21.03.05

Lange Nacht der Museen

Sehr empfehlenswert.

Abgesehen von einer überraschenden und verstörenden Foto- und Videoausstellung von Körperbildern, einer farbenreichen Comickunstgalerie unter anderem mit Werken von Roy Lichtenstein, einer bedrückenden Informationstafelserie zu weltweiten "Ehren"morden an Frauen und dem Theodor-Heuss-Haus haben meine Freunde und ich auch die neue Stuttgarter Synagoge besucht, in der der freundliche Württemberger Landesrabbiner Netanel Wurmser den zahlreichen Besuchern die Grundlagen seiner Religion erklärte. Auch wenn die Visite sehr interessant und der Höhepunkt des Abends war, war ich wie schon nach meiner Besichtigung der Synagoge in der Oranienburger Straße in Berlin vor einigen Jahren traurig und wütend: Warum müssen sich jüdische Gotteshäuser auch sechzig Jahre nach dem Ende des deutschen Wahnsinns in unauffälligen Reihenhäusern verstecken und von bulligen Sicherheitsleuten und abgeordneten Polizisten bewacht werden? Besser wär's, sie stünden monströs und unübersehbar mitten in der Fußgängerzone, und neben ihnen riesige Kirchen und Moscheen! Ja ja ja, aber ein Atheist wird doch wohl noch träumen dürfen ...

P.S.: Wie hindert man diese Kippa nur am Hinunterfallen? Ich mußte ja froh sein, nicht vor den Augen des Rebbe von einem Blitz erschlagen zu werden!

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