02.06.2007
Pride and Prejudice
Wieso hat mir in meinem bald 28-jährigen Leben eigentlich nie jemand gesagt, wie absolut großartig Jane Austen und ihr Meisterwerk sind? Sie rühmen, hieße einen Wodka in Lindsay Lohan schütten bzw. Eulen, Athen usw., darum beschränke ich mich auf das Lobpreis der folgenden eleganten Beobachtung, die so wahr wie glasklar ist und über die noch hier und da zu bloggen sein wird:
If gratitude and esteem are good foundations of affection, Elizabeth's change of sentiment will be neither improbable nor faulty. But if otherwise, if the regard springing from such sources is unreasonable or unnatural, in comparison of what is so often described as arising on a first interview with its object, and even before two words have been exchanged, nothing can be said in her defence, except that she had given somewhat of a trial to the latter method, in her partiality for Wickham, and that its ill-success might perhaps authorise her to seek the other less interesting mode of attachment.
Jane, Du verstehst mich!30.05.2007
Now playing 2
(Hier Teil 1).
Hole - Live Through This.
Was für ein Leben muss man führen, um eine solche Stimme zu bekommen?
Was für ein Leben muss man führen, um eine solche Stimme nicht zu bekommen?
Und was ist wünschenswerter?
Hole - Live Through This.
Was für ein Leben muss man führen, um eine solche Stimme zu bekommen?
Was für ein Leben muss man führen, um eine solche Stimme nicht zu bekommen?
Und was ist wünschenswerter?
27.05.2007
Montserrat Caballé
Sie hat das Gesicht und das Gewicht der späten Montserrat Caballé, doch als sie ihren Mund öffnet, ertönt kein vollkommener Sopran und kein göttliches Pianissimo, sondern eine reibende Stimme, deren natürlicher Ton der der fortwährenden Empörung ist, der der ständig Geschmähten. Nur der rattengleiche Fifi, den sie tatsächlich in die Praktikumsnachbesprechung mitgenommen hat, ist ihr Vertrauter und Freund.
Wäre ich ein Wolf, würde ich diese Schanden der Canidae mit Lust totbeißen.
Es heißt, dass in jedem dicken Mädchen ein dünnes Mädchen und viel Schokolade stecken, aber in dieser Caballé nimmt den allermeisten Platz eine sich selbst überwichtig nehmende Lästertante und unterrespektiert fühlende Renommistin ein. Sie erzählt endlose Schreckensgeschichten von den zahllosen Katastrophen in ihrem Praktikum, wie ihr Betreuer sie vor versammelter Klasse bloßstellte und wie sie und ihre Schützlinge buchstäblich vor verschlossenen Türen standen, und in der Mitte ihrer dritten Passionsgeschichte stehe ich auf und brülle, dass sie verdammt noch mal endlich von ihrer selbstgebauten Klagemauer zurücktreten und der Welt mal zeigen soll, warum sie die gute Behandlung verdient hat, die sie sich wünscht, dass es immer so zurückschallt, wie man hineinruft, und dass sie diesen verdammten Köter zum Teufel jagen und sich einen wirklichen Freund suchen soll, einen, der sie herausfordert und keinen gottverdammten winselnden Welpen, den ich am liebsten eigenhändig erwürgen würde, wenn das sie nur aufrütteln würde, aufrütteln und aufwecken.
Ich setze mich mit rotem Kopf und Schaum vorm Mund, doch alle klatschen, und der Dozent klebt ein Sternchen auf meinen Schein und zeigt mir den "Daumen hoch".
Schade, dass es in Wirklichkeit nur halb so wahr.
Wäre ich ein Wolf, würde ich diese Schanden der Canidae mit Lust totbeißen.
Es heißt, dass in jedem dicken Mädchen ein dünnes Mädchen und viel Schokolade stecken, aber in dieser Caballé nimmt den allermeisten Platz eine sich selbst überwichtig nehmende Lästertante und unterrespektiert fühlende Renommistin ein. Sie erzählt endlose Schreckensgeschichten von den zahllosen Katastrophen in ihrem Praktikum, wie ihr Betreuer sie vor versammelter Klasse bloßstellte und wie sie und ihre Schützlinge buchstäblich vor verschlossenen Türen standen, und in der Mitte ihrer dritten Passionsgeschichte stehe ich auf und brülle, dass sie verdammt noch mal endlich von ihrer selbstgebauten Klagemauer zurücktreten und der Welt mal zeigen soll, warum sie die gute Behandlung verdient hat, die sie sich wünscht, dass es immer so zurückschallt, wie man hineinruft, und dass sie diesen verdammten Köter zum Teufel jagen und sich einen wirklichen Freund suchen soll, einen, der sie herausfordert und keinen gottverdammten winselnden Welpen, den ich am liebsten eigenhändig erwürgen würde, wenn das sie nur aufrütteln würde, aufrütteln und aufwecken.
Ich setze mich mit rotem Kopf und Schaum vorm Mund, doch alle klatschen, und der Dozent klebt ein Sternchen auf meinen Schein und zeigt mir den "Daumen hoch".
Schade, dass es in Wirklichkeit nur halb so wahr.
Ich hasse es ...
...wenn man mir zuvorkommt und zum Beispiel einen Wikipediaanfall besser bebildert, als ich ihn je beschreiben könnte, oder die ultimative Reinhold-"Herr Hitler, wie haben Sie sich da gefühlt, als sie diese Juden ausmerzen mussten?"-Beckmann-Parodie schreibt, bevor ich dazu komme. C'est la vie!
22.05.2007
Vielleicht
Dieser Tage vor 37 Jahren ist mein Vater W. aus Rumänien geflohen, das sich damals von Teilen von "1984" nur dadurch unterschied, dass letzteres ein Buch ist. Er wusste nicht, ob er seine Eltern, seine Schwestern und seine Freunde je in seinem Leben wiedersehen, ob sein Diplom hier auch nur einen Tag gültig sein und wie die Geheimpolizei ihn und seine Nächsten drangsalieren würde, und als er endlich in der Schweiz ankam und die Berge sah, hatte er nur zehn Dollar in der Tasche. Wer weiß, vielleicht hat er selbst die coole Sau aus seinem Dorf vermisst, die eigenhändig einen Wolf erwürgt hatte.
Und trotzdem ist mein Vater geflohen.
Mein Vater, der, und Papa-ist-der-Beste-Bonus schon abgezogen, einer der gebildetesten und intelligentesten Menschen ist, die ich kenne, ist auch für den Dritten Golfkrieg oder wenigstens für die dadurch bewirkte Ab- und Festsetzung Saddam Husseins und seines Regimes. Und auch wenn eine Meinung durch die Person, die sie äußert, weder falscher noch richtiger wird, gibt das zu denken.
Ich, und Ich-bin-der-Beste-Bonus schon abgezogen, weiß mehr über die Menschen- und Verfassungsverachtung und absolute innen- und außenpolitische Korruption der Regierung Bush als grob geschätzt so gut wie alle Deutschen und Europäer. Valerie Plame, Halliburton, Yellowcake, Kenny-Boy, Armstrong Williams, Tom DeLay, AWOL Bush, General Miller, Jeff Gannon, Walter Reed, Diebold, PDB 8/6/2001, "slam dunk", "I don't recall", "heckuva job", TIA, NSA, WTC-EPA, you name it, und ich weiß sicher darüber Bescheid, habe höchstwahrscheinlich darüber gelesen und vermutlich auch Videos davon gesehen, beim leider, leider von uns gegangenen Billmon, Kos, Orcinus, This Modern World, MyDD, Atrios, AMERICAblog, C-Span, der Daily Show, der NYT oder der WaPo und manchmal selbst bei Instapundit, Malkin oder Powerline, nur um zu erfahren, was die neofaschistische Rechte davon hält. Ich sage ohne Bescheidenheit, aber auch ohne Überheblichkeit, dass ein typischer Europäer in mindestens neun von zehn Fällen noch nicht einmal von dem haarsträubenden Skandal gehört hat, über dessen pfeilgenau zutreffende Parodie beim absolut genialen Jon Stewart und seinem Team ich gerade lache.
Und trotzdem halte ich die USA für die beste Macht, die der Welt passieren kann.
Das alles heißt noch immer nicht, dass meine Meinung richtiger ist als die der anderen, ich weiß längst nicht alles, vielleicht haben die Paceflaggenschwenker Zugang zu Informationsressourcen, von denen ich nur träumen kann, Wissen ist nicht Verstehen, vielleicht sind die Böserbushbrüller wahre Titanen der Geistesmacht, und ich bin nur ein kleiner Wurm, und vielleicht bin ich im Gegensatz zu den in Millionen gegen von den USA geführte Kriege demonstrierenden individuellen Freigeistern auch nur ein wie ein Schaf verblendetes Papasöhnchen, obwohl ich Saddam nicht abgesetzt und Vietnam 2.0 sehr gerne vermieden hätte.
Aber vielleicht heißt demokratische Transparenz, dass mehr Skandale aufgedeckt werden als im so sicheren wie skandalfreien Nordkorea.
Vielleicht heißt demokratische Rechenschaft, dass die Korrupten früher oder später ihre Stühle räumen müssen, statt sie wie in Putinland zu Festungen auszubauen.
Vielleicht gibt es doch ein eher gutes Team, trotz all seiner Fehler, und ein eher böses, und vielleicht kann man das auch ohne viel Wissen instinktiv spüren, Yankee go home, but take me with you usw.
Vielleicht sind Menschen ohne diesen Instinkt nicht nur naiv, sondern auch gefährlich, und vielleicht sollte man sie zurückbeißen, bis die Kiefer müde werden und blutig.
Und vielleicht ist Freiheit doch Opfer wert.
Vielleicht.
Und trotzdem ist mein Vater geflohen.
Mein Vater, der, und Papa-ist-der-Beste-Bonus schon abgezogen, einer der gebildetesten und intelligentesten Menschen ist, die ich kenne, ist auch für den Dritten Golfkrieg oder wenigstens für die dadurch bewirkte Ab- und Festsetzung Saddam Husseins und seines Regimes. Und auch wenn eine Meinung durch die Person, die sie äußert, weder falscher noch richtiger wird, gibt das zu denken.
Ich, und Ich-bin-der-Beste-Bonus schon abgezogen, weiß mehr über die Menschen- und Verfassungsverachtung und absolute innen- und außenpolitische Korruption der Regierung Bush als grob geschätzt so gut wie alle Deutschen und Europäer. Valerie Plame, Halliburton, Yellowcake, Kenny-Boy, Armstrong Williams, Tom DeLay, AWOL Bush, General Miller, Jeff Gannon, Walter Reed, Diebold, PDB 8/6/2001, "slam dunk", "I don't recall", "heckuva job", TIA, NSA, WTC-EPA, you name it, und ich weiß sicher darüber Bescheid, habe höchstwahrscheinlich darüber gelesen und vermutlich auch Videos davon gesehen, beim leider, leider von uns gegangenen Billmon, Kos, Orcinus, This Modern World, MyDD, Atrios, AMERICAblog, C-Span, der Daily Show, der NYT oder der WaPo und manchmal selbst bei Instapundit, Malkin oder Powerline, nur um zu erfahren, was die neofaschistische Rechte davon hält. Ich sage ohne Bescheidenheit, aber auch ohne Überheblichkeit, dass ein typischer Europäer in mindestens neun von zehn Fällen noch nicht einmal von dem haarsträubenden Skandal gehört hat, über dessen pfeilgenau zutreffende Parodie beim absolut genialen Jon Stewart und seinem Team ich gerade lache.
Und trotzdem halte ich die USA für die beste Macht, die der Welt passieren kann.
Das alles heißt noch immer nicht, dass meine Meinung richtiger ist als die der anderen, ich weiß längst nicht alles, vielleicht haben die Paceflaggenschwenker Zugang zu Informationsressourcen, von denen ich nur träumen kann, Wissen ist nicht Verstehen, vielleicht sind die Böserbushbrüller wahre Titanen der Geistesmacht, und ich bin nur ein kleiner Wurm, und vielleicht bin ich im Gegensatz zu den in Millionen gegen von den USA geführte Kriege demonstrierenden individuellen Freigeistern auch nur ein wie ein Schaf verblendetes Papasöhnchen, obwohl ich Saddam nicht abgesetzt und Vietnam 2.0 sehr gerne vermieden hätte.
Aber vielleicht heißt demokratische Transparenz, dass mehr Skandale aufgedeckt werden als im so sicheren wie skandalfreien Nordkorea.
Vielleicht heißt demokratische Rechenschaft, dass die Korrupten früher oder später ihre Stühle räumen müssen, statt sie wie in Putinland zu Festungen auszubauen.
Vielleicht gibt es doch ein eher gutes Team, trotz all seiner Fehler, und ein eher böses, und vielleicht kann man das auch ohne viel Wissen instinktiv spüren, Yankee go home, but take me with you usw.
Vielleicht sind Menschen ohne diesen Instinkt nicht nur naiv, sondern auch gefährlich, und vielleicht sollte man sie zurückbeißen, bis die Kiefer müde werden und blutig.
Und vielleicht ist Freiheit doch Opfer wert.
Vielleicht.
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