Andi klettert aus der Luke zum Maschinenraum des Blogs. Sein Unterhemd ist mit Schweröl verschmiert, und er hält einen großen Schraubenschlüssel in der Hand. Aus der Luke hört man ein regelmäßiges Bummern.
O Hai, Ihr seid's, liebe Leser. Ich habe gerade meinen letzten Eintrag aus dem Jahr 2006 auf Vordermann gebracht, damit sind jetzt ziemlich genau zwei Drittel aller Posts verbessert und gelabelt. Mögt Ihr die Labels, oder sind sie Euch zu wenig detailliert? Ich habe auch den Eintrag vom April 2010 wiederentdeckt, über einige Computerspiele, die ich in letzter Zeit gespielt habe, doch keine Angst, ich habe seit dem Fünfjahresjubiläum meiner Soapbox nicht nur gedaddelt, wie die bald wiedergefunden werdenden Einträge zeigen werden.
Andi kratzt sich mit dem öligen Schraubenschlüssel am Kopf, wodurch eine Haarsträhne ein bisschen abstehen bleibt.
Aber Mann, diese ganzen alten Sachen wiederzulesen ist manchmal, wie ein altes Tagebuch zu öffnen. Ich war echt oft wütend, was? Naja, das ist hier Andis Soapbox und nicht "Andis Jadeparadies", wie ich in einem Schlüsseleintrag mal gewitzelt habe, obwohl letzteres nicht nur existiert, sondern vielleicht sogar reicher ist als die Soapbox, fruchtbarer, aber eben auch privater, verletzlicher; die Welt macht es mir zudem leider oft leicht, wütend zu werden, und ranten macht auch erstaunlich Spaß, probiert es mal selbst.
Aber Ihr wisst ja, sowas wie die bête noire hier ist die ewige Frage, was besser ist, für mich, für alle, für verschiedene Werte von besser, Wüten oder Erklären, Schreien oder Zuhören, Megaphon oder Hörrohr. Jenes Biest ist übrigens weitaus verschlagener und gemeiner als mein Schweinehund, den hat ein simples Orbitalbombardement zu einem kümmerlichen Schatten seiner selbst reduziert und er wiegt jetzt nur noch zehn Tonnen oder so. Bei der bête noire weiß ich manchmal nicht mal, wo ich sie suchen soll.
Andi holt eine seltsame, schon ganz vergilbte Liste aus seiner Hosentasche und streicht darauf "Das Wort 'Orbitalbombardement' in ein normales Gespräch einflechten" durch.
Aber gut, ich will Euch, heute, nicht schon wieder mit diesem Emozeug langweilen, sondern auf ein paar alte Einträge verweisen, die vielleicht des (Wieder-)Lesens wert sind. Aus dem Jahr 2005 zum Beispiel ein kleiner Rant über Wissenschaftshasser, die Wissenschaftsprodukte nutzen, Ulrike Meinhofs Brief "Eine Sklavenmutter beschwört ihr Kind", mein Plan für den Weltfrieden, eine und noch eine Bemerkung zur Hitlerei der deutschen Medien, wie ich mich auf einer Datingplattform als Leia Organa ausgab, wie ich fast bei einer Drückerkolonne angeheuert hätte, was ich von der BUNTEn halte, wie man Fußgängermengen simuliert, meine Prophezeiungen zur Zukunft der Arbeit, meine erste Erwähnung von Kapitän Ahab anlässlich eines Stadtbummels und meine Suche nach einer WG.
Im Jahr 2006 habe ich mich über NS-apologetische TV-Events wie "Dresden" und Mutterkreuzanwärterinnen wie Eva Herman, den Krieg zwischen Israel und der Hisbollah, dass ich oft für Simon Gosejohann gehalten werde, Designervaginen und natürlich über Veronica Ferres, die 10.000 Euro von mir wollte (auch hier und hier) aufgeregt. Ich bin durch Deutschland gereist, habe eine Kritik der Oper "Carmen" in Stuttgart geschrieben, den vorerst letzten Eintrag in der Serie meiner unglücklichen Nichtliebschaften verfasst (ich denke, eine, die letzte Folge kommt noch), gegen unsere Angst vor dem Terror gewettert und gegen den Pazifismus, deutsche Blogger und pseudo-nassforsche Startupgründer. Ich habe gepostet, dass Leben Sterben heißt, und, zum Abschluss des Jahres, wie man in einer Notfallpraxis einen schönen Abend erleben kann.
Andi geht wieder zur Maschinenraumluke zurück, setzt einen Fuß auf die Leiter abwärts und klettert hinunter. Bevor er ganz verschwunden ist, steckt er nochmal den Kopf aus der Luke und grinst.
Das sollte erstmal genug Lesefutter sein. Als nächstes aktualisiere ich die letzten fast 200 alten Einträge, finde die übrigen verstaubten aus den Jahren 2010 und 2011 wieder und bereite ein paar neue vor: langatmige Linksammlungen, schnippische Kritiken, politische Rants und skurrile Geschichten aus meinem Leben. Das Übliche also. Schön, dass Ihr trotzdem dabei seid!
Andi ruft "Huii" und rutscht die letzten Stufen der Leiter hinunter.
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08.10.2011
09.08.2008
Das und Dies
Bei Betrachtung von Schillers Schädel meiner letzten Einträge komme ich mir zwar langsam vor wie einer, der den Schreibtisch seines Geistes aufräumt, um wenigstens für ein kleines Pergament und den Gänsekiel wieder Platz zu finden, und die dabei gefundenen Trouvaillen, ist das jetzt ein Pleonasmus?, etwas unredlich als neue Meister- oder wenigstens Gesellenwerke verkauft, um Geld bzw. Zeit bis zur nächsten wirklichen Inspiration zu schinden, aber weil vielleicht des einen bunter Stein des anderen Rubin ist, sei's drum, und seien darum hier erneut einige kleine, linkgespickte Anmerkungen zu diesem und jenem.
Ich möchte wirklich, dass Barack Obama die US-Präsidentschaftswahl gewinnt. Wirklich sehr. Weil diese Welt eine verantwortliche, demokratische Führung mit westlichen Werten bis auf Weiteres nötig hat, und weil die USA das einzige Land sind, das sie leisten kann. China? Yeah right. Russland? Don't make me laugh, zumal ich, als ich vor einigen Tagen den Kiel für diesen Eintrag gelegt habe, noch nicht wusste, daß die Neosowjets einen Krieg in Georgien provozieren würden, aber es passt, es passt, und der Zeitpunkt ist original putinsche Perfektion. Afrika? Ach ja, da ist ja noch ein Kontinent. Südamerika oder Indien? Na, vielleicht in 50 Jahren. Schließlich Europa? Erneut, der Scheich fickt den Harem, nicht der Eunuch.
Aber Mann, ich kriege langsam wirklich sehr Angst vor der republikanischen Angriffsmaschine. Sie hat aus dem vor Redlichkeit brettsteifen Kriegshelden John Kerry fast mühelos einen sich für Orden selbst Verletzungen zufügenden, französischen Wendehals gemacht und einen folternden Lebensversager zu Gottes zweitem Sohn emporgeschrie(b)en, und jetzt ist sie dabei, den wahrscheinlich inspirierendsten Politiker seiner Generation zu Britney Spears zu machen, und nicht zur sexy Britney der Jahrtausendwende, mit der alle schlafen wollten, sondern zum Glatzkopf mit dem tödlichen Regenschirm.
Und da kann ich mir noch so sehr wünschen, die Wähler mögen diese geschmacklosen Attacken aufgeklärt durchschauen und angemessen bestrafen, sie wirken, und in einem Medienklima, das Artikel, die buchstäblich schon als Satiren im "Onion" erschienen sind, ernst meint, werden sie durch tausendfaches und tausendfaches Wiederkäuen legitimiert und validiert, bis sie schließlich zur zerstörerischen Truthiness gerinnen. Mir bleibt daher nur, auf das Können und die Kreativität Obamas und seines Teams zu hoffen, aber ich weiß auch nicht, wie sie der Wahrheit entrinnen wollen, dass man nie mit einem Schwein ringen soll, weil man dann schmutzig wird und das Schwein es genießt. Hoffen wir!
Übrigens, in McCains Werbespot kommt auch eine gewisse Paris Whitney Hilton vor, und jetzt kommt etwas, was einige Leser vielleicht schockierender finden werden als einen Mann, der sich einen Tausendfüßler in den Penis steckt, es lohnt sich auch, das ganze Blog durchzulesen, für bestimmte Werte von "lohnen":
Paris Hilton ist gar nicht so schlimm.
Ich weiß, das Video da, Ihr wisst schon, macht nicht den Eindruck, als wüsste Hilton so genau, was Sex eigentlich ist, und ihre Ubiquität, ihr Prosecco, ihre Film"rollen", ihre Musik, selbst ihre vielgehassten Füße, jaja, jaja.
Doch wenn man sich das Video da, Ihr wisst schon, nochmal anschaut, und dabei erkennt, wen darin man eigentlich hassen sollte, "I love you and can I please take off your pants" indeed, oder wenn man sich, und ich weiß, perverse Perpetuierung öffentlicher Aberrationen, aber trotzdem mal, Hiltons Liebesbriefe an Nick Carter durchliest, oder auch, wenn man sich ihre Antwort auf McCains Werbespot ansieht und dabei erkennt, dass Paris eine Erziehung genossen hat, dass sie sich im Gegensatz zu Lindsay oder Britney in ganzen Sätzen artikulieren kann, und dass sie sogar, perish the thought, ein eher schüchternes Mädchen zu sein scheint, dann kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass man es mit einer durchaus liebenswerten Person zu tun hat. Sicher, bisweilen naiv, einschüchternd geschäftstüchtig, und singen kann sie auch nicht besonders gut, aber ist das Grund, sich lachend an ihren Tränen zu weiden? Gar ihren Tod herbeizufantasieren? Hoffen wir nicht!
Aber apropos Singen, einer der Gründe, warum ich am Ende jenes Eintrages "Na, vielleicht" geschrieben habe, ist, dass ich mich erinnerte, dass ich selbst vor vielen Jahren auf eher verschlungenem Wege zur Schönheit der Oper gekommen bin, auch wenn Inva Mula-Tchakos Technik im Gegensatz zu der Paul Potts' frei von Fehlern ist. Trotzdem ist ihr "Il dolce suono" in "The Fifth Element" zu hören nicht jedermanns Einstieg in die Welt der Klassik.
Sei's drum.
Ich möchte wirklich, dass Barack Obama die US-Präsidentschaftswahl gewinnt. Wirklich sehr. Weil diese Welt eine verantwortliche, demokratische Führung mit westlichen Werten bis auf Weiteres nötig hat, und weil die USA das einzige Land sind, das sie leisten kann. China? Yeah right. Russland? Don't make me laugh, zumal ich, als ich vor einigen Tagen den Kiel für diesen Eintrag gelegt habe, noch nicht wusste, daß die Neosowjets einen Krieg in Georgien provozieren würden, aber es passt, es passt, und der Zeitpunkt ist original putinsche Perfektion. Afrika? Ach ja, da ist ja noch ein Kontinent. Südamerika oder Indien? Na, vielleicht in 50 Jahren. Schließlich Europa? Erneut, der Scheich fickt den Harem, nicht der Eunuch.
Aber Mann, ich kriege langsam wirklich sehr Angst vor der republikanischen Angriffsmaschine. Sie hat aus dem vor Redlichkeit brettsteifen Kriegshelden John Kerry fast mühelos einen sich für Orden selbst Verletzungen zufügenden, französischen Wendehals gemacht und einen folternden Lebensversager zu Gottes zweitem Sohn emporgeschrie(b)en, und jetzt ist sie dabei, den wahrscheinlich inspirierendsten Politiker seiner Generation zu Britney Spears zu machen, und nicht zur sexy Britney der Jahrtausendwende, mit der alle schlafen wollten, sondern zum Glatzkopf mit dem tödlichen Regenschirm.
Und da kann ich mir noch so sehr wünschen, die Wähler mögen diese geschmacklosen Attacken aufgeklärt durchschauen und angemessen bestrafen, sie wirken, und in einem Medienklima, das Artikel, die buchstäblich schon als Satiren im "Onion" erschienen sind, ernst meint, werden sie durch tausendfaches und tausendfaches Wiederkäuen legitimiert und validiert, bis sie schließlich zur zerstörerischen Truthiness gerinnen. Mir bleibt daher nur, auf das Können und die Kreativität Obamas und seines Teams zu hoffen, aber ich weiß auch nicht, wie sie der Wahrheit entrinnen wollen, dass man nie mit einem Schwein ringen soll, weil man dann schmutzig wird und das Schwein es genießt. Hoffen wir!
Übrigens, in McCains Werbespot kommt auch eine gewisse Paris Whitney Hilton vor, und jetzt kommt etwas, was einige Leser vielleicht schockierender finden werden als einen Mann, der sich einen Tausendfüßler in den Penis steckt, es lohnt sich auch, das ganze Blog durchzulesen, für bestimmte Werte von "lohnen":
Paris Hilton ist gar nicht so schlimm.
Ich weiß, das Video da, Ihr wisst schon, macht nicht den Eindruck, als wüsste Hilton so genau, was Sex eigentlich ist, und ihre Ubiquität, ihr Prosecco, ihre Film"rollen", ihre Musik, selbst ihre vielgehassten Füße, jaja, jaja.
Doch wenn man sich das Video da, Ihr wisst schon, nochmal anschaut, und dabei erkennt, wen darin man eigentlich hassen sollte, "I love you and can I please take off your pants" indeed, oder wenn man sich, und ich weiß, perverse Perpetuierung öffentlicher Aberrationen, aber trotzdem mal, Hiltons Liebesbriefe an Nick Carter durchliest, oder auch, wenn man sich ihre Antwort auf McCains Werbespot ansieht und dabei erkennt, dass Paris eine Erziehung genossen hat, dass sie sich im Gegensatz zu Lindsay oder Britney in ganzen Sätzen artikulieren kann, und dass sie sogar, perish the thought, ein eher schüchternes Mädchen zu sein scheint, dann kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass man es mit einer durchaus liebenswerten Person zu tun hat. Sicher, bisweilen naiv, einschüchternd geschäftstüchtig, und singen kann sie auch nicht besonders gut, aber ist das Grund, sich lachend an ihren Tränen zu weiden? Gar ihren Tod herbeizufantasieren? Hoffen wir nicht!
Aber apropos Singen, einer der Gründe, warum ich am Ende jenes Eintrages "Na, vielleicht" geschrieben habe, ist, dass ich mich erinnerte, dass ich selbst vor vielen Jahren auf eher verschlungenem Wege zur Schönheit der Oper gekommen bin, auch wenn Inva Mula-Tchakos Technik im Gegensatz zu der Paul Potts' frei von Fehlern ist. Trotzdem ist ihr "Il dolce suono" in "The Fifth Element" zu hören nicht jedermanns Einstieg in die Welt der Klassik.
Sei's drum.
26.07.2008
Ausgewählte Ärgernisse
Wann immer ich in einem Zug oder in einem Flugzeug auf eine zurückgelassene Zeitung oder Zeitschrift treffe, muss ich sie aufheben und von vorne bis hinten lesen, ob es die "Glamour" ist oder die "Bäckerblume", ich kann nicht anders, wenn man mich zu Tode foltern will, muss man nur Monitore mit ständig wechselnden Texten um mich herum aufbauen. Doch das ist okay, immerhin sterbe ich dann gut informiert.
Aber fuck, ist die "Welt" reaktionär. Fuck.
Nacktfotos von Models, Pamela und Mapplethorpe sind pornographisch. Die glücklich verheiratete Entenmutter Schiffer leidet nicht unter "Emanzipationspanik". Doch Frauen entwickeln nach Gesprächen mit ihren Freundinnen gerne lächerliche Moralpaniken.
Ach so, das war übrigens alles in einer Ausgabe. Aber aus welchem Jahr?
Apropos 1958, der "Comedian" Mario Barth hat vor kurzem 70.000 Zuschauer ins Berliner Olympiastadion gezogen.
Fuuuuuuck. Ich meine, fuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuck.
Als der Führer dort aufgetreten ist, hatte er wenigstens Niveau. Und Pointen. Und hat was Neues gesagt. Sicher, die Neuigkeiten hatten viel mit tyrannischer Weltherrschaft zu tun, und die Pointen handelten meistens von Juden und Bolschewiken oder auch mal von jüdischen Bolschewiken oder bolschewistischen Juden, und das Niveau war das aktuelle der Reichswehrtechnik, aber ist das nicht trotzdem besser, auf böse Weise sinnvoller, erfüllender, anregender, als einem Berliner Hanswurst beim Recital der ältesten Klosprüche und dümmsten Vorurteile zuzujubeln? Huhuhahaha, Schwarze und Weiße sind so verschieden! Brahahaha, wir werden uns nie verstehen! Hehehe, die fressen immer Wassermelonen!!
Disclaimer für meine Kanzlerkandidatur: Der vorhergehende Absatz stellt keine Befürwortung des "Dritten Reiches" dar. Aber eine bestimmt justiziable Verunglimpfung Mario Barths. Was ist schon ein richtiger Kanzlerkandidat ohne ein cooles Outlaw-Image?
Der hier, das ist ein Komödiant, der den Namen verdient. Nur ein Mann und ein Mikro, aber unendlich witzig, unendlich erfüllend, unendlich anregend, Weißclown und August in einem, den ganzen Widersinn und alle Unmenschlichkeit der conditio humana in nur zwei, drei Sätzen sezierend. Warum ist George Carlin gestorben, und Barth lebt??
Schließlich: Dieser Werbespot macht die Runde, und ich habe damit die Gelegenheit, wieder aktuell zu sagen, was mich am Phänomen Paul Potts stört.
Er kann nicht besonders gut singen.
Sicher, für die Amateuroper von Bath reicht es, und das soll keine Herabwürdigung sein, dieser Autor trifft beim Singstar noch nicht mal auf "Einfach" die Töne, aber Potts ist eben kein besonders guter Opernsänger, so wie die Stuttgarter Kickers auch keine erstklassige Fußballmannschaft sind, seufz. Dass das Publikum im Studio und vor der Glotze in gänsehäutige Verzückung gerät, ist daher nur zu einem Teil ihm anzurechnen, zum größeren Teil aber Puccini und Adami/Simoni, deren Töne und Worte den modernen, klassikentwöhnten Zuhörern, die etwas erstaunlicherweise selbst eine der ausgeleiertesten, unter anderem ausgiebig von einem gewissen Luciano Pavarotti bearbeiteten Arien wie "Nessun dorma" nicht zu kennen scheinen, offenbar wie Himmelsbrote schmecken.
Aber so klingt Puccini halt. Und er ist jetzt auch schon fast 84 Jahre tot, Zigarren Kette zu rauchen macht zwar eine dicke Hose, aber ein kurzes Leben. Und seine Opern und Arien wurden und werden nicht gerade selten gespielt, um es vorsichtig zu formulieren, hell, selbst das deformierte Bastardkind von Gilbert und Sullivan, also das Musical, spielt in "Miss Saigon" nur "Madama Butterfly" und in "Rent" "La bohème" nach (und das schlecht), Andrew Lloyd Webbers großzügige "Inspiration" des "Phantom of the Opera" durch "La fanciulla del West", überhaupt seines gesamten Gesamtwerks durch den Maestro nicht zu vergessen. Es ist auch nicht so, als ob das alles Geheimwissen wäre und als ob man Opern nur auf Grammophonwalzen kaufen könnte.
Was also beklatschen die Pottsfans anderes als ihre eigene Ignoranz?
Was verkauft die Telekom anderes als eine leidliche Kopie eines Monet an ein Publikum, das noch nie ein Gemälde gesehen hat, während woanders zehn Picassos verhungern?
Und muss man solche Travestien der Kulturgeschichte in der vagen Hoffnung gutheißen, dass sich ein oder zwei Kabelfernsehzuschauer einmal in ein echtes Opernhaus verirren? Sind die Mittel, solange der hehre Zweck der Kulturförderung verfolgt wird, also egal?
Na, vielleicht.
Aber fuck, ist die "Welt" reaktionär. Fuck.
Nacktfotos von Models, Pamela und Mapplethorpe sind pornographisch. Die glücklich verheiratete Entenmutter Schiffer leidet nicht unter "Emanzipationspanik". Doch Frauen entwickeln nach Gesprächen mit ihren Freundinnen gerne lächerliche Moralpaniken.
Ach so, das war übrigens alles in einer Ausgabe. Aber aus welchem Jahr?
Apropos 1958, der "Comedian" Mario Barth hat vor kurzem 70.000 Zuschauer ins Berliner Olympiastadion gezogen.
Fuuuuuuck. Ich meine, fuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuck.
Als der Führer dort aufgetreten ist, hatte er wenigstens Niveau. Und Pointen. Und hat was Neues gesagt. Sicher, die Neuigkeiten hatten viel mit tyrannischer Weltherrschaft zu tun, und die Pointen handelten meistens von Juden und Bolschewiken oder auch mal von jüdischen Bolschewiken oder bolschewistischen Juden, und das Niveau war das aktuelle der Reichswehrtechnik, aber ist das nicht trotzdem besser, auf böse Weise sinnvoller, erfüllender, anregender, als einem Berliner Hanswurst beim Recital der ältesten Klosprüche und dümmsten Vorurteile zuzujubeln? Huhuhahaha, Schwarze und Weiße sind so verschieden! Brahahaha, wir werden uns nie verstehen! Hehehe, die fressen immer Wassermelonen!!
Disclaimer für meine Kanzlerkandidatur: Der vorhergehende Absatz stellt keine Befürwortung des "Dritten Reiches" dar. Aber eine bestimmt justiziable Verunglimpfung Mario Barths. Was ist schon ein richtiger Kanzlerkandidat ohne ein cooles Outlaw-Image?
Der hier, das ist ein Komödiant, der den Namen verdient. Nur ein Mann und ein Mikro, aber unendlich witzig, unendlich erfüllend, unendlich anregend, Weißclown und August in einem, den ganzen Widersinn und alle Unmenschlichkeit der conditio humana in nur zwei, drei Sätzen sezierend. Warum ist George Carlin gestorben, und Barth lebt??
Schließlich: Dieser Werbespot macht die Runde, und ich habe damit die Gelegenheit, wieder aktuell zu sagen, was mich am Phänomen Paul Potts stört.
Er kann nicht besonders gut singen.
Sicher, für die Amateuroper von Bath reicht es, und das soll keine Herabwürdigung sein, dieser Autor trifft beim Singstar noch nicht mal auf "Einfach" die Töne, aber Potts ist eben kein besonders guter Opernsänger, so wie die Stuttgarter Kickers auch keine erstklassige Fußballmannschaft sind, seufz. Dass das Publikum im Studio und vor der Glotze in gänsehäutige Verzückung gerät, ist daher nur zu einem Teil ihm anzurechnen, zum größeren Teil aber Puccini und Adami/Simoni, deren Töne und Worte den modernen, klassikentwöhnten Zuhörern, die etwas erstaunlicherweise selbst eine der ausgeleiertesten, unter anderem ausgiebig von einem gewissen Luciano Pavarotti bearbeiteten Arien wie "Nessun dorma" nicht zu kennen scheinen, offenbar wie Himmelsbrote schmecken.
Aber so klingt Puccini halt. Und er ist jetzt auch schon fast 84 Jahre tot, Zigarren Kette zu rauchen macht zwar eine dicke Hose, aber ein kurzes Leben. Und seine Opern und Arien wurden und werden nicht gerade selten gespielt, um es vorsichtig zu formulieren, hell, selbst das deformierte Bastardkind von Gilbert und Sullivan, also das Musical, spielt in "Miss Saigon" nur "Madama Butterfly" und in "Rent" "La bohème" nach (und das schlecht), Andrew Lloyd Webbers großzügige "Inspiration" des "Phantom of the Opera" durch "La fanciulla del West", überhaupt seines gesamten Gesamtwerks durch den Maestro nicht zu vergessen. Es ist auch nicht so, als ob das alles Geheimwissen wäre und als ob man Opern nur auf Grammophonwalzen kaufen könnte.
Was also beklatschen die Pottsfans anderes als ihre eigene Ignoranz?
Was verkauft die Telekom anderes als eine leidliche Kopie eines Monet an ein Publikum, das noch nie ein Gemälde gesehen hat, während woanders zehn Picassos verhungern?
Und muss man solche Travestien der Kulturgeschichte in der vagen Hoffnung gutheißen, dass sich ein oder zwei Kabelfernsehzuschauer einmal in ein echtes Opernhaus verirren? Sind die Mittel, solange der hehre Zweck der Kulturförderung verfolgt wird, also egal?
Na, vielleicht.
23.10.2006
Carmen, Staatsoper Stuttgart, Premiere
Manchmal ist die Oper schwer zu ertragen. Der aufdringlich unnötige Pomp der Häuser. Die wie für ihre letzte Überseefahrt aufgetakelten Fregatten von Großmetzgersgattinnen und ihre ebenso geschmacklos stilbefreit gekleideten Kreditkartenbefüller. Der bleierne Mythos der achsoschweren Kunstform, nur weil man eine schiefe Note physisch eher spürt als einen falschen Gesichtsausdruck oder ein krummes Drehbuch. Und wenn schon. Die spastischen Schauspielgesten der allzuvielen Sänger, die nur Singen gelernt haben und sonst nichts. Die bis zum Schwachsinn platten Libretti. Die Mondpreise für das Programm und die Pausensnacks, die man nur aus Hunger und Geiz nicht den fachsimpelnden Kennern in ihre schwadronierenden Fratzen schmiert, die sich laufend fragen, ob "man" "das" denn "so" zeigen "müsse" und ob "die" Sängerin nicht "mal" "besser" gewesen sei. Die Buhrufe der Bürgerzombies, der untoten, entkernten Gerippe früher vielleicht existenter Tugenden, für nicht in ihren verrotteten Protogehirnen goutierte Inszenierungen.
Solange die Oper, solange das Publikum so ist, kann das neuerdings so vielgeschmähte Regietheater gar nicht überflüssig geworden sein. Es ist bei einigen ja offenbar noch nicht einmal angekommen.
Soviel als Vorrede zur eben gesehenen und gehörten Premiere von "Carmen" in der Staatsoper Stuttgart. Die Primadonna Karine Babajanian in der Titelpartie und Will Hartmann als Don José schlagen sich sehr achtbar, auch wenn sie zumindest auf mich und zumindest vorhin ein wenig müde wirkten. Umso besser Ina Kancheva als eine rührende Micaëla und Vincent Le Texier als komischer Escamillo, und die herausragende Klasse des Orchesters, diesmal unter der energischen Julia Jones, und des von Michael Alber geleiteten Chors muss man ja nicht mehr extra erwähnen. Verdient brandender Applaus für die Musikkünstler.
Viele Buhs aber für die Regie, die sich doch tatsächlich erdreistet, die Handlung aus dem gewohnten Sevilla ganz in Don Josés Inneres zu verlegen und ihn durchaus folgerichtig als passives und unsicheres Würstchen zu zeichnen, dessen aggressive und eifersüchtige Seiten von der armen Carmen zu beider Verderben hervorgeholt werden: Nur in ihrem Tod kann er sie besitzen. Mit einem ständig zwischen den Sängern herumspringenden grünen Schmürz (Christian Brey), vielen wilden Clowns, der sehr eigenwillig zurechtgebogenen Übersetzung und einem groß über dem Tor zum Hintergrund leuchtenden "Passage du désir" gerät Sebastian Nüblings Inszenierung zwar ziemlich plakativ, aber in seiner Erforschung der Psychen des gefangenen Weicheis und der zwangsfreien Zigeunerin sehr spannend und anregend. Und damit auch unendlich wichtiger, unendlich nötiger als die naive Malerei, die sich die Buher und "Bild"-Leser anscheinend so sehnlich wünschen, in starrer Angst vor dem brüllenden Miura der Realität. Aber was werfen sie auch ihre Estoques weg? Heißt es doch: Toréador, en garde! Toréador! Toréador!!
Solange die Oper, solange das Publikum so ist, kann das neuerdings so vielgeschmähte Regietheater gar nicht überflüssig geworden sein. Es ist bei einigen ja offenbar noch nicht einmal angekommen.
Soviel als Vorrede zur eben gesehenen und gehörten Premiere von "Carmen" in der Staatsoper Stuttgart. Die Primadonna Karine Babajanian in der Titelpartie und Will Hartmann als Don José schlagen sich sehr achtbar, auch wenn sie zumindest auf mich und zumindest vorhin ein wenig müde wirkten. Umso besser Ina Kancheva als eine rührende Micaëla und Vincent Le Texier als komischer Escamillo, und die herausragende Klasse des Orchesters, diesmal unter der energischen Julia Jones, und des von Michael Alber geleiteten Chors muss man ja nicht mehr extra erwähnen. Verdient brandender Applaus für die Musikkünstler.
Viele Buhs aber für die Regie, die sich doch tatsächlich erdreistet, die Handlung aus dem gewohnten Sevilla ganz in Don Josés Inneres zu verlegen und ihn durchaus folgerichtig als passives und unsicheres Würstchen zu zeichnen, dessen aggressive und eifersüchtige Seiten von der armen Carmen zu beider Verderben hervorgeholt werden: Nur in ihrem Tod kann er sie besitzen. Mit einem ständig zwischen den Sängern herumspringenden grünen Schmürz (Christian Brey), vielen wilden Clowns, der sehr eigenwillig zurechtgebogenen Übersetzung und einem groß über dem Tor zum Hintergrund leuchtenden "Passage du désir" gerät Sebastian Nüblings Inszenierung zwar ziemlich plakativ, aber in seiner Erforschung der Psychen des gefangenen Weicheis und der zwangsfreien Zigeunerin sehr spannend und anregend. Und damit auch unendlich wichtiger, unendlich nötiger als die naive Malerei, die sich die Buher und "Bild"-Leser anscheinend so sehnlich wünschen, in starrer Angst vor dem brüllenden Miura der Realität. Aber was werfen sie auch ihre Estoques weg? Heißt es doch: Toréador, en garde! Toréador! Toréador!!
08.10.2006
Tosca
Man kann diese Oper ja gar nicht kaputtmachen. Mord, Selbstmord, Raserei, Revolution, Puccini ... Über den wie für Tenöre anscheinend üblich maximal 1,30 m hohen Cavaradossi (Ki-Chun Park), damals waren die Menschen doch alle kleiner, kann man noch genauso hinwegsehen wie über die eher plumpe und wenig attraktive Tosca (Francesca Scaini), vielleicht ist sie nur deshalb so eifersüchtig, weil sie, immer verlacht, nie Liebe gekannt hat und nun manisch, panisch fürchtet, wieder allein zu sein, nur sie und ihre süße, süße Schokolade? Wenn man die Augen schließt, geht es ganz gut, auch weil Opernsänger aus Tradition keine Kurse für ihr Schauspiel zu belegen oder es im Multiplex abzuschauen scheinen, was der einzige Nachteil der zweiten Sitzreihe ist. Das Orchester unter dem exzellenten Constantinos Carydis jedenfalls leistet Hervorragendes, und die Sänger auch, wie immer.
Aber warum wuchert die Oper nicht mit diesen Pfunden? Warum ist die Inszenierung so kreuzbrav konventionell, komplett mit zeitgenössischen Kostümen, dass sie fast wieder hinten als Ironie herauskommt? Obwohl sich in "Tosca" doch geradezu banal offensichtliche Interpretationen anböten, Scarpia als Schäuble, Angelotti als al-Masri, oder Tosca als Marilyn, Cavaradossi als Miller ... Stattdessen trägt er, goddammit, sogar eine Weste! Hat das etwas mit der Heidenreich zu tun, der Hohepriesterin des Trivialen, des Erzengels der Reaktion, der Abgöttin des Ignorance is Strength? "Lasst uns doch einfach mal genießen", indeed! Gefühl statt Verstand. Instinkt statt Überlegung. Herde statt Kunst. Es hängt wohl wirklich alles zusammen. Ob Teisiphone auch heiser wird?
Aber warum wuchert die Oper nicht mit diesen Pfunden? Warum ist die Inszenierung so kreuzbrav konventionell, komplett mit zeitgenössischen Kostümen, dass sie fast wieder hinten als Ironie herauskommt? Obwohl sich in "Tosca" doch geradezu banal offensichtliche Interpretationen anböten, Scarpia als Schäuble, Angelotti als al-Masri, oder Tosca als Marilyn, Cavaradossi als Miller ... Stattdessen trägt er, goddammit, sogar eine Weste! Hat das etwas mit der Heidenreich zu tun, der Hohepriesterin des Trivialen, des Erzengels der Reaktion, der Abgöttin des Ignorance is Strength? "Lasst uns doch einfach mal genießen", indeed! Gefühl statt Verstand. Instinkt statt Überlegung. Herde statt Kunst. Es hängt wohl wirklich alles zusammen. Ob Teisiphone auch heiser wird?
10.07.2005
Idomeneo
...in der Staatsoper Stuttgart ist ein furchtbarer Langweiler. Zehn Meter hohe blaue Wände als einzige Kulisse schieben sich ständig hin und her und vor und zurück und in- und auseinander, bis sich endlich die gesanglich zwar meistens mittelgroßen, schauspielerisch aber bisweilen zwergenkleinen Spieler (ganz schlimm: Johan Weigel, ein typischer 1,50 Meter großer Tenor mit vollgepumpter Torerobrust, Resonanzkammer im Oberschädel, brettblödem Blick und maximal eineinhalb szenischen Gesten) völlig darin verlieren und der Zuschauer in einen schrecklich unruhigen Schlaf fällt. Meiden!
Nicht so gekonnt gesungen, aber sehr sympathisch ist der kürzlich gesneakte, mit 138 Minuten erstaunlich kurz(weilig)e Bollywoodfilm "Saathiya" mit einer umwerfenden Rani Mukherjee, die in unbewegten Bildern leider nicht ganz so gut zur Geltung kommt, einem (unfreiwillig?) komischen, aber liebenswerten Vivek Oberoi und natürlich auch einem Cameo von Shahrukh Khan. Ebenfalls empfehlenswert sind die herrlich realistischen, also düsteren "Batman Begins" mit dem unschlagbaren Christian Bale und, tatsächlich, "War of the Worlds", zumindest in allen Szenen, deren Schwerpunkt nicht auf Tom Cruise liegt, oder wenn man einfach nicht auf ihn achtet, den alten scientounlogischen Irr-
Doch noch ein geltendes Foto gefunden!
Nicht so gekonnt gesungen, aber sehr sympathisch ist der kürzlich gesneakte, mit 138 Minuten erstaunlich kurz(weilig)e Bollywoodfilm "Saathiya" mit einer umwerfenden Rani Mukherjee, die in unbewegten Bildern leider nicht ganz so gut zur Geltung kommt, einem (unfreiwillig?) komischen, aber liebenswerten Vivek Oberoi und natürlich auch einem Cameo von Shahrukh Khan. Ebenfalls empfehlenswert sind die herrlich realistischen, also düsteren "Batman Begins" mit dem unschlagbaren Christian Bale und, tatsächlich, "War of the Worlds", zumindest in allen Szenen, deren Schwerpunkt nicht auf Tom Cruise liegt, oder wenn man einfach nicht auf ihn achtet, den alten scientounlogischen Irr-
Doch noch ein geltendes Foto gefunden!
18.04.2005
Kunst
Sehr empfehlenswert: "Meisterklasse". Ich wußte gar nicht, wie schön "Recondita armonia" ist.
Bedingt empfehlenswert: "Million Dollar Baby". Ich wusste gar nicht, wie klischeehafte Filme Clint Eastwood drehen kann.
Vielleicht empfehlenswert: "Vanity Fair", "Kinsey" und "Hotel Rwanda". Mal sehen.
03.04.2005
Kulturabend
Ich war in einer etwas affig videokünstlerisch aufgepeppten und mit lauter peinlich Besoffene spielenden Akteuren besetzten, aber sängerisch durchaus ordentlichen "Zauberflöte" und zur zweiten Fantasy Filmfest Night in Katsuhiro Otomos "Steamboy", der angeblich fast zehn Jahre in der Mache war, was zwar für die faszinierenden Bilder erstaunlich einfallsreicher Steampunk-Maschinen stimmen mag, dem Plot aber mindestens neun Jahre, elf Monate und dreißig Tage zuviel Ehre antut. Es sei denn, Otomo hat die Serviette erst letztes Jahr hinter seinem Wäscheschrank wiedergefunden.
18.03.2005
Now playing
Anna Netrebko - Sempre libera.
Dieser zum Weinen brillante, um ein Haar mit mir den Geburtstag teilende, 1971 in Krasnodar geborene Sopran ist sehr großartig, aber dennoch dürfte es des plumpen Hypes für meinen Geschmack ruhig ein wenig weniger sein. Oder bedeutet dieser Absatz aus dem "San Francisco Chronicle", stolz auf Netrebkos Homepage zitiert, ...
Siehe als Beweisstück B auch ...
Moment, habe ich den letzten Satz jetzt gedacht oder geschrieben?
Dieser zum Weinen brillante, um ein Haar mit mir den Geburtstag teilende, 1971 in Krasnodar geborene Sopran ist sehr großartig, aber dennoch dürfte es des plumpen Hypes für meinen Geschmack ruhig ein wenig weniger sein. Oder bedeutet dieser Absatz aus dem "San Francisco Chronicle", stolz auf Netrebkos Homepage zitiert, ...
Here is a singer who simply has it all: A voice of astounding purity, precision and scope, extensive dynamic and tonal range, imagination, insight and wit -- all combined with a dazzling charisma that makes it all but impossible to look away when she is performing.
...in all seiner vornehm verschleiernden Wortgewalt nicht einfach "Diese geile Schnitte würde ich noch auf der Bühne bumsen"?Siehe als Beweisstück B auch ...
Moment, habe ich den letzten Satz jetzt gedacht oder geschrieben?
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