06.02.2026
Meine Idee für eine neue Star-Trek-Serie
26. Jahrhundert. Selbst die "Heiligen" (Sisko) im Paradies Erde langweilen sich, die Föderation ist ineffektiv. Das RUS-Imperium aus dem Beta-Quadranten hat die UFP infiltriert und schürt Spaltung. Der neue Föderationspräsident zweifelt den Wert von Andoria und Vulkan für die UFP an. Eine RUS-Invasion von Bolarus IX droht die Föderation im Streit zu zerstören. Nur Kapitän Edward Jellico (benannt nach seinem berühmten Vorfahren) und die Crew der USS Fukuyama halten die Vision noch aufrecht ...
"Kapitän Jellico! Wir treffen uns wieder. Willkommen. Sie mögen Pilsner, nicht wahr? Bitte."
"Möchten Sie mich nicht erschießen? Festnehmen? Wenigstens mit dem Bier vergiften?"
"Oh Kapitän. Seit vier Jahren zu je 20 Folgen kennen wir uns, und Sie verstehen RUS immer noch nicht, verstehen mich immer noch nicht. Fast bin ich verletzt. Solche kruden Methoden, auf die Sie anspielen, sind für unsere Kultur ...widerlich. Stattdessen werden Sie feststellen, dass das Föderationshauptquartier in diesem Moment dringend versucht, Sie zu kontaktieren."
"Wieso?"
"Eine unglückliche Liaison mit einer eindeutig minderjährigen Betazoidin. Ich fürchte, Ihre Magazine und Videofeeds auf der Erde sind bereits voll davon, und sie fordern Ihren Kopf. Tsk tsk, mon capitaine."
"Aber - es ist nicht wahr! Ich habe nie- es ist eine Lüge!"
"Kapitän. Wahrheit. Lüge. Ehre. Loyalität. Solche Beschwörungen werden Sie nicht vor der wahren Macht des Universums retten. Blinder. Wut."
(Star Trek: Liberalism kehrt in Staffel 5 zurück)
To boldly go
Das ist sehr verständlich. Aber das Konzept "Neues Schiff mit neuer Besatzung reist ins Unbekannte" war mit "Enterprise" schon sehr ausgelutscht und hat nicht mehr viele Zuschauer:innen angelockt. Und dann kam NuTrek.
Erst die Filme, die zwar relativ erfolgreich waren, aber mit richtigem Star Trek - also der Erkundung der conditio humana mit dem Mittel von Science-Fiction-Serien - jenseits der Oberfläche nichts zu tun hatten. Zum einen, weil J.J. Abrams und Alex Kurtzman Trek nicht verstehen, vielleicht sogar nicht mögen, und zum anderen, weil es einfach objektiv schwer ist, diesen Kern von Trek auf die große Leinwand zu übertragen, wo eine Abfolge von Meetings in der Aussichtslounge und am Ende eine große Rede von Picard nicht so gut wirken wie in der Glotze. Nur Star Trek II, IV, VI und VIII haben es geschafft, neben passablem Trek auch gute Filme zu sein, weil sie jeweils eine Meditation über das Altern und Rache, eine lustige Komödie, eine Allegorie für das Ende des Kalten Krieges und Vergebung bzw. gute Borg-Action waren. Die anderen Filme waren entweder nur passable Streifen, aber schlechtes Trek (III, NuTrek 2009), passables Trek, aber schlechte Filme (I, IX, Beyond), oder weder gute Filme noch gutes Trek (V, VII, X, Into Darkness).
Nach den Filmen haben sich Kurtzman und seine Spießgesellen an neue Trek-Serien auf Streamingplattformen gewagt. Und was soll man sagen? Discovery ist ein Witz von polierten Oberflächen, völlig unprofessionellen Charakteren, Trek-Hirnwürmern wie Sektion 31 und totaler Richtungslosigkeit. Picard ist eine Leichenschändung dieses großartigen Charakters zu Lebzeiten. Niemand mag Starfleet Academy. Lower Decks und Strange New Worlds habe ich nicht gesehen und ich höre ganz Gutes, aber an eine komödiantische Zeichentrickserie lege ich andere Maßstäbe als an Realverfilmungen an, und "gut" bzw. "das beste NuTrek" bei SNW ist noch lange nicht "hervorragend" wie bei TNG und DS9.
Gibt es unter diesen Umständen heute Raum für ein neues, gutes Trek? Vielleicht, wenn Kurtzman gefeuert wird und die IP in die Hände von Leuten kommt, die sie verstehen und respektieren und, wohl am Wichtigsten, für das heutige Fernsehen und die heutige Welt anzupassen wissen. Ich glaube, dass Star Trek immer noch viel über die Menschheit und die Welt zu sagen hat. Dass es immer noch alte und auch viele neue moralische und ethische Probleme gibt, die durch Science Fiction gut erhellt werden können. Umso besser, wenn es dabei auch Weltraumschlachten und Romanzen mit grünhäutigen Außerirdischen gibt. Das sollte mit der Serialisierung und den hohen Budgets heutiger Fernsehserien gut kompatibel sein, warum nicht? Z.B. "Andor" war auch das wohl beste Star Wars seit der Originaltrilogie, hat das Franchise ganz frisch aufgefasst, und war doch unverkennbar Star Wars. So lautet das Motto gestern wie heute: To boldly go where no one has gone before!
15.12.2025
Friedensbrot
Deutschland hat nach 1945 "Nie wieder" absichtlich als "Nie wieder Krieg" statt richtiger als "Nie wieder Faschismus" missverstanden, um sich zum einen von seiner Schuld am Holocaust exkulpieren und zum anderen wieder der liebsten deutschen Tätigkeit frönen zu können, Moralisiererei. Dieses seit Bismarck ungebrochene "Am deutschen Wesen mag die Welt genesen" ist der geheime Hauptantrieb, manchmal in sinistrer, manchmal in weniger sinistrer Form, der deutschen Außenpolitik und des deutschen gesellschaftlichen außenpolitischen Denkens, besonders seit 1989.
"Wenn diese Ausländer doch nur sehen könnten, dass man einfach nur mehr miteinander reden, ganz fest an Frieden glauben und dafür klatschen muss, dann wird es bald Weltfrieden geben!"
Ich nenne das die deutsche Glöckchen-Theorie zum ewigen Frieden. Klatscht, dass Glöckchen lebe! In einem Märchen mag dies ja noch ganz charmant sein, aber aus dem Kopf Millionen ansonsten nominell mündiger Erwachsener? Selbst die Lage unseres Landes an der Front des Kalten Krieges zwischen 1945 und 1989 hat hier nicht zu einer nachhaltigen geistigen Reifung geführt, d.h. einer Anerkenntnis der Realitäten einer gefährlichen Welt mit diversen Akteuren, deren Interessen unseren teils diametral entgegenstehen, wogegen wir uns militärisch, diplomatisch, strategisch, politisch und mental rüsten müssen, denn si vis pacem, para bellum. Warum nicht?
Wahrscheinlich waren es der militärische und vor allem atomare Schutz durch die Amerikaner:innen und das (immerhin manchmal kompetente) Regeln der Ost-West-Beziehungen durch unsere Eliten, die diese geistigen Muskeln in der deutschen Bevölkerung haben verkümmern lassen. Dazu kam die fiese deutsche Bräsig- und Biederkeit, es sich im Bewusstsein seiner moralischen Überlegenheit (siehe oben) in seinem Wohlstand gemütlich machen zu wollen und dabei auch nicht zu hinterfragen, wie dieser Wohlstand erkauft wird. Mit dem Fall der Mauer fiel dann auch der letzte große äußere Anreiz, sich ernsthaft mit außenpolitischen Fragen zu beschäftigen, und diese korrosive Haltung fand zur Apotheose unter Angela Merkel, die sich "um alles kümmerte", indem sie schmutzige Wirtschaftsdeals mit brutalen Diktaturen schloss bzw. vertiefte.
Solange billiges Gas aus Russland kam, billiges Zeug aus China und billige Sicherheit aus Amerika, war der Deutsche in seiner Ignoranz zufrieden und konnte auf diese drei Länder und 191 weitere hinabschauen.
Allein, die Geschichte endet nie, und mit am wenigsten für Deutschland. Spätestens am 24. Februar 2022 brach Russland nicht nur in die Ukraine ein, sondern auch in die konstitutiven Lebenslügen ganzer Generationen von Deutschen. Da wagten es diese Osteuropäer:innen doch glatt, nicht der so vernünftigen deutschen Ansicht zu folgen, dass Frieden am Besten durch Ostermärsche und gemeinsames Brotbacken erreicht wird, sondern wollten ihr Territorium mit Waffengewalt verteidigen, ganz so, als gäbe es etwas, für das es sich zu leben lohne jenseits des Eigenheims, des Mercedes, Mallorcas und eines steigenden BIPs.
So wie es heißt, dass die Deutschen den Juden Auschwitz nie verzeihen werden, so werden auch viele Deutsche den Ukrainer:innen diesen Krieg nie verzeihen, der sie, die Deutschen, zu Versehrten ihrer Heuchelei, politischen Infantilität, Feigheit, Gier und Bräsigkeit gemacht hat. Dieser psychologische Groll mag auch jenseits der typisch deutschen katastrophisierenden Ängste über russische nukleare Eskalation (die man leicht entkräften könnte, wenn man sich in den letzten Jahrzehnten eben mal ein wenig mit Außenpolitik befasst hätte) für unser hamletsches Zögern bei Waffenlieferungen verantwortlich sein. Wenn das Haus des Nachbarn brennt, das Feuer auf unseres überzuspringen droht und wir viele Feuerlöscher haben, so werden wir ihm doch nur widerwillig einen aushändigen, wenn er uns einmal bloßgestellt hat.
Es bleibt die ernüchternde Erkenntnis, dass trotz all dieser geistigen Verheerungen die außenpolitische Betreuung Deutschlands durch die Westalliierten das beste war, was unserem kindischen Land passieren konnte. Wir sind nicht reif für die reale Welt. We can't handle the truth!
09.12.2025
Wie Russland Rekruten für die Ukraine gewinnt
Deutsche Russlandversteher:innen verstehen das nicht, weil für sie die durchschnittliche russische Frau Anna Karenina ist und der durchschnittliche Mann Michail Gorbatschow, aber:
- Das russische Leben selbst in den Metropolen Moskau und St. Petersburg ist relativ hart, arm und brutal; für die Peripherie gilt das vielfach stärker. Z.B. in der Oblast Omsk ist das BIP pro Kopf halb so hoch wie in ganz Russland und nur ein Viertel des Moskauers. Die für die Rekrutierung in die Armee gebotenen Summen sind also absolut transformativ und verlockend gerade für Ärmere.
- Die Wahrheit über die Bedingungen an der Front und die sehr kurze Lebenserwartung neuer Soldaten wird von den russischen Medien natürlich verschwiegen, aber die meisten Russ:innen sind auch willens, für die imperiale Ausdehnung ihres Landes zu kämpfen und zu leiden, siehe entsprechende Umfragen.
- Unter der Regierung zu leiden, keine Rechtsstaatlichkeit zu haben, gar gnadenlos vom Kreml verheizt zu werden sind historische Konstanten in Russland, mit denen sich die Bevölkerung über die Jahrhunderte psychologisch gut arrangiert hat und die sie lange durchhalten kann! Motto: "Ja der Zar knechtet uns, Что поделать? Aber wir sind groß und stark und man fürchtet uns. Und mit diesem einen Trick werde ich reich und kann dann selber knechten!"
- Auf politisch-ökonomische Ebene gehoben bedeutet das, dass die Armee ihre Rekrutierungsziele vorwiegend mit älteren, ärmeren, oft geringqualifizierten Männern aus den Provinzen erfüllen kann, die schon zuvor öffentlich marginalisiert waren (also nicht laut protestieren werden), während eventuell entstehender Arbeitskräftemangel durch Ausländer wie z.B. Inder gedeckt wird, was Putin eben erst mit Premierminister Modi arrangiert hat. Ewig kann das natürlich nicht so weitergehen, weil es irgendwann selbst von diesen Leuten nicht mehr genug gibt, aber es könnte leider lange genug weitergehen, bis der Ukraine und dem Westen die Puste ausgehen und ehe die russische Wirtschaft einknickt.
05.12.2025
So ist die Ukraine-Lage
Die Ukraine-Lage ist folgende:
- Trump sind die Ukraine und Europa ganz egal, er will nur Profit daraus ziehen oder zumindest einen Friedenspreis erhalten;
- Verschiedene Gruppen in der US-Regierung führen Kämpfe um die Gunst des dementen Königs, um ihre Sicht der Dinge durchzusetzen;
- Das Putinregime sieht keinen Grund, von seinen maximalistischen, ideologisch-imperial begründeten Zielen der Zerstörung der Ukraine und mittelbar der Idee des ganzen Westens abzuweichen, solange es sich militärisch erfolgreich glaubt und außenpolitisch kaum Opposition begegnet;
- Die EU wird so lange am Spielfeldrand stehen, solange sie nicht einig aufrüstet, russische Assets beschlagnahmt, das Unterlaufen der Sanktionen u.a. durch die Schattenflotte beendet, hybriden Angriffen besser begegnet und generell mal realisiert, dass die Lage sehr ernst ist;
- Die Ukraine ermüdet militärisch zunehmend angesichts der menschenverachtend verlustreichen, aber dadurch letztlich effektiven russischen Kriegführung, und schlingert politisch aufgrund diverser hausgemachter und internationaler Probleme.
Nein.
Man hat wissen können.
Man hat wissen müssen.
Man hat tun müssen!
01.11.2021
Götterdämmerung für den Konservatismus
Starke Scheite
schichtet mir dort
am Rande des Rheins zu Hauf!
Hoch und hell
lodre die Glut,
die den edlen Leib
des hehresten Helden verzehrt.
Nichts kommt von selbst. Und nur wenig ist von Dauer. Darum – besinnt Euch auf Eure Kraft und darauf, dass jede Zeit eigene Antworten will und man auf ihrer Höhe zu sein hat, wenn Gutes bewirkt werden soll.
Doch über den Absturz der Roten ist ein anderer Niedergang aus dem Blick geraten, der vielleicht noch um einiges dramatischer und für unsere Demokratien folgenreicher ist: jener der konservativen Mitte-Rechts-Parteien christdemokratischen Typs. Nach Höhenflügen in vergangenen Jahren, in denen sie unter anderem die fünf größten EU-Länder Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Polen regiert haben, stellen Mitglieder der Europäischen Volkspartei nach Angela Merkels Abgang gerade mal noch neun von 27 Regierungschefs der EU und keinen mehr aus West- oder Mitteleuropa (außer Österreich). Die US-Republikaner sind schon lange vor Trump immer vulgärerem und rechtsextremerem Populismus verfallen. Vertreter "illiberaler Demokratien" wie Viktor Orbán oder die polnische PiS-Partei haben die Reihen der Europäischen Volkspartei verlassen oder waren nie drin, auch wenn sie sich in Teilen auf traditionelle christdemokratische Werte berufen (haben). Die britischen Konservativen unter Boris Johnson entwickeln sich immer mehr zu einer populistisch soziale Wohltaten an Einheimische ausschüttenden und alles Ausländische verteufelnden Partei, gerade angesichts eines immer katastrophaler verlaufenden Brexits. Und nun die große Niederlage der Union unter dem Kandidaten ohne einen Funken Gravitas, Gespür oder graue Zellen, Armin Laschet, nach der Parteimitglieder schon nach "einem deutschen Sebastian Kurz" rufen (ups), Junge Republikaner (aka Trumpjugend) zu ihrer "Deutschlandtag" genannten Ansammlung von verklemmten BWL- und Jurastudenten mit Samenstau sowie hochnäsigen Pferdemädchen einladen oder gleich offen in Richtung der sogenannten Alternative für Deutschland torkeln.Was ist nur mit den Konservativen passiert? Jenen steifen Langweilern, die gegen vorehelichen Sex und Staatsschulden waren und Länder alles in allem kompetent, erhaltend und nach Westen gewendet regiert haben? Wann und warum wurden sie von einem Clownauto überholt, in dem so verschiedene und doch so ähnliche Leute wie Berlusconi, Trump, Johnson, Laschet, Kurz, der korrupte Benjamin Button Amthor und der Lügenbaron Guttenberg sitzen und das ungebremst auf einen Abgrund zurast?
Vielleicht sind sie einfach verschwunden.
Warum?
Die Konservativen haben die "Culture Wars" vernichtend verloren. Nicht einmal mehr JU-Kreisvorsitzende sparen sich noch für die Ehe auf (zumindest nicht freiwillig). Die Union denkt laut über eine Frauenquote nach. Gegen Schwule, trans Menschen und selbst viele Ausländer:innen haben auch CDU-Landräte nichts, solange sie nur brav Steuern zahlen und nicht zu "schrill" auftreten, wobei heutzutage eh manche vorgeblich extrem heterosexuelle Karnevalsveranstaltung um einiges schriller und dekadenter ist als viele queere Parties und die Steuermoral angeblicher Konservativer auch nicht mehr die beste. Kinder zu schlagen ist verpönt und sie bis zur Einschulung zuhause zu betreuen auch, was angesichts der ökonomischen Umstände der meisten Familien sowieso unmöglich oder nicht ratsam ist. Gegen "woke" angebliche Sprech- und Denkverbote regt sich einiger Widerstand, aber dieser speist sich eher aus populistischen und hitzköpfigen Alt-Right-Quellen denn aus einer wirklich konservativen Moral der Selbstentsagung, Disziplin, Sparsamkeit, geordneten Kernfamilie und untadeliger Höflichkeit. Sowas gibt es heute fast nur noch als Cosplay-Fassade z.B. eines Philipp Amthor, hinter der er wohlweislich zum einen korrupte Geschäfte macht und zum anderen versucht, in den sozialen Medien möglichst fresh zu wirken, weil er weiß, dass die Fassade allein wirklich niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlockt. Kurz, hier ist kein elektoraler Blumentopf zu gewinnen.
Die Konservativen haben sich zu sehr dem Neoliberalismus hingegeben, der ungenügend reguliert zu rohem Mammonismus degeneriert. Schielen auf Quartalsergebnisse statt langfristig vorausschauenden Wirtschaftens; Outsourcing, Asset-Light-Strategien und andere Methoden, um die kurzfristigen Unternehmensprofite zu erhöhen; die Finanzialisierung der Wirtschaft; das Forcieren einer ungezügelten Globalisierung und extremer Steuervermeidungs- und -hinterziehungsmodelle; und dergleichen letztlich politische Entscheidungen zum Handeln oder Nichthandeln mehr sind am Ende Gift für den betulichen Familienbetrieb mit einem traditionell konservativen Patriarchen an der Spitze, dessen Fabrik zwei Mittelstädte ernährt. Selbst im Grunde linke Sorgen wie sinkende Tarif- und Gewerkschaftsbindung erodieren im Wortsinne konservative, also bewahrende ökonomische, soziale und kulturelle Strukturen. Im sich so immer schneller drehenden Hamsterrad entwickeln sich Fliehkräfte, die die traditionelle Familie mit einem Alleinernährer auseinanderreißen, vorhersehbare Beschäftigungsverhältnisse mit einer goldenen Uhr und einer üppigen Betriebspension am Ende, stabile politische Verhältnisse durch limitierten globalen Wettbewerb und so weiter, alles Säulen konservativen Sentiments und entsprechender Wahlentscheidungen. Der Unwillen der Mitte-Rechts-Parteien, die Wirtschaft zu sehr zu "gängeln" bzw. sie durch Steuern und Vorschriften zu sehr zu "belasten", und ihr Dogma, dass der Markt regele, hat sie bei diesen Entwicklungen weitgehend tatenlos zusehen lassen, die nun ihre ideologische Basis so weit unterspült haben, dass sie jeden Moment zusammenzustürzen droht, was sie in vielen Ländern auch schon ist.
Und dann kommen noch weitere gesellschaftliche, historische und technische Entwicklungen hinzu, die gegen einen als moralisch aufrechte, fortschrittsskeptische, hierarchische, Bescheidenheit und Demut predigende usw. Ideologie verstandenen traditionellen Konservatismus wirken, teils vielleicht fatal: das Versterben der letzten Zeitzeugen des Faschismus; die Erosion christlicher Sündenmoral in einer immer pluralistischeren und säkulareren Gesellschaft; zunehmend ungehemmterer Konsum und Narzissmus und deren Präsentation auf immer mehr Plattformen fast ohne Schrankenwärter:innen; wachsende Individualisierung, Autoritätsskepsis und Unwilligkeit, sich und seine Bedürfnisse gleich welchen Ideen, Gruppen oder Zielen unterzuordnen; verbreiteter Wohlstand und Komfort und daraus folgend die einfache Erkenntnis, dass es viel angenehmer ist, im Diesseits dekadent zu leben, als sich für ein Jenseits aufzusparen, in dem man als höchstes Glück gerade mal als asexuelles Wesen beständig um Gott schwirren und sein Lobpreis singen kann.
Kurz gesagt, anders als die menschlichen Konstanten der Wünsche nach Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität, die der Idee des Sozialismus bzw. der Sozialdemokratie zugrunde liegen, kann es gut sein, dass die Grundlagen des traditionellen Mitte-Rechts-Konservatismus christdemokratischer Art von der Geschichte überholt worden sind, weswegen er nun in Auflösung begriffen ist. Angela Merkel konnte dies für 16 lange Jahre geschickt verschleiern, weil sie durch ihre persönlich bescheidene Art, ihr implizites Versprechen, das Chaos der bitterlichen Aushandlung widerstreitender Interessen, das demokratische Politik inhärent ist, von den Unordnung und Unsicherheit über alles fürchtenden und hassenden Deutschen fernzuhalten, indem sie den Eindruck erweckte, sie kümmere sich schon darum, und ihre extrem flexible Übernahme populärer Positionen aus der Bevölkerung oder vom politischen Gegner (die aber wie z.B. beim Atomausstiegsausstiegsausstieg nach Fukushima oder der schandhaften Libyen-Enthaltung im UN-Sicherheitsrat das Gegenteil von konservativ war) für die Union Wahl nach Wahl gewinnen konnte. Doch nun, da sie in den Sonnenuntergang reitet, geschieht auch in Deutschland, was in Amerika, Großbritannien oder Österreich bereits passiert ist: die Präpotenten kommen. Die Nasskämmer:innen. Die Selbstbereicherer:innen. Die Regressiven, die Soziopath:innen, die Mammonist:innen, die Evangelikalen und vor allem die Proto-, Krypto- und manifesten Faschist:innen. Denn das ist, was in der Hülle des vormaligen Konservatismus wie Giftpilze gedeiht, nachdem er sich über die Zeit entkernt hat oder wie von Merkel absichtlich entkernt wurde, um Wahlen zu gewinnen:
- Macht um der Macht willen, also Soziopathie, weil zu regieren und die Geschicke der Gesellschaft zu bestimmen immer schon eine wichtige raison d'être der Konservativen war
- Faschismus von Alt-Right über Botho Strauß bis zur "AfD", weil dieser attraktiv und energetisch scheinbar traditionelle Werte verkörpert
- Historisch fiktionale MAGA-Regressivität, weil sie eine Rückkehr zu alten, geordneteren Verhältnissen verspricht, in denen Männer noch Männer waren usw.
- Mammonismus, weil er scheinbar gutes Wirtschaften darstellt und/oder
- Bloßer ästhetischer Gestus aka ich bin konservativ, weil ich mein Weinglas richtig halte, weil bloßer Schein immer noch besser ist als leeres Sein.
Lockt dich zu ihm
die lachende Lohe?
Fühl meine Brust auch,
wie sie entbrennt,
helles Feuer
das Herz mir erfaßt, -
ihn zu umschlingen,
umschlossen von ihm
in mächtigster Minne,
vermählt ihm zu sein!
11.09.2021
Osama bin Laden hat gewonnen
Zu jener Zeit war ich tief in der unglücklichsten Verliebtheit meines Lebens versunken und dämmerte oft lange und traurig im Bett, ehe ich mich seufzend hinausrollte. Einmal an jenem in New York so klaren Dienstag aufgestanden, torkelte ich zum Fernseher und sah, ich glaube doch live, wie United Airlines 175 in den Südturm des World Trade Centers flog. Später traf ich mich mit Freunden bei ihnen, um gemeinsam CNN zu schauen, wie von Krieg Betroffene, die wissen möchten, wo heute die Front verläuft. Selbst von dort versuchte ich sie anzurufen, doch sie nahm nicht ab, und als ich auflegte, schaute ich neidisch und wehmütig auf einen Freund, der sich eng mit seiner Freundin zusammengekuschelt hatte, beide erschrocken und ängstlich Wolf Blitzer lauschend. Das kleinste persönliche Drama und das größte historische Ereignis seit dem Mauerfall in einem, eine solche wie außerirdische, scheinbar nicht einzuordnende Disruption der eigenen Kreise, so dass man wie blöde erstmal auf diese Kreise fixiert bleibt, weil sie, wenn auch unglücklich machend, wenigstens bekannt sind, und so doch auch am äußersten Rand noch die Wellen zu spüren, die diese Tat schlug, ist das nicht genau Terror, also Furcht, also Schrecken, also Verwirrung, wie beim Schaf, das den Wolf in seine Herde einbrechen sieht und erstmal nur glotzen kann?
Ich will mich damit natürlich nicht als ein Opfer von 9/11 hinstellen, den tatsächlichen Opfern und Held:innen ihre Ehre stehlen oder auch nur behaupten, dass sich mein Leben durch diesen Tag signifikant geändert hätte, Gott bewahre nein; nur an meinem Beispiel versuchen, begreiflich zu machen, was Terrorismus ist, was er will und kann und bewirkt. Und auch, was er nicht ist.
Viele Jahre später, 2016, fast in einem anderen Leben, habe ich mit meiner Frau auf unserer Hochzeitsreise das 9/11 Memorial & Museum besucht. Ich weinte an den Becken des "Reflecting Absence"-Mahnmals angesichts der tausenden ganz normalen Opfer, Menschen wie Du und ich, die einfach nur an einem klaren Dienstagmorgen zur Arbeit gegangen oder zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Die Hagiographie der Feuerwehrleute und Polizist:innen jedoch und Artefakte wie die "Treppe der Überlebenden" und ein beschädigter Drehleiterwagen waren zwar berührend, aber wirkten auch vage verzweifelt, ein Ringen nach Bedeutung und Narrativen im Chaos der einstürzenden Türme, eine Suche nach Orientierung und Gewissheit angesichts des buchstäblich (wie) aus dem Himmel gefallenen Terrors. Und wieder, ist das nicht die Essenz von Terror, also den Boden unter den Füßen wegzuziehen, die gefühlte Sicherheit zu zerstören, für immer namenlose Angst einzupflanzen?
Ja, Osama bin Laden ist schon mit 54 Jahren gestorben. Aber bis dahin konnte er ein nach seinen Maßstäben erfülltes und erfolgreiches Leben führen und objektiv ein epochales historisches Ereignis organisieren. Im Dezember 2001 konnte er glücklich den Amerikanern in Tora Bora entkommen und so wahrscheinlicher Folter entgehen. Seine letzten Jahre hat er mit seiner Familie, Coca-Cola und Pepsi und so vielen Videos mit Bugs Bunny und/oder großen amerikanischen Brüsten, wie er nur wollte, in einem großzügigen Neubau in einer Art Prä-Covid-Dauerhomeoffice verbracht. Wenn wir uns bin Laden im Moment seines Todes nicht als einen glücklichen Menschen vorstellen müssen, so doch mutmaßlich als einen, der mit sich im Reinen war, der im Großen und Ganzen erreicht hatte, was er erreichen wollte. Der gewonnen hatte.
Man darf nie vergessen, dass Terrorist:innen sehr schwach sind. Sie haben weder das Personal noch das Material oder die Kapazitäten, Ländern wirklich Schaden zuzufügen, das heißt zum Beispiel großflächig vitale Infrastruktur zu zerstören, Millionen Einwohner:innen tödlich zu vergiften oder eine militärische Besatzung aufrechtzuerhalten. Selbst Schwarzer-Schwan-Ereignisse wie 9/11 oder, sagen wir, die Sprengung eines vollbesetzten Parlaments können Ländern nicht ernsthaft schaden, weil diese einfach Gebäude wieder aufbauen und neue Parlamentarier:innen wählen können. Terrorist:innen können nicht direkt die Grundstrukturen, die Verfassungen, die Mentalitäten und auch die Bevölkerungen von Ländern angreifen, weil sie eben so wenige sind und so geringe Mittel haben. Ja, Terrortote sind tragisch, aber das sind infolge betrunkenen Autofahrens Getötete auch, und dort erklären wir nicht einen zwanzigjährigen "Krieg gegen den Rausch", in dem hundertmal mehr Menschen sterben als durch betrunkenes Fahren und für den wir Gesetze erlassen, dass man nur noch mit einem Polizisten auf dem Beifahrersitz losfahren dürfe.
Zu solchen Überreaktionen kommt es, weil Terrorismus indirekt doch auf unsere Grundstrukturen und Werte zielt, gleichsam über Bande. Er bricht wie der Wolf in unser Leben ein und macht uns namenlose, desorientierende Angst. In unserer Panik und unserem Trauma schlagen wir wild drauflos und vergessen uns selbst, um die Angst zu beherrschen und uns an denen zu rächen, die uns terrorisiert haben, oder zumindest an verfügbaren Sündenböcken. Und so merken wir in unserer Raserei gar nicht, dass wir mit unserer allgegenwärtigen, das essentielle Grundrecht der Privatsphäre schwer verwundet habenden elektronischen Überwachung und zunehmenden Polizeistaatlichkeit, mit unseren maximal halb durchdachten, in der Regel in Schmach und Schande endenden militärischen "Anti-Terror"-Interventionen und mit unseren Verdächtigungen und Gewalttaten gegen Muslime, aber auch z.B. Turban tragende Sikhs in unserer Mitte, genau das tun, was der Terror will. Dass wir unsere Grundrechte aufgeben und sie so als bloße Heuchelei entlarven. Dass wir unsere militärische, politische und diplomatische Stärke in ungewinnbaren Konflikten vergeuden. Dass wir unsere Gesellschaften so polarisieren, dass den Terrorist:innen das Rekrutieren viel leichter fällt: Siehst Du, in Wahrheit haben sie Dich immer gehasst. Wir aber sind für Dich da, Bruder.
Wir machen so, wenn wir dem Terrorismus auf den Leim gehen, sein Geschäft für ihn, viel besser und gründlicher, als er es je könnte. Denn Osama bin Laden wäre nie in der Lage gewesen, zum Beispiel den Patriot Act zu beschließen, die Otto-Kataloge Schilys oder die danach kommenden, unsere innere Freiheit weiter zerstörenden Gesetze. Al-Qaida hätte nie selbst so viele westliche Milliarden und Soldat:innen in Afghanistan vergraben können, wie wir es getan haben. Und 9/11 hätte uns nie so nachhaltig traumatisieren können, wie wir es selbst tun und tun, wenn wir nicht endlich unsere Angst vor dem Terror überwinden und uns darauf besinnen, wer wir sind und was wir haben, das uns nichts und niemand nehmen kann, außer wir uns selbst.
Solange wir das nicht tun, wird der große Gewinner dieses Tages, dieses elften Septembers, für immer nur Osama bin Laden sein.
01.08.2021
Klimakrise, Canto III
Per me si va ne la città dolente,
per me si va ne l'etterno dolore,
per me si va tra la perduta gente.
Giustizia mosse il mio alto fattore;
fecemi la divina podestate,
la somma sapïenza e 'l primo amore.
Dinanzi a me non fuor cose create
se non etterne, e io etterno duro.
Lasciate ogne speranza, voi ch'intrate.
Je mehr Kohlendioxid es in der Atmosphäre gibt, desto mehr erwärmt sich die Erde. Dieser sogenannte Treibhauseffekt wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts von Svante Arrhenius entdeckt und gehört zu den gesichertesten wissenschaftlichen Theorien überhaupt. Seit dem Beginn der industriellen Revolution um 1750 haben wir Menschen über 1,5 Billionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre geblasen, genug, um die atmosphärische Kohlendioxidkonzentration von 280 Teilen pro Million auf heute 417 steigen zu lassen. Dies hat bereits zu einer Erderwärmung von über einem Grad Celsius verglichen mit der vorindustriellen Zeit geführt, und wenn weltweit mit den derzeitigen Maßnahmen fortgefahren wird, könnte es zu einer Erwärmung von insgesamt um die drei Grad kommen.
Das klingt nicht nach viel. Aber wir sehen schon heute eine Zunahme von Extremwetterereignissen, Zusammenbrüche von Ökosystemen, Dürren, Waldbrände, Hitzewellen, steigende Meeresspiegel und zahllose andere Phänomene, die womöglich unumkehrbar sind, sobald sie Kipppunkte überschritten haben wie z.B. ein zu starkes Abschmelzen des Polareises. Je wärmer es wird, desto häufiger und verheerender werden diese Ereignisse werden, mit katastrophalen Folgen für uns Menschen und den Rest der Biosphäre wie massive Ernteausfälle, Wasserknappheit, verbrannte Habitate, tödliche Temperaturen, überflutete Küstenregionen, folglich massive Migrationen, Konflikte um die verbleibenden Ressourcen, Kriege; in einem Wort ein ärmeres, kürzeres und viel gefährlicheres Leben für Milliarden, für Jahrzehnte.
Das ist nun alles überhaupt nichts Neues und sollte jedem, der oder die in den letzten Jahren mal Nachrichten gesehen, gehört oder gelesen, Dokumentationen oder fiktionale Werke konsumiert oder auch nur mal mit seinen Freund:innen über mehr als den besten Grill und Bayern München gesprochen hat, geläufig sein. Die Physik ist unabweislich. Dennoch leugnen anscheinend immer noch viele, wenn nicht die meisten, diese Realitäten wenn nicht explizit, so doch implizit, weil sie bisher weder ihr individuelles Handeln noch ihr Wahlverhalten oder ihr kollektives Agieren, von einzelnen rühmlichen Ausnahmen wie Fridays for Future abgesehen, signifikant geändert haben. Ganz so, als würde sich der Planet nicht oder erst in vielen Jahren erwärmen und es nicht zu den bereits heute zu beobachtenden verheerenden Folgen kommen. Oder so, als könnten wir die kommenden Katastrophen wie in einem Film im letzten Moment durch einen Deus ex machina in Form "technologischer Lösungen" o.ä. heroisch abwenden.
Aber die Physik ist unabweislich. Überschrittene Kipppunkte sind ipso facto unumkehrbar, z.B. absorbiert ein durch Abschmelzen eisfreies Polarmeer zuviel Hitze, um noch große Eismengen bilden zu können, die in einem sich selbst verstärkenden Prozess zu wieder mehr Eis führen würden. Ausgestoßenes CO2 braucht Jahrzehnte, um seine volle Erhitzungswirkung zu entfalten. Die gängigen Schätzungen, wie viele Treibhausgase wir in welchen (sehr kurzen) Zeiträumen einsparen bzw. mit heute nicht reif und sicher skalierbaren Technologien aus der Atmosphäre ziehen müssen, um mit einer Wahrscheinlichkeit von 50-66% (!) eine als "tolerabel" geltende Erwärmung von 1,5°C nicht zu überschreiten, beziehen u.a. Kipppunkte, Rückkopplungen, durch Umweltverschmutzung derzeit noch stattfindende Erdkühlung usw. nicht ein, weil dies hochdynamische und in vielem noch nicht ausreichend erforschte und quantifizierte Phänomene sind. Und sowieso müssten wir - ohne, wie geschrieben, eher fiktive Negativemissionstechnologien - ab jetzt die weltweiten Emissionen jährlich um 15% reduzieren, um bis 2040 Klimaneutralität erreicht zu haben - eine Geschwindigkeit, die gerade einmal für ein paar Jahre in Syrien erreicht wurde. Von 2011 bis 2014.
Die. Physik. Ist. Unabweislich.
Wäre das nur in Deutschland so, könnte die Welt es noch verschmerzen.
Aber die Ziele des Pariser Abkommens sind nicht genug.
Die Länder halten diese Ziele in ihren nationalen Plänen nicht ein und versprechen bisher nur 1% Emissionssenkung bis 2030, wo 45% nötig wären (verglichen mit dem Niveau von 2010).
Und was wollen wir wetten, dass die Länder selbst die stark abgeschwächten Ziele in ihren Plänen nicht einhalten werden, wenn etwas scheinbar Wichtigeres dazwischenkommt?
Zum Beispiel ein vermeintlicher Antagonismus zwischen Klimaschutz und Wohlstand (in Wahrheit kann es ohne Klimaschutz keinen Wohlstand geben). Zum Beispiel neue Gelbwesten. Zum Beispiel übertrieben an Besitzständen klebende Wähler:innen (denen diese Besitzstände ohne Klimaschutz jedoch buchstäblich wegschwimmen, verbrennen oder austrocknen werden). Zum Beispiel, zum Beispiel, zum Beispiel. Der Beispiele finden sich viele für dieses Problem individuellen und kollektiven Handelns, das vielleicht größte Problem, dem sich die Menschheit je gegenübergesehen hat, und das darum auch die größte gemeinsame Anstrengung bräuchte, die die Menschheit je gesehen hat. Eine Anstrengung, die wenn nicht vor 30 Jahren, so doch jetzt sofort beginnen müsste, doch die nirgendwo zu sehen ist. Und die Uhr tickt immer lauter. Und wir ziehen und ziehen am Abzug des Revolvers und warten und hoffen, dass es nicht Klick macht.
Aber das wird es.
Queste parole di colore oscuro
vid' ïo scritte al sommo d'una porta;
per ch'io: "Maestro, il senso lor m'è duro."
Ed elli a me, come persona accorta:
"Qui si convien lasciare ogne sospetto;
ogne viltà convien che qui sia morta.
Noi siam venuti al loco ov' i' t'ho detto
che tu vedrai le genti dolorose
c'hanno perduto il ben de l'intelletto."


