24.07.2025

Andis Kritiken #37: Irish Wish (2024)

Die Streamer haben ein neues Mikrogenre entwickelt, das sich an gerne reisende Frauen der höheren Mittelschicht wendet: romantische Fantasien mit kernigen Männern in wildem Zauberland, aber das wilde Land ist der britische Archipel. So gibt es hier alles, was man in einer solchen Geschichte erwartet: Magie (Feen), exotische und ursprüngliche Bräuche (Darts im Pub), naturverbunden-muskulöse einheimische Kerle mit Traumjobs (d.h. nur im Traum profitabel, wie Hochzeitsfotograf und Autor), und Zungenküsse. Lindsay Lohan in einem weiteren ihrer Comebackschritte und ihre Costars Ed Speelers und Alexander Vlahos verankern das Ganze passabel realistisch und charmant, wenngleich bei Lohan manchmal das Bildnis von Dorian Gray durchzukommen scheint und ihr Gesicht generell steif wirkt. Schade bei dieser charismatischen Schauspielerin, die mal für ihre witzige Emotionalität und Expressivität bekannt war! Auch die Ausleuchtung und das Blocking lassen den Film eher wie eine Telenovela als wie eine Kinoromanze wirken, und dieser Effekt scheint beabsichtigt - warum? Insgesamt ein vergessbares Werk ohne Tiefgang, das tatsächlich dafür gemacht scheint, es beim Bügeln, oder schlimmer noch beim Scrollen, als Hintergrundberieselung laufen zu lassen. Dafür würden auch die ständigen verbalen Wiederholungen wichtiger Plotpunkte sprechen. Nervig.

** von 5 Sternen

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen