Major Motoko Kusanagi ist ein kybernetischer Organismus, der schon im Ursprungsmanga ethnisch uneindeutig aussieht und in den Schmelztiegeln zukünftiger fernöstlicher Großstädte unauffällig operieren können muss, daher ist es wenig bemerkenswert, dass sie auch wie eine weiße Amerikanerin aussehen könnte. Eher fallen hier ihre schreckliche Perücke auf und dass die Hälfte der anderen Charaktere sie mit "Major" als Rang ansprechen (Takeshi Kitano sogar auf japanisch als 少佐), die andere Hälfte aber mit "Major" als Namen! Das ist die größte Merkwürdigkeit in dem Drehbuch, das ansonsten zwar Action kinetisch und durchaus spannend zeigt, doch im Gegensatz zum Quellenmaterial keine Denkanstöße gibt oder tiefere Fragen über Sein und Identität stellt.
Scarlett Johansson, Pilou Asbæk und mein leider auf Sets zu undisziplinierter Liebling Michael Pitt sowie die Kulissen- und Effektdesigner:innen machen einen guten Job, Musik und Kamera meist aber nur einen durchschnittlichen. So ist dieser Film für ein echtes "Ghost in the Shell" zu platt und verwendet quasi nur zufällig dessen visuelle Versatzstücke, als generischer Sci-Fi-Actionstreifen ist er aber für die gebotene Geschichte zu aufwendig und deutet auf eine Welt hin, die dann doch nicht da ist. Eine leere Hülle.

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