versiegte auch auf Facebook und Twitter mein Meinungsstrom langsam, auch wenn ich immer noch nicht weniger Meinungen hatte als früher. Meine Äußerungen und die Informationen über mein Leben auf Facebook und Twitter waren nun mit meinem tatsächlichen Sein weitgehend kongruent, aber ich fühlte mich nicht mehr mit dem Medium wohl. Ich begann, nach einem neuen Weg zu suchen, mich zu vermitteln, mit mehr Kontrolle über meine Outputs und einem hoffentlich genauer gezeichneten Leser:innen- und Gesprächspartner:innenkreis. Die Antwort lag erstaunlich nahe, ein Phönix rief.

Känozoikum

Chrysalis

Foto: VirenVaz, CC BY-SA 2.5

Die Larve verpuppt sich in der Chrysalis, und in einem Prozess der Liquefaktion wird sie erst fast ganz flüssig, bevor sie die Imago neu aufbaut und endlich als schöner Schmetterling schlüpft (Metamorphosen sind nur als Metaphern romantisch). Ich war ein verstockter Computer- und Filmnerd, bevor ich ein extravagantes drama kid und ein feurig zürnender Blogger wurde. Dann verflüssigte ich mich wieder und schlüpfte endlich als Hardcore-Debattierer und empirischer Wissenschaftler. Ich häutete mich wieder und wieder und wurde Facebook-Meinender, EU-Beamter, Ehemann und Vater, mein Embourgeoisement vielleicht zum Hohn einiger meiner früheren Ichs nun fast komplett, doch mein Glück ganz. Meine Präsenz im Internet reflektierte dabei so oder so meine Einstellungen, meine Interessen, meine Zeit und auch Moden. Und nun, mittwegs auf meines Lebens Reise, finde in Andis Soapbox ich mich wieder verschlagen.

Das Schöne an einer Seifenkiste ist, dass sie an sich nichts impliziert, was man auf ihr stehend sagen sollte, außer in bescheidener Faktizität einen erhöhten Punkt zum Sprechen anzubieten. Ich weiß nicht, wie oft ich die Zeit und die Inspiration haben werde, hier mein altes Megaphon aufzunehmen und etwas Neues zu sagen, das Leben, von dem ich mir in manchem alten Eintrag mehr gewünscht hatte, umarmt mich nun jeden Tag wie ein Grizzlybär, durchaus sehr warm und herzlich, aber die Umarmung abzulehnen wäre eine extrem schlechte Idee; zuerst werde ich, nachdem ich nun bereits alle alten Blogeinträge aufgeräumt, endlich vollständig gelabelt und meine tauglichsten Entwürfe hier und da in die Jahre eingestreut habe, in denen ich sie verfasst hatte, meine besten Texte aus Facebook, Twitter, Foren und von meinen Festplatten hier einpflegen (und Euch darauf hinweisen), um ein möglichst lückenloses Archiv und eine Referenz meiner wichtigsten Online-Äußerungen an einem Ort zu haben, sowie ein paar weitere hoffentlich erfolgreiche Schreibprojekte verfolgen, was mich noch eine Weile beschäftigt halten dürfte. Dann möchte ich manches zu Manchem sagen, das ich in den letzten zehn und mehr Jahren erlebt oder gesehen habe oder das mich schon länger beschäftigt, und danach noch zu den Dingen, die passiert sein werden, nachdem ich mit all diesen Zusammentragungen angefangen habe. Und dann - werde ich vielleicht wieder denken, dass ich nun alles gesagt habe, was ich sagen wollte, und mich womöglich neuen Ufern zuwenden, neuen Formen, in eine neue Puppe spinnen und wieder liquifizieren. Alles, was ich Euch daher anbieten kann, das einzige Versprechen, das ich geben kann, ist, als der Schmetterling, der ich heute bin, mit Euch zu fliegen, in den blauen Himmel hinein.

Aber das sicher.

In diesem Sinne: Excelsior!

22.04.2021

Warum entscheiden Politiker:innen immer schlechter?

Irgendwas scheint ganz grundsätzlich nicht (mehr) bei Entscheidungen von Politiker:innen zu stimmen, nicht nur in der Coronakrise.

Und wir müssen etwas tun, sonst wird es nur noch schlimmer.

Ich bin wohl naiv. Aber wenn ich davon ausgehe, dass Politiker:innen nicht nur gewählt werden wollen, um wiedergewählt zu werden, sondern um politisch zu gestalten, gehe ich davon aus, dass sie für Entscheidungen 1) Informationen beschaffen und 2) diese interpretieren müssen.

1) Wie beschafft man Informationen? Zum Beispiel indem man
  • Liest: Bücher, Paper, Zeitungen, Veröffentlichungen parlamentarischer wissenschaftlicher Dienste, das Internet usw.
  • Sieht: Nachrichten, Dokus, Wissenschaftssendungen usw.
  • Zuhört: Gespräche mit Expert:innen, Mitarbeitenden, Bürger:innen ...
Zum Beispiel könnte man erwarten, dass der Bundesminister für Gesundheit zu Entscheidungen über die Eindämmung der Pandemie u.a. Virolog:innen, Aerosolforscher:innen und Mediziner:innen befragt, aber auch z.B. Ökonom:innen über wirtschaftliche Auswirkungen, neue Papers liest usw. Barack Obama hat berühmterweise jeden (!) Abend einen dicken Ordner zum Lesen erhalten und dazu einen Stapel weiterer Ordner mit Hintergrundinfos und auch gelesen. Vom Präsidenten eines der wichtigsten Länder der Welt würde man nicht weniger erwarten.

Und in Deutschland? Da berichtet die Virologin Melanie Brinkmann, dass sich bei MinisterpräsidentInnenkonferenzen einige Teilnehmende nicht mal die Mühe gemacht hätten, ihr für drei Minuten (!) zuzuhören. Ein großer gesellschaftlicher Aufschrei blieb jedoch aus.

2) Fast noch wichtiger als Informationen zu beschaffen ist es aber, diese zu interpretieren. Zum Beispiel:
  • Die Seriosität der Informationen an sich beurteilen
  • Die Seriosität und die Interessen der Quellen beurteilen
  • Die Informationen gewichten, kurz- und langfristig
  • Modellierungen und Szenarien hinterfragen usw.
Eine grundlegende natur-, geistes- und sozialwissenschaftliche, aber auch u.a. kulturelle Allgemeinbildung ist dabei hilfreich, Informationen einzuordnen. Zum Beispiel:
  • Was sind die Eigenschaften von Exponentialfunktionen?
  • Wie werden Medikamente hergestellt und zugelassen?
  • Wie ist es, zu ersticken?
  • Motiviert es Menschen mehr, durch den Nebel zu stochern oder ein klares, wenn auch schweres Ziel vor Augen zu haben?
  • Wie ergeht es Gesellschaften, die ihren Politiker:innen nicht mehr vertrauen?
  • Was sind die wichtigsten Ziele des Grundgesetzes?
  • Usw.
Das muss nicht nur Buchwissen sein: Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock hat nach eigener Aussage u.a. deshalb viel Impfstoff für das Vereinigte Königreich bestellt, gegen die Empfehlung seiner Berater:innen (!), weil er zufällig gerade den Film "Contagion" gesehen hatte.

Was wären die Alternativen dazu, vor Entscheidungen 1) Informationen zu beschaffen und 2) diese zu interpretieren?
  • Ganz uninformiert zu entscheiden (Modell Trump)
  • Auf Grundlage der letzten erhaltenen oder zufällig gemerkter Informationen zu entscheiden (wieder Trump)
  • Korrupt zu entscheiden (Modell Scheuer)
  • Mal so und mal so zu entscheiden, weil man Informationen nicht interpretieren kann, z.B. keine Exponentialfunktionen versteht (Modell Laschet).
Es sollte klar sein, dass das keine guten Modelle sind, zumal in so stürmischen Zeiten.

Doch in der deutschen Politik scheint etwas grundsätzlich nicht mehr zu stimmen, denn diese vier schlechten Modelle nehmen überhand, und sinnvolle Entscheidungen wie z.B. "NoCovid" oder viel härtere Klimaschutzmaßnahmen werden nicht getroffen oder auf die lange Bank geschoben. Meine These ist nun, dass das nicht nur an Lobbygeld, Angst vor Abwahl, vermeintlich harte Entscheidungen abstrafenden Wähler:innen usw. liegt, sondern auch an schlechten Informationsbeschaffungs- und Interpretationsprozessen von Politiker:innen.

Warum ist das so? Einige Erklärungsansätze:
  • Zu viele oder zu wenige, zu homogene Berater:innen
  • Zu wenig Zeit, sich gründlich zu informieren
  • Schlechte Kenntnisse in Quellenkritik
  • Mangelnde vor allem natur- und sozialwissenschaftliche Bildung, bei Jurist:innen z.B. Iudex non calculat.
Lösungsansätze könnten so zum Beispiel sein:
  • Breiter aufgestellte Beratung
  • Lesezeit statt z.B. Besuchen beim lokalen Schützenfest
  • "Wie informiere ich mich"-Seminare für Abgeordnete
  • Mehr Repräsentant:innen mit anderen als juristischen/akademischen Hintergründen.
Und was denkt ihr?

12.04.2021

Fünf frühe Gedanken zur Bundestagswahl 2021

  1. Die Covid-Impfungen werden im zweiten und dritten Quartal durch mehr Produktion, die Einbeziehung der Hausärzt:innen usw. stark anziehen.
  2. Die Belegung der Intensivstationen wird deshalb, aber auch u.a. durch mehr Lockdown und Ferien bis zum Herbst abnehmen.
  3. Erleichterung, Feierlaune und Erschöpfung werden sich breitmachen. Ob es nach dieser Krise dann noch großen Appetit für Reformen und Umwälzung geben wird? Oder eher für eine Fortsetzung des "Weiter so" und des Nichtbehelligtwerdens mit Politik, das Merkel perfektioniert hat?
  4. Scholz ist kompetent, aber langweilig bzw. von der absteigenden SPD. Baerbock ist noch nicht mal irgendwo Ministerin gewesen. Habeck könnten die Deutschen unseriös finden. Wer bliebe dann noch übrig? Wer steht am ehesten für ein "Weiter so" als Erbe Merkels?
  5. Armin Laschets Frau hat auf die Frage, wie sie sich kennengelernt hätten, gesagt, dass sie beide "immer nach rechts und links geschaut", doch niemanden Besseres gefunden hätten. Das könnte der geheime Trick sein, mit dem Laschet zuerst NRW und dann den CDU-Vorsitz gewonnen hat. Und nun das Bundeskanzleramt?