03.11.06

Wiedergutmachung

Ein leider nicht online gestellter "Zeitläufte"-Artikel mit einem weiteren Kapitel in der unendlichen Geschichte der Mordvergewaltigung Afrikas durch Europa, diesmal über Leopolds II. blutrot fließenden Kongo und William Henry Sheppard, einen amerikanischen Missionar und Helden, der die Vernichtung der Schwarzen dokumentierte und erstmals fotografierte. Am Ende des Artikels aber dies:

Heute sind die Belgier in den Kongo zurückgekehrt - als Teil der Europäischen Union, die das völlig ruinierte Land wiederaufbauen und Wahlen absichern will. Man kann das auch als einen Versuch der Wiedergutmachung betrachten.

Nein. Oh nein, Baby. Oh nein.

Wiedergutmachung ist es, wenn wir unsere Haustüren einschlagen und die Schädel unserer Männer spalten und ihre Hände abhacken und ihre Schwänze. Wenn wir unseren Frauen die Zähne zertrümmern und sie vergewaltigen. Wenn wir unseren Kindern die Gesichter eintreten und ihre noch warmen Leichen fressen, schmatzend auffressen. Das ist ein Versuch der Wiedergutmachung. Alles andere ist Hohn.

Kommentare:

  1. Wieso geilst du dich an diesem Begriff so auf, scheinbar ist es ja eine Bezeichnung des Zeit-Autors und nicht der belgischen Regierung. Auch der rhetorisch minderbegabteste Politiker würde das nicht als Wiedergutmachung etikettieren, kein Publikum akzeptiert nachträgliches "wiedergutmachen" von Mord und Ausbeutung .(Schon gar nicht das aufwiegen von Mord gegen Mord, wobei man da auch bei westlichen Kulturen Abstriche machen muss) Wie man diese Operation auch immer bewerten und bezeichnen mag, die Hände in den Schoß zu legen (oder um in deinem so liebgewonnen Stil zu blieben, selbstzufrieden masturbieren) ist keine Hilfe

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  2. Manchmal würde ich wirklich gerne wissen, wer sich hinter den Kommentaren zu meinen Einträgen verbirgt. Ob es immer dieselben Leute sind? Ständig wechselnde? Oder mal so, mal so? Wem soll ich denn so für liebe Wünsche oder gute Kritik danken?

    Richtig, die Wortwahl der Autorin hatte mich aufgeregt und damit den Eintrag getriggert, so läuft meine Seifenkiste. Und auch richtig, nichtstuend zu wichsen ist keine Hilfe, und entsprechend finde ich den europäischen Kongo-Einsatz sinnvoll, richtig und dringendst geboten, auch wenn er völlig ohne Plan, Taktik und Strategie abläuft. Aber jeder Ansatz der Selbstbewunderung, des Klopfens auf die eigene Schulter, jedes kleinste Wort aus europäischem Munde muß hier nach meinem Gefühl unterbleiben. Der Mörder bitte stumm um Vergebung.

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