31.12.05

Guten Rutsch!

Vergeßt nicht, vorher schön Eure Betten zu machen ...

Bettenmachen nicht vergessen!

...nehmt nicht zuviele Drogen auf Euren Feiern ...

Keine Macht den Drogen!

...und frühstückt am nächsten Morgen gut!

Mmm, Katerfrühstück!

Frohes Neues Jahr!

Mehr Killerspiele

Warum habe ich in den letzten fast fünfzehn Jahren, also seit ich zumindest ab und zu Zeitungen und Zeitschriften lese, nie auch nur einen annähernd so guten Artikel über Video- und Computerspiele in der deutschen Presse gesehen wie diesen im ersten August-"Economist"? Er sagt alles, was gesagt werden muß und noch mehr, pragmatisch, nüchtern, humorvoll, äußerst informativ und auf nur drei Seiten. Ein großartiges Beispiel hervorragenden Journalismus', das nichts zu wünschen oder hinzuzufügen übrig läßt. Warum schaffen die Blätter hier nie sowas?

Osama bin Schäuble

Osama bin Schäuble

Wir wollen uns von ihm nicht immer die Arbeit abnehmen und die Worte aus der Tastatur klauen lassen, aber Herr Quality schreibt mal wieder sehr viel Richtiges, diesmal zu den präventiven "Anti"terrormaßnahmen Abu Schäubles, allzu würdiger Nachfolger Emir Schilys. Dazu zwei Punkte:

1. Was mich bei all diesen Rektaluntersuchungen-sind-Antiterrorkampf-Maßnahmen am zweitmeisten verwundert, umso mehr bei einer bis weit übers fünfzigste Lebensjahr hinaus an der breiten Brust des Doktors der Geschichte Helmut Kohl gesäugten Natter wie Schäuble, ist ihre totale Ahistorizität. Man tut so, als hätten Regierungen und Obrigkeiten breite Befugnisse nie eingesetzt, und wenn, nur in verantwortlichem Maße und nur ganz genauso, wie es ihre Autoren vorgesehen haben. In dieser Weltsicht gibt es keine aufpassenden großen Brüder, keine prügelnde Wiesnwache, keine notverordnete Weimarer Republik, keinen Adolf Hitler. Sie ist also vollkommen wahnhaft.

2. Aber was mich am meisten verwundert, am allermeisten, ist die unerklärliche Angst, die unsere gewählten Hirten umtreibt. Wovor? Jaja, Terroranschläge unterbrechen die Muße und hinterlassen Flecken, aber zehn oder auch zehntausend Tote oder Verletzte lassen keinen Staat zusammenbrechen, sonst wäre morgen die WM verboten, mit dem mulmigen Gefühl kann man zumindest in Israel, Kaschmir, Tschetschenien, weiten Teilen Afrikas etc. halbwegs leben lernen, und es besteht auch keine Gefahr, dass sich die Massen jemandem anschließen, der Dieter Bohlen und Tokio Hotel für blasphemische Abscheulichkeiten hält. Obwohl ... Jajaja, wieder mal zynisch, menschenverachtend, kadavergehorchend, aber "unsere" Welt kann nicht von einem, nicht von zehntausend saudischen Bauingenieuren zerstört werden, sondern nur von uns selbst. Das wissen der Ronald McDonald des Al-Qaida-Franchises und sein CEO Al-Zawahiri natürlich und tun darum alles, damit es soweit kommt, träumend, dass ein vollbärtiger W. und eine verhüllte Condi sie als Ehrengäste in der Weißen Moschee Washingtons willkommen heißen. Es ist ein sehr schöner, reizvoller Traum: Welcher Sieg ist vollkommener als jener, in dem man sein Schwert kaum erheben muß, in dem der Feind sich jubelnd der eigenen Seite anschließt, in dem man in rauschendem Triumph in die belagerte Burg getragen wird?

Morgen, Ungläubige, wird's was geben

Doch damit er wahr wird, muß der Feind, müssen wir mitspielen, und in seiner menschenklugen, historischen Erwartung, dass wir das, ein paar Bomben hier, ein paar Enthauptungen da, nur allzu bereitwillig tun werden, ist der Terror bisher nicht enttäuscht worden, ganz im Gegenteil, dank Bauernfiguren wie Ödipus Bush, Otto-Katalog und jetzt Wolfgang ibn Osama. Was diese Kohlenstoffbeutel in ihrer Angst vor dem Tod oder gar ihrer Abwahl - oder vielleicht auch, die antinihilistischen Worte des bis in die Kleidung hinein zügig ins Mittelalter regredierenden neuen Papstes noch im Ohr, in ihrer heimlichen, hündischen Ehrfurcht vor der moralischen Pseudosicherheit des Fundamentalismus - nicht verstanden haben und auch nie verstehen werden, wenn man es ihnen nicht endlich in die Stirn tätowiert, ist, dass, was uns ausmacht, nicht unsere Sicherheit ist, davon haben Pervez Musharraf und Robert Mugabe genug abzugeben, sondern unsere Freiheit. Die zu schreiben, was man will. Die zu sagen, was man will. Die zu denken, was man will. Die zu sein, was man will. Das ist wir. Das ist Demokratie. Das ist Deutschland, und wer es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, auch wenn es, gerade wenn es der Bundesminister des Innern ist, macht sich zum Büttel, zum Narren des Terrors, hart am Rande des Artikels 20 Absatz 4: Osama bin Schäuble.

Philipp Mißfelder

Wenn wir schon bei Titanen der Unsympathie sind ...

Was muß im "Gehirn" eines "Menschen" vorgegangen sein, der mit 13 aus Begeisterung für die Politik von Helmut Kohl in die CDU eingetreten ist? Wurde er von Wölfen großgezogen, als Omega? In einem Keller verrotten gelassen? Oder mußte als Kindersoldat im Kongo täglich um sein Leben kämpfen? Wie sonst kann man schon mit 13 Jahren geistig tot sein?

Studiengebühren

Ich bin auch nicht unbedingt fürs Bezahlstudium, weil mir die Vorstellung, dass Günther Oettinger, das unsympathischste Wesen, seit Saturn seine Kinder verschlang, eine Hand in meine Hosentasche steckt, einen kalten Schauer über den Rücken jagt, aber muß die hiesige Protestbewegung denn unbedingt alle Fehler ihrer Vorgänger wiederholen? Warum "muss" es immer "weiter gehen"? Warum muß man zum Demonstrieren immer seinen Humor abgeben? Und warum müssen Veteranen des "Kampfes" immer, immer borniert und stur werden? Kommt das irgendwie vom Skandieren? Oder vom Marschieren? Wann protestiert eigentlich einmal jemand gegen Protestbewegungen? Oder ist das schon wieder so sehr Gegenkultur, dass es Mainstream wird, also Oettinger? Hmm ...

Der König der Nerds

Nichts gegen Zelda und Mario, ich liebe Link und den dicken Klempner ja auch, wer tut das nicht, aber das hier geht zu weit!

Link durchs rechte Ohr

27.11.05

Für D.

Ein Freund, ein guter Freund,
das ist das Schönste, was es gibt auf der Welt.
Ein Freund bleibt immer Freund
und wenn die ganze Welt zusammenfällt.
Drum sei doch nicht betrübt,
wenn dich dein Schatz nicht mehr liebt.
Ein Freund, ein guter Freund,
das ist das Schönste was es gibt.

Danke, Schatz.

The Economist

Dem einen oder anderen Leser mögen meine häufigen Verweise auf die Inhalte dieses britischen Nachrichtenmagazins langsam zum Halse heraushängen. Aber in welchem deutschen Heft findet man wöchentlich Informationen zum aktuellen Geschehen auf allen Kontinenten der Welt, und ich meine Informationen zum aktuellen Geschehen auf allen Kontinenten der Welt, verknüpft mit so furchtlosen wie eigensinnigen Leitartikeln, lehrreichen Wirtschaftsnachrichten und immer wieder faszinierenden Wissenschaftsberichten, vorgebracht in einem äußerst erfrischend no-nonsense pragmatischen und wesentlichen Stil, der den Leser dennoch immer aufs Neue gekonnt zum Lachen reizt? Würde der "Spiegel" in seiner - immer nur - Anderenironie jemals einen Artikel über mutmaßlichen Kreditkartenbetrug in einem Stripclub mit der Bemerkung beschließen, dass die Spesenregeln des Magazins keine weiteren Recherchen erlaubten? Würde der "Focus", das Leitmedium aller Untoten, Zombies und anderen innerlich Verfaulten, je zu so vernichtenden und wahren Erkenntnissen über die lächerliche und weinerliche Impotenz der EU kommen wollen oder auch nur können? Und wo sonst findet man eine so kurze und doch alles Nötige ansprechende Beschreibung des Dilemmas der Sterbehilfe? In Deutschland nicht!

"Killerspiele"

Die Große Koalition will sie verbieten. Aber weil ich, als ich das letzte Mal über dieses Thema nachgedacht habe, zwei Wochen lang meine meine rechte Gesichtshälfte nicht mehr bewegen konnte - Günther Beckstein, Günther f'ing "Türken raus" BECKSTEIN will die Jugend "ohne Gewalt" aufwachsen sehen, warum zum Stoiber sprengt er sich dann nicht zuerst selbst vor der St- St- St- *GURGEL* *BLUBBERBLUBBER* *ZUCK* *ZUCK* *ZUCK*

Lest weiter bei Quality.

Rechte Lautsprecher

Wie besorgniserregend gut sie in den USA mittlerweile funktionieren, weiß Orcinus (David Neiwert) genau und macht es anhand des neuen "Buches" der konservativen Kolumnistin Michelle Malkin kristallklar deutlich.

15.11.05

Autoimmunleiden

Anorexie und Bulimie sind vielleicht welche, berichtet der "Economist". Faszinierend.

Horst Köhler

Der Bundespräsident sagt viel Richtiges über Afrika. Offenbar liegt ihm tatsächlich etwas an diesem Kontinent. Diesem.

Gerhard Schröders Vermächtnis

Warum hast Du es nicht während Deiner Amtszeit umgesetzt? Vakuöses Arschloch. Instinktpolitiker!

14.11.05

Im Kino gewesen. Begeistert.

"Pride & Prejudice" ist eine herrliche Verfilmung einer unübertrefflichen Vorlage mit einer großartig einnehmenden Keira Knightley, einem wundervollen Mr. Darcy, blendend aufgelegten Nebendarstellern, allen voran einem sehr rührenden Donald Sutherland, toller Musik und perfekten Bildern. Reingehen!

P. S.: Mittlerweile wissen wir endlich auch, ob dieser Film gut ist: Nein. Er ist langweilig.

Gute Links

Immer wieder einen Besuch wert sind weiterhin die herrlich schrägen PBF-Comics und das immer noch sehr süße Weblog des sich für seine knapp zwei Jahre erstaunlich gut artikulierenden Josh Heuler. Auch Herr Qualitys Blog erfreut uns regelmäßig mit so sinnigen wie wahren Worten, zum Beispiel diesem Schrei der Sehnsucht.

Luftsicherheitsgesetz 2

Sieht so aus, als würde die Klage, wie hier schon vor fast neun Monaten gehofft (Mann, gibt's uns schon lange), tatsächlich auf Erfolgskurs sein. Wäre ja auch noch schöner, wenn Otto Schily, der auf seinem Weg nun so weit nach rechts marschiert ist, dass er als Tschekist links wieder rauskommt, und seine Nachfolger im Ungeiste unschuldige Menschen straffrei ermorden dürften. Nur darum, um die präemptive Selbstentschuldung der "Elite" im Angesicht eines aufgrund ihrer Inkompetenz als unaufhaltsam empfundenen Terrors nämlich, geht es in diesem Gesetz, und um nichts anderes. Ich weiß nicht, was soll es bedeuten ...

Paris, cont'd

Da hat The Man nochmal Glück gehabt und die Jugend einen zu kurzen Atem. Aber was will man auch in unserer "Ersten" Welt anderes erwarten, die, die nicht rebellieren müssen, tun es immer, und die, die es wollen, können es nie. Gelöst ist nichts.

Die besten Anmachsprüche 2

(Teil 1 hier.)

"Wie heißt'n mein Retter?"
"Fred."
"Jetzt reden wir schon so lange, und Du hast mich noch nicht mal geküsst!"

Großartig. Und aus diesem Film.

07.11.05

Dogville

Dogville im Staatstheater Stuttgart

Ganz großes Kino. Alles dabei: Buhende, die Vorstellung verlassende Zuschauer, Verstörung und Geplärre allerorten und im anschließenden Publikumsgespräch höchst erregt die "Ästhetik der Kunst" beschwörende und "Theater ist Text" skandierende "Bildungs"bürger wie frisch aus dem Jahr 1850 aufgetaut. Ich wünschte nur, ich könnte solche Enddarmbeutel ins Theater sperren, sie wie hier mit weit aufgerissenen Augen zwingen, das letzte Jahrhundert Kunstgeschichte nachzuholen, und ihnen dann ihre "Ästhetik", ihren "Text" und all ihre anderen begrenzenden, erdrückenden und kontrollierenden "Kunst"begriffe mit Genuß für immer dorthin pressen, wo sie hingehören. Wahnsinnsleistungen der Ernst-Busch-Schülerin Dorothea Arnold und Benjamin Grüters, meistens perfekte Nebendarsteller mit einem sich wie immer selbst spielenden Zvonimir Ankovic, eine bis auf ein, zwei Wurmlöcher apfelrund spektakuläre Inszenierung mit wunderbaren Liedern und zurecht brandender Applaus. Ansehen!

Paris

Wenn ich in einer dieser aus 150% Beton bestehenden Banlieues leben müßte, gegen die sich selbst die schlimmste spätsozialistische Platte wie ein unberührtes Naturschutzgebiet ausnimmt, würde ich auch Autos und Polizisten anzünden, umso mehr, je mehr der unablässig für die Präsidentschaft mit seinen geölten Muskeln spielende Innenminister in radikaler Sprache geloben würde, mich und meinesgleichen plattzumachen. Dieser Krieg ist seit Jahrzehnten durch eine kaum glaublich noch schlechter als in Deutschland gelungene Integrationspolitik hausgemacht, und entsprechend lange wird es dauern, das Feuer, das ihn anfacht, wenigstens halbwegs zu ersticken. Für den Moment kann man nur hoffen, dass kein (weiterer) Jugendlicher in den Krawallen stirbt, sonst geht's richtig ab. Brennende Autos sind ja noch harmlos ...

(Nicht) Empfehlenswerte Kinofilme Nr. 4

Hier Teil 1, Teil 2 und Teil 3.

Prima schnörkellos: "Allein" mit Lavinia Wilson.
Sehr eigenwillig kontemplativ: Jim Jarmuschs und Bill Murrays "Broken Flowers".
Unerträglicher, reaktionärer sexualkolonialistischer Kitsch: "Die weisse Massai", trotz Nina Hoss. Auf die gleiche Unart hysterisch und noch dazu zutiefst unlogisch: "Flightplan".
Eine furchtbare Enttäuschung, trotz Monica Bellucci: "The Brothers Grimm".
Halb aufklärerisch-realistisch, halb pupsblöde: "The 40-Year-Old Virgin".
Schwülstiger, pseudodokumentarischer Naturdreck: "La marche de l'empereur".
Gut geremaketes Horrordrama mit einer wie immer überragenden und unerreicht schönen, aber langsam besorgniserregend dünnen Jennifer Connelly: "Dark Water".

Partytime

Gut: Im Nachtbus mit einer sehr niedlichen BA-Studentin unterhalten, die dieses Meisterwerk nicht nur kennt, sondern auch liebt. Leider vergeben, aber sie hat sich über das kurze Kennenlernen gefreut. Daddy knows how to sweet-talk!

Schlecht: Auf der Party zuvor in einer Krankenschwester durch unbedacht große Klappe offenbar den Eindruck erweckt, ich glaubte, dass wir uns unterhielten, hieße, sie stünde auf mich, und entsprechend irritiert zurechtgewiesen worden, was wiederum in mir hohe Irritation auslöste. Daddy can't sweet-talk for shit!

Aber was stimmt denn nun?

24.10.05

Alles ganz easy

Manchmal liebe selbst ich unser Land. So verkrampft lockere und doch so richtige wie wichtige Aufklärungsbroschüren kriegt sonst keiner hin. Man stelle sich nur einen Comic wie diesen mit seinem sympathisch ängstlichen Protagonisten, seinem attraktiv gelassenen Schwarm und seinem weise schwulen Kumpel in den USA oder auch nur in Südeuropa vor. Super!

Alles ganz easy!!!

Und die schenk ich dir!

23.10.05

Usbekistan

Die USA haben immerhin eine unabhängige internationale Untersuchung des Massakers in Andijon gefordert und mußten deswegen auf Aufforderung Usbekistans ihre Truppen von einem für die Operationen in Afghanistan wichtigen Stützpunkt abziehen. Die bösen, bösen, immer menschenverachtenden, kriegfressenden und ölsaufenden Amerikaner. Doch was machen die Europäer? Andijon? Was für ein Massaker? Ja, genau.

Tierversuche

Warum sie nötig sind, macht der "Economist" auf typisch pragmatische Art plausibel.

S-Bahn-Geschichten

Ich weiß nicht, was schlimmer ist. Der alte Lude, der original mit hellgrauem Trenchcoat, breitem Schnauzer, Pornobrille und unüberhörbar flüsternd mitten im proppenvollen Zug der jungen, dunkelhäutigen Frau eine Stelle in seinem Etablissement schmackhaft zu machen sucht, kriegst 12 Euro pro Stunde netto und schöne Lederklamotten gestellt, plauderst ein bißchen mit den Gästen, fängt aber erst in fünf bis sechs Monaten an, willst Du bis dahin Begleitservice machen, mit Männern essen und tanzen gehen - oder die Hausfrau, die meint, die junge Frau durch entsetztes Kopfschütteln und stummes Neinen davon abhalten zu können, dem Zuhälter ihre Nummer zu geben.

Nicht dass wir für Prostitution und ihre kleinen Geschwister wären. Aber durch erschrocken briefkastentantiges Kopfschütteln geht sie nicht weg. No señor.

Wofür wir aber mit brennender Leidenschaft sind, ist, blinden Senioren in dicken Daimlern ihre Führerscheine wegzunehmen und sie ihnen mit Lust und Schmackes in die Dritten zu rammen. So sehr wir das Alter ehren - schon wieder durch die kalte Nacht laufen zu müssen, weil ein Opa die Abzweigung verfehlt und sich auf den Bahnschienen festgefahren hat, kann solche destruktiven Gefühle leicht hervorrufen.

Jessica

Ein erschütternder Artikel über das kurze Leben der Jessica S.

18.10.05

Masturbation 2

(Teil 1 hier.) Die Mutter aller Einträge zur Liebe und zur "Liebe" steht ja noch aus, aber wenn ein Besucher (die Autorin?) mich schon in einem Kommentar auf einen einschlägigen Artikel verweist ...

1. Es gibt keinen Grund, auf das, was bei Paris Hilton "im Bett abgeht", neidisch zu sein. Keinen. Wenn ich aus leeren Augen blickende Wesen rüde besamt und gelangweilt dicke Halme wiederkäuen sehen will, gehe ich- genau.

2. Selbstbefriedigung ist kein "Problem". Wer das mit 27 noch nicht kapiert hat, hat so ungefähr ziemlich genau gar nichts kapiert.

3. Mädchen, wenn Du zu sehr eine Schisserin bist, um den süßen Jungen so anzulachen, dass er es versteht, gib's doch einfach zu. Kommt schon mal vor, und kann man ja heilen. Aber suhl Dich doch nicht gar so wonnig im Morast Deiner halbgaren Rationalisierungen und träum doch nicht mehr gar so vorhersehbar von der "Liebe", sieht einfach nicht schön aus und macht doch nur dreckig und dumm. Zumal im Spiegel, ausgerechnet.

Generation Golf

Ich hätte ja gerne über dieses Buch geschrieben. Aber es geht nicht. Es steht nichts drin. Nichts.

Uf dr schwäbsche Eisebahne

"Die hot ja 36 Kilo abgnomma."

"Des sieht mr ihr aber et a."

10.10.05

In eigener Sache

Dies ist das Weblog von Andreas Lazar. Ich bin ein 26-jähriger Milizenkommandeur in der grünen Hölle des tropischen Regenwaldes und liebe es, Imperialisten zu töten und meine Beretta zu liebkosen. In meiner knapp bemessenen Freizeit, wenn ich nicht meine Soldaten für ihre konterrevolutionären Verbrechen auspeitschen und dem Amazonas mit seinen Piranhas und den Pinkelstrahl hinaufschwimmenden Widerhakenfischchen überantworten muß, interessiere ich mich für Filme, Politik, Satire, die "Frauenfrage", die Zukunft der Arbeit, Selbstentwicklung, das Internet, die Freiheit und die Menschheit. Viele Besucher kommen hierher, weil sie was nicht Lustiges suchen oder was zum ...äh ...sich erfreuen, aber repräsentativere Einträge sind eher meine Überlegungen zum Marienkomplex und meine Liebesgeschichte, aber auch der Tag, an dem ich mich schlimm erbrechen mußte, mein Haß auf Wissenschaftshasser, meine Erlebnisse als Frau auf einer Flirtwebsite oder meine Anmerkungen zur BUNTE, der Weltwirtschaft und unserer kapitalistischen Ordnung (auch hier). Venceremos!

Für M. (Those were the days 6 1/2)

Die früheren Teile dieser Serie: 1, 2, 3, 4, 5-1, 5-2 und 6.

In meiner Jugend war ich oft unglücklich verliebt. Ich fand dieses oder jenes manchmal kluge, meist nette, immer hübsche Mädchen ganz, ganz toll, schwärmte in jeder wachen Stunde von ihm, stellte mir ohne Unterlaß vor, wie es wäre, mit ihm zusammen zu sein und - wirklich, damals hatte ich noch kein MTV - über Blumenwiesen zu hüpfen - und bemühte mich daher, es ihm so eindeutig wie möglich nicht zu zeigen, denn Liebe hatte ich zwar für ein ganzes Affenrudel, aber Mut nicht mal für einen Maki. Ich hoffte darum unablässig, sie würde meine unendliche und unsterbliche Liebe wie durch ein Wunder erkennen und sich mir weinend an den Hals werfen, und hielt mich also, falls es nun endlich soweit sein sollte, immer in ihrer Nähe auf, schmachtete wie eine schlechte Romanfigur, nahm eine zufällige Berührung oder ein freundliches Lächeln als Zeichen ihrer Zuneigung tagelang zur Herzensspeisung und vergaß über diesem äußerst anstrengenden und immer wieder ebenso enttäuschenden Fulltimejob ganz, für mich zu leben und mich auch für die Mädchen zu interessieren, die sich für mich interessierten. So war es, und es war nicht gut.

Aber warum war es so? Warum nur war ich viel zu lange viel zu feige? Diese Frage haben wir ja schon im letzten Teil dieser kleinen Reihe zu beantworten gesucht und sind der Lösung einen Sommer der Selbsterkenntnis später auch durchaus näher, doch die letzten paar Puzzleteile bleiben weiter irgendwo in mir verlegt. Und was für ein Bild kommt eigentlich heraus?

Imbiss

Lecker Nudeln mit Rind beim Chinesen. Doch am Tisch nebenan sitzen, ungelogen, die zwei degeneriertesten Wesen, die Menschen zu nennen ihnen ein unendliches Kompliment wäre, die ich jemals erlebt habe. Nur eins von ihnen, ein Männlein mit Kapuze, kann sprechen und tut es, allein von herzhaften Rülpsern unterbrochen, unentwegt mit zahnloser Stimme, was sein Freund mit dem universalen Lachen aller Schwachsinnigen dieser Welt erwidert.

"So wie Osama. Kennschduden? Von Terror." Er sagt wirklich "von Terror".

"Naahaha nahaha hahaha! Nein! Nahaha hahaha!"

So weit so schlecht, aber was die beiden erst richtig unerträglich macht, ist ihre Unart, jeder vorbeigehenden Frau nachzupfeifen und ihr Aussehen so ausgiebig wie bösartig zu kommentieren. Wie entsteht sowas nur? Und was kann man dagegen tun? Sich zu ärgern und stumm weiterzumampfen wie yours truly ist jedenfalls keine Lösung.

07.10.05

Kurzer Nachtgedanke

Designervaginen sind selbstbeigebrachte geistige und körperliche pharaonische Beschneidungen. Oh, und kryptopädophil und faschistisch-rassistisch sind sie auch. Warum, dazu demnächst mehr.

Hera Lind

He, für drei Euro und im Lidl kann man seiner Neugier schon mal nachgeben und eine wenig schöne, aber sehr stabile Ausgabe von "Das Superweib" kaufen, um selbst zu sehen, was die halbe Frauenwelt ...

Das Superweib

Hera Lind und ihre noch nicht mal anstandshalber verdeckt autobiographischen Figuren sind wie Magda Goebbels. In hysterischer, orgasmischer Ekstase beim bloßen Anblick des Führers, sofort bereit, dem Größten Feldherrn aller Zeiten sechs Kinder zu gebären, und ebenso schnell und ohne mit der Wimper zu zucken willens, diese sechs Kinder nicht nur zu vergiften, sondern eins nach dem anderen mit fein manikürten Händen eigenhändig zu erwürgen und dabei zu lachen, laut zu lachen. So ein Buch ist das.

Naja, vielleicht ist mein Urteil auch zu hart. Magda Goebbels soll in den letzten Tagen im Führerbunker oft geweint haben.

Die Welt ist so weit und mein Geist so eng

Shorter Matthias Politycki: Wäh, wäh, wir weißen Männer prügeln uns nicht genug, um Brot und Sitzplätze und Eintrittskarten zum Beispiel. Und wir halten auch nicht lange genug durch, wäh, wäh. Ach, könnten wir doch nur in ungebrochenem Nationalismus schwelgend die Welt unterwerfen! Oh, wäre unsere oder wenigstens meine Männlichkeit doch nur so rein und hart wie die arabische! Weh, weh, hätten wir doch nur noch die Wahrheit und Sicherheit des Glaubens, die die Welt so schön kuschlig und einfach machen, damit ich mich nicht mehr fürchten und in die Hose nässen muß! Die Aufklärung hat alles kaputt gemacht!!!1

Papst Palpatine

Mal ernsthaft: Wie kommt es, dass nicht nur ein masochistischer Schmierfink wie Politycki und ein Politkasper wie Rocco Buttiglione, sondern auch uns Ratze und tausend andere sich so ausdauernd am Popanz des "Nihilismus" abarbeiten, der angeblich von unserer westlichen Welt Besitz ergriffen hat? Ist es Antiamerikanismus, also purer Penisneid, wie er bei Politycki durch jede Zeile schleimig sickert? Schlichte Ignoranz, was Aufklärung eigentlich bedeutet? Oder doch nur Angst, Angst vor der Welt, die ohne einen ordnenden und strafenden Gott plötzlich so weit scheint, so weit und fremd? Aber Ratze, Baby, so war sie schon immer, und das zu erkennen, und das auszuhalten, wirklich auszuhalten, und trotzdem moralisch zu bleiben, aus sich selbst heraus, das ist Aufklärung. Sapere aude und so 'n Kram. Klar, dass Du das nicht weißt, der Eisläufer auf dem See muß beim Pissen ja auch in Bewegung bleiben, aber warum stimmen auch immer mehr Untheologen in Deinen Männerchor ein, die es doch besser wissen müßten, weit besser, warum? Mal nachdenken.

04.10.05

Körper und Geist

Wie Physis Psyche formt, kann man in diesem extrem erhellenden Artikel lesen, in dem die Autorin ihre Penetration ihres Freundes mit einem Strap-on schildert. Hey, das kann man nicht feinfühliger ausdrücken!

Zur Psychologie des islamistischen Terrors

Hier.

03.10.05

Fred Wiesen

Der gefühlte zweihundert Jahre alte Fred Wiesen, ein Pseudonym des Autors Hans-Frieder Willmann, ist seit ewigen Zeiten der Tagebuchkolumnist unseres städtischen Wochenblättchens und noch länger hirntot. Oder wie soll man einen Eintrag wie den vom 30. August anders verstehen?

Sie können jetzt auch fragen, auf wessen Kosten soll die Terrorbekämpfung gehen: Überwachungskameras auf allen Bahnhöfen, "Biometrische" Reisepässe, das heißt Fingerabdrücke und sogar Iris-Scan (Erfassung der Regenbogenhaut mit infrarotem Licht). Wohin soll das denn noch führen? Zum gläsernen Bürger?
Ehrlich gesagt, wenn durch solche Überwachung der Terror wirksam bekämpft werden kann, gebe ich meine Daten gerne frei, ich habe nichts zu verbergen.

Ehrlich gesagt, wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts gegen eine Rektaluntersuchung. Vielleicht findet sich Wiesens Geist ja dort.

Wozu eine "Denke" wie die Wiesens übrigens führt, kann man hier nachlesen.

Guido Westerwelle

Ein interessantes Interview mit Waylon Smithers dem Vorsitzenden der FDP. Natürlich darf man Behauptungen wie die, dass die FDP "glasklar im Kurs" und "neosozial" sei, nicht ernstnehmen, aber Sätze wie

Die Idee, dass Herr Beckstein mit seiner gesellschaftspolitischen Haltung und ich mit meinem persönlichen Lebensentwurf sich im selben Lager befänden, ist sehr mutig.

und Westerwelles Bericht über die unerwartet positiven Auswirkungen von Stoibers Hetze gegen den "Junggesellen aus Bonn" machen das Gespräch lesenswert und lassen wenigstens für die sexuelle Toleranz in diesem Land hoffen. Wenn schon, auch dank der FDP, für nichts anderes.

Eine deutsche Bilanz

Auch in der globalisierten Welt ist der Staat handlungsfähiger, als viele Politiker glauben machen. Dazu braucht es nicht einmal mehr Geld - nur mehr Mut. Diesen Mut zu beweisen, das ist die wahre Herausforderung der nächsten Regierung.

Lesen. Und diesen guten Artikel über Oskar Lafontaine gleich mit.

Sexy Trek

Das muß man mit eigenen Augen gesehen haben. Wer eher auf Star Wars steht, findet hier immerhin eine gewagte Übersetzung.

23.09.05

Lebenszeichen

Ja, es gibt mich noch. Und sogar am Stück. Nur leider immer noch ohne Zeit zum Bloggen. Wer aber unbedingt sofort Neues von mir wissen will, ist herzlich zu meiner Einweihungs- und Geburtstagsfeier am Samstag ab halb neun willkommen und darf als Bloggast auch ohne Geschenk kommen. Ich hoffe nur, jetzt rennt mir nicht meine halbe Million Leser die Bude ein. Haha.

07.09.05

Clumsy Student Movers

Soviel Schönes zu bloggen, wenn ich nur meine Finger krümmen könnte. Aber vielleicht muß das so sein, wenn man erst auf der Autobahn merkt, dass man die halbe Kommode vergessen hat und sie - wieder gefährt(en)los - Stunden später über Stock und S-Bahn schleppen muß wie Jesus sein KROSSEN. Gott ist aus Preßspan, und sehr böse.

28.08.05

Pat Robertson

Billmon überlegt (Link nicht mehr aktuell), warum Pat den Kopf von Hugo Chávez haben will.

27.08.05

24.08.05

Die neuen Leiden des jungen A.

Echt cooler, schlanker Typ sucht Jungfrau für 2-Zimmer-Sarg

(Andreas steht mit einem baumlangen Mann in einem engen und verwinkelten Apartment (siehe Abb.); er besichtigt immer noch WGs, aber diese ist ...einfach ...nicht ...so ...toll. Andreas versucht dennoch, höflich zu sein, und plaudert etwas unachtsam vor sich hin.)

Andreas: "Ich erwarte dann Deinen Anruf ...?"
Mann: "Hrmbl. Knarz. Bluuuuuuuuuuttt!"
Andreas: (flieht)

(Später.)

Gollum: "Guckse lieber Hobbitse, guter Hobbitse, wenn Du Deinen Kopf so verrenkst *KRACK* und Deinen Hals so drehst *KNIRSCH* und Dein Bein so stützst *BRECH*, kannst Du fast die Füße der Passanten hinter dem vergitterten Fenster des Kerkers erahnen, der Dein Zimmer sein könnte, für nur 300 Euro im Monat. gollum! gollum!"
Andreas: (flieht)

(Früher. Andreas unterhält sich mit einem Bewohnerpärchen fast eineinhalb Stunden über Gott und die Welt. Sie sitzen auf dem Balkon. Die Sonne geht golden unter, und die Vögel zwitschern. Sie nehmen ihn nicht.)

Andreas: (weint) "Wähähähähäää, niemand mag mich! Mein Spiegelbild verläßt den Rahmen, wenn ich komme! Wiktor Juschtschenko würde eine Transplantation meines Gesichts ablehnen! Wähähähähäää!"

(Später.)

Hübsche Bewohnerin: "Tut uns leid, wir haben uns schon für jemand anders entschieden."
Schöne Bewohnerin: "Tut mir leid, es fiel mir sehr schwer (hähähä), aber ich habe mich für jemand anderes entschieden."
Attraktive Bewohnerin: "Tut uns leid, aber wir haben uns für jemanden entschieden, bei dem wir uns sicher waren, dass es ein Mensch ist."
Ihre Zwillingsschwester: "Wiktor, reibst Du mich mit Badeöl ein?"

WG-Party

Andreas: "Wähähähähäää!"

(Gestern.)

Mann: "Klar kannst Du bei uns einziehen! Die Miete kostet Dich fast nichts, die Wohnung ist riesig und gemütlich, hat zwei Balkone und geht auf einen malerischen Platz hinaus. Du darfst nur nicht zuviel mit meinem Geschirr kochen, mit meinem Wasser duschen und mit meiner Luft atmen. He- Mund zu!"

Mädchen: "Die Wohnung ist sauber, geschmackvoll, ruhig, billig und direkt am Park, nur manchmal fahren Güterzüge in der Nähe vorbei. Ist aber nicht schlimm."
(In der Nähe fährt ein Güterzug vorbei. Ist aber nicht schlimm.)
Mädchen: "Bis zum Wochenende entscheide ich mich."

Andreas: "B-B-Bibber!"

Fortsetzung folgt ...

22.08.05

Die Jugend von heute

Dieser Artikel spricht mir aus der tiefsten Seele: Wo ist die Jugend von heute? Affirmation und Anpassung, Narzißmus und Nichtstun sind nicht Jugend - Reflexion und Rebellion, Mitgefühl und Motivation sind es! Wo sind sie, wo?

Whatever happened to Emanzipation und sexuelle Befreiung, zum Beispiel? Allenthalben wird das Hohelied der Einehe und des Herdheimchens gesungen, als gäbe es nicht eine Scheidung, und eine 78-jährige Mumie bejubelt, die noch nie Sex hatte. Unsere Eltern rotieren in ihren Betten, aber vielleicht ist das ja genau der Zweck, man wendet sich vom Vater und wird wie der Großvater, die Volksgemeinschaft braucht ja auch Ordnung und Disziplin, nicht wahr, und dieser Hitler hat wenigstens für Vollbeschäftigung gesorgt.

Jajaja, unfair, polemisch, geschmacklos, aber wo sind die mutigen, naiven Entwürfe für eine neue Welt, zum Beispiel? Böserbush und Pace-Flaggen sind der Crazy Frog unter den Protestgesängen - warum sagt eigentlich nie, nie jemand etwas gegen Castro und Karimov, Musharraf und Mugabe oder Lahoud und Lukashenka, nur zum Beispiel? Warum heucheln wir unverlangt Mitleid mit jedem, den der Cowboy abknallt, aber spucken auf die unzähligen Gräber aller anderen Toten? Ist es, weil wir uns weiter und immer weiter so willig "The Man" fügen? Wenn er jeden neuen Impuls sofort absorbiert und kommerzialisiert und amerikanisiert, ja verdammt nochmal, dann ist der neue Rock 'n' Roll eben das, was dieser Typ macht:

Diogenes von Sinope

Wie, unsere Pumas sind zu bequem? Was, unser Porsche gibt uns Potenz? Wie, Rama macht das Frühstück gut? Oh, manchmal wünsche ich mir wirklich, dieser Typ gewinnt, und sei's nur, damit wir endlich, endlich den Aufstand üben. Oh, the humanity!

Stadtbummel

Gut, in diesem Land ist es eben Tradition, fürs Flanieren den grimmigsten Gesichtsausdruck und den furchtbarsten Fummel anzulegen, den man nur im Schrank finden kann. Liegt vielleicht am Wetter, kann doch sein. Und gut, man schimpft inbrünstig auf den bösen Bush und seinen Mörderkapitalismus, aber vor der neuen Starbucks-Filiale bildet sich trotzdem eine lange Schlange, schmeckt ja auch lecker, ist ja so. Der trotzende Starbuck, indeed. Spricht Ahab zu ihm:

Hark ye yet again, - the little lower layer. All visible objects, man, are but as pasteboard masks. But in each event - in the living act, the undoubted deed - there, some unknown but still reasoning thing puts forth the mouldings of its features from behind the unreasoning mask. If man will strike, strike through the mask! How can the prisoner reach outside except by thrusting through the wall? To me, the white whale is that wall, shoved near to me. Sometimes I think there's naught beyond. But 'tis enough. He tasks me; he heaps me; I see in him outrageous strength, with an inscrutable malice sinewing it. That inscrutable thing is chiefly what I hate; and be the white whale agent, or be the white whale principal, I will wreak that hate upon him. Talk not to me of blasphemy, man; I'd strike the sun if it insulted me. For could the sun do that, then could I do the other; since there is ever a sort of fair play herein, jealousy presiding over all creations. But not my master, man, is even that fair play. Who's over me? Truth hath no confines.

Wütende Angst vor dem Weißen Wal auch im Warenhaus: Gab es in meiner Jugend auch schon zehntausend verschiedene Video- und Computerspiele, und waren sie damals auch schon für fünf Euro zu haben, wenn sie nur einige Monate alt waren? Der neue Mario sank doch noch nach einem halben Jahr nicht unter neunzig Mark, und da war ich immer noch mit dem letzten Teil beschäftigt, obwohl ich nicht gar so schlecht spiele. Wie gehen heutige Kinder und ihre Eltern mit diesem so furchterregenden wie unübersichtlichen Überangebot um? Und wie will ich damit umgehen, wenn ich einmal Kinder habe? Ich sehe tote Menschen zukünftige Einträge ...

Ruhigere Wasser einen Stock tiefer in der Spielwarenabteilung. Es gibt (wieder? Noch? Nur für kurze Zeit?) Legoschachteln, in denen nur Steine liegen, rote, blaue, gelbe und schwarze, keine grünen Vitrinen und grauen Schläuche, keine runden Ecken und rosanen Blumen, und ich denke an einen meiner Lieblingssätze aller Zeiten, von der lieblichen und klugen Nina Persson ausgerechnet auf Viva gesagt:

In my youth, there used to be only red, blue and yellow Lego bricks, and they were all square. Now there are pink and round ones. This doesn't seem like a world you'd want to raise your children in.

Oh Nina, Du bist so weise, wie Du schön bist! In was für einer Welt leben wir, dass uns nicht mal mehr unsere Legosteine erlauben, unserer Fantasie zu folgen? Fast kaufe ich die Schachtel, aber das ist genau das Problem, nicht wahr, eingepreistes Glück.

Vielleicht ist das auch, wogegen sich die bemitleidenswert unprofessionellen Kader der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands bei ihrer Kundgebung auf unserem Schloßplatz wenden. Im Dunkeln unter der Plane des Laderaums ihres Lasters schlecht sichtbar stehend, fordern Busfahrer, Küchenhilfen und Kunststofformgeber die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, grüßen ihren Kumpel "Rolf", der sich spontan bereiterklärt hat, die Würstchen zu verkaufen, und wünschen sich eine Gesellschaft, in der die, die gerne kochen, für die kochen, die nicht gerne kochen, und in der der Barbier von Sevilla jeden rasiert, der sich nicht selbst rasiert. Aber, leider, wer rasiert den Barbier?

Weiß es der junge, sympathische Mönch, der ein paar Meter weiter gegen Spenden Yogaheftchen verteilt? Sein hellrosaner Dhoti sagt mir zuerst nichts, und seine Broschüre beschreibt zunächst durchaus interessant, dass es im Yoga darum ginge, das Bewußtsein vom Äußeren, dem Körper, auf das Innere, die Seele zu lenken, und wie man dies durch verschiedene Arten des Yoga erreichen und sich so aus dem ewigen Kreislauf von Tod und Wiedergeburt lösen könne. Der Königsweg sei aber, und jetzt weiß ich, was für ein Mönch der junge Mann ist, das "Chanten" (sic, aber es gibt in der vokabelarmen deutschen Sprache kein besseres Wort) des "Großen Mantras", das wie eine "ZIP-Datei" sei: "die komprimierte Version der spirituellen Welt." Ich wünschte nur, ich könnte mir solche Sätze ausdenken.

Hare Krishna Hare Krishna
Krishna Krishna Hare Hare
Hare Rama Hare Rama
Rama Rama Hare Hare

Chanten verdrängt niedere Einflüsse, bringt Selbst- und Gotteserkenntnis, Transzendenz, die Verwirklichung des eigenen, wunderschönen spirituellen Körpers "und mehr". Klar, dass Materialismus, Esoterik und "Buddhismus & Co." da nicht mithalten können, und auch klar, dass man dann mit seinen Jüngern eben etwas rustikaler umgehen muß, damit sie nur nicht den Zug ins Nirvana verpassen. Wenn man den einzigen Weg kennt, die Menschheit zu retten, darf man nicht zimperlich sein! Aber ich gehe nach Hause.

So ist die Welt. Bunt und komplex und ohne Anleitung. Der Trick ist, trotzdem zu lächeln.

Neil Armstrong

18.08.05

Kino Galore

Wir hatten ja schon angelegentlich über den Zauber Bollywoods und Rani Mukherjees berichtet, der es uns recht angetan hatte. Darum griff ich in meiner Videothek kürzlich zum mit 210 Minuten für westliche Verhältnisse zwar elefantenlangen, aber äußerst auslandsinderorientierten und daher so hochwertig produzierten wie gewaltig starbesetzten "Kabhi Khushi Kabhie Gham" ("Sometimes Happy, Sometimes Sad"), in dem nicht nur die wieder blendende Rani, sondern auch ihre quirlige Kusine Kajol, der Altstar Amitabh Bachchan als streng baritönerner Vater sowie der unvermeidliche Shahrukh Khan und der hippe Newcomer Hrithik Roshan als seine Söhne sehr angenehm auffallen.

Sooo groß isser

Der Plot ist schnell erzählt (Sohn liebt und heiratet andere Frau als vom Vater vorgesehen, flieht nach England, Bruder findet ihn, zieht unerkannt bei ihm ein und überzeugt ihn "subtil", die Familie wieder zu versöhnen, alle weinen) und von Klischees ("subtil" my ass), Seltsamkeiten (Kareena Kapoor) und unverständlichem Nationalismus (Frau schimpft Engländern ohne Unterlaß auf Hindi ins Gesicht, aber ihr Sohn bringt seinen Schulchor dennoch dazu, die indische Nationalhymne (!) auf Hindi (?) zu singen, um seiner Mami eine Freude zu machen) fast unbeweglich schwer, und nach zweieinhalb Stunden fangen auch die immer neuen Musicaleinlagen an, einander immer ähnlicher zu klingen (was vielleicht daran liegen könnte, dass die Lieder fast nie von den Schauspielern selbst, fast immer aber von wenigen professionellen Playbackkünstlern gesungen werden, die bis zu 25.000 Songs in ihrer Karriere einspielen), aber am Ende muß man trotzdem immer mitweinen, und sei es nur, weil sich die Thrombosen in den Beinen endlich kribbelnd lösen. That's movie magic!

Ebenso magisch, und solche Filme werden heute ja immer noch überhaupt nicht mehr gedreht, ist Chaplins "Modern Times", der - und das mit der unvergleichlichen Paulette Goddard auch fast unmöglich charmant - weit mehr und weit Wichtigeres zu Hartz IV sagt als alle oberschlauen heutigen Feuilletonisten zusammen. Auf keinen Fall verpassen!

Gut sind auch, aber mit dem wunderbar stil- und spielsicheren Ewan McGregor und dem immer ernsthaften sexy kid ist man ja schon ohne einen Meter Film auf der sicheren Seite, das allerdings das Glück der Helden arg überstrapazierende ("Jesus must love you!") und ziemlich schleichwerbende, dafür jedoch sehr einnehmende und krachende Action-Science-Fiction-Spektakel "The Island" und die fantasievolle Michael-Jackson-Parodie "Charlie and the Chocolate Factory" mit einem gutgelaunten Johnny Depp und liebevollen Gastauftritten von Helena Bonham Carter und the one and only Christopher Lee. Ob dieser Film aber gut ist, muß ich mir noch überlegen, am besten bei einem zweiten Besuch. Wenn Du Filme und Katjes liebst und diesen Seal auch aus brennendem Herzen hasst, laß uns doch zusammen hingehen! Hallo? ... Hallo?

60 Kilo blondes Hackfleisch bitte

Wo war ...ah, das Fantasy Filmfest neigt sich dem Ende seiner Deutschlandtour entgegen; wer es noch besuchen will, dem seien vor allem der extrem lustige und leckere "Evil Aliens" mit der britischen Miriam Pielhau (nur mit Aussehen, Ausstrahlung und Talent) Emily Booth und der unglaublich gruselige "The Descent" empfohlen. Mehr als zwei Highlights habe ich dieses Jahr aber leider nicht entdecken können.

Den absoluten Tiefpunkt meiner gesamten Kinogängerkarriere kann ich jedoch in höchster Furcht und Abscheu hiermit verkünden: "Les Dalton" mit, jawohl, Til "Sein oder krmblmurmelmurmelpfscht" Schweiger als Lucky Luke und dem "besten Comedy-Duo Frankreichs" Eric und Ramzy als Joe und Averell ist ...ist ...es fällt mir schwer, das zu schreiben, sehr schwer, aber das Beste an dieser Film gewordenen Bremsspur ist Til Schweiger, und das, obwohl er eine negative Anzahl an Gesichtsausdrücken beherrscht (wer ihm zusieht, trägt schwerste Lähmungen davon), sein computeranimierter Schatten mehr Dimensionen als er besitzt und er den Plot als cretinus ex machina für den Zuschauer so unbefriedigend und frustrierend löst, als wäre seine Hackfleischbraut mit der Salatgurke durchgebrannt. Und mit diesem Bild, das immer noch unendlich, unendlich angenehmer ist als jedes einzelne der fast 124.000 in "Les Dalton", seid, bis zur nächsten Aufführung, entlassen.

17.08.05

A Tale of Two Links

Der Video Game Pianist spielt sehr berückend Stücke aus bekannten Videospielen, und Maddox' Seite ist die beste im Universum und eine zurecht sehr bekannte dazu. Enjoy!

Es ist nur ein Stein

Leserin B. S. praktikumt zur Zeit im Heiligen Land, konnte aufgrund des Tisha B'Av aber noch nicht den Tempelberg besichtigen. Dort wird sie im Felsendom den Stein bewundern können,
  • auf dem Abraham fast Isaak geopfert hätte
  • von dem die Jakobsleiter ausging
  • von dem Mohammed zum Himmel auffuhr
  • der der von Gott gelegte Grundstein der Erde ist
  • der der Stöpsel ist, der die Wasser der Sintflut zurückhält
  • und der im Allerheiligsten des Jerusalemer Tempels lag.
Oh, und die Fingerabdrücke des Erzengels Gabriel, der den Felsen fest- und damit davon abhielt, zusammen mit dem Propheten zum Himmel zu fahren, sind auch noch irgendwo auf dem Stein. Man kann nur froh sein, dass nicht auch noch der Buddha ein Nickerchen auf dem Platz gehalten oder David Beckham vom Felsen aus ein Tor geschossen hat. Mein Gott, es ist doch nur ein Stein!

Mann oder Maus

Ein Männchen versucht, meinen Mauszeiger zu fangen.

(Via Mayweather.)

12.08.05

Gute Artikel

Wissenswertes und Gruseliges über amerikanische Megachurches und die Paranoia der Fundamentalisten gibt es hier, feine Gedanken über das Wesen des Kapitalismus da.

Cooler Comic

Mayweather weist uns hierauf hin. Sehr nett!

05.08.05

Statistiken aus meinem Leben

Bisher in diesem Jahr geküsste Männer: 2 (nur fürs Theaterstück, verdammt!)
Bisher in diesem Jahr geküsste Frauen: 2 (sie wollten es auch!)
Verpasste Gelegenheiten, cool zu sein: mindestens 1 (auf der Mitgliederversammlung des deutschen Debattierclub-Dachverbands VDCH sind die lässigen Leute nachts noch im Neckar schwimmen gegangen, der Autor war jedoch viel zu müde, um sich a) an zusammengeknoteten Bettlaken (sic) aus der abgeschlossenen Jugendherberge abzuseilen und b) seinen weißen Arsch im Fluß abzufrieren, auch wenn c) einige hübsche Mädchen dabei waren, aber d) vielleicht ist das ja wahre Coolness? e) Nein.)

Hm. Ich bin so ein Versager. Selbst beim Papst gibt's ja mehr Action als bei mir, verdammt! Okay, sie kommt hauptsächlich von den welken Lippen greiser Kardinäle und konzentriert sich auf den Fischerring, aber besser als nichts. Hoffentlich geht der Sommer noch lange!

Marc Aurels weise Worte 2

Wieder nach diesem Buch, Seite 92:

Die Ursache Deines Unglücks sitzt nicht in anderen Menschen, auch nicht in der Wendung Deiner äußeren Verhältnisse. Wo aber dann? fragst Du. In Deinem eigenen Urteil oder Deiner Meinung. Halte, was Dir widerfährt, nicht für ein Unglück, und alles steht gut.

Die besten Anmachsprüche 1

"Wie heißt Du?"
"Hannelore. Gefällt Dir mein Name?"
"Nicht so gut wie Dein Busen!"

Großartig. Und aus diesem Film.

04.08.05

Die Zukunft der Arbeit

Ich habe über dieses Thema ja schon hier und da und auch dort ein bißchen gebloggt, allerdings immer nur mit Verweisen auf größere Geister. Heute mein nichtswürdiger Senf.

Es ist ganz einfach.
Die Church-Turing-These besagt, dass alle effektiv berechenbaren Funktionen von einer Turingmaschine berechnet werden können.
Jeder Computer ist eine universale Turingmaschine.
Jede effektiv berechenbare Funktion kann also von einem Computer berechnet werden.
So einfach ist das.

Aber jetzt wird's schwer: Was effektiv berechenbar ist, entscheiden wir. Effektiv berechenbare oder algorithmische Funktionen sind nämlich nicht eindeutig bestimmt, sondern umfassen alle intuitiv als berechenbar gesehenen Funktionen.

So schwer ist das. Denn je nachdem, wie wir eine Handlung, eine Arbeit verstehen, ist sie entweder durch einen Computer berechen- und ersetzbar oder eben nicht. Ist eine Verkäuferin eine Produktberaterin, die eine menschliche Beziehung zu ihren Kunden aufbaut, oder ein besserer Roboter, der Waren über einen Scanner zieht? Ist ein Bankkaufmann ein verantwortungsvoller und vertrauenswürdiger Vermögensverwalter oder ein präziser Automat, der Transaktionen durchführt? Ist eine Chirurgin eine fähige Heilerin mit ruhiger Hand oder eine komplexe Maschine, die eine bestimmte Anzahl Operationsschritte beherrscht? Und ist ein Professor ein kreativer Denker - oder ein Mausklicker vor einem Expertensystem? Worauf legen wir Wert?

So verdammt schwer ist das. Denn das Gespenst des Algorithmus, das in der Welt umgeht, ist nur der Vorbote weit größerer Umwälzungen. Was macht die Verkäuferin, wenn sie durch einen RFID-Empfänger ersetzt wird, weil wir mehr Wert auf Geld als auf Menschen legen? Bankkauffrau werden? In der Filiale stehen nur noch Geldautomaten und virtuelle Helferlein. Chirurgin? MEDBOT 3000 hat bisher 588 Herzen ohne einen einzigen Fehler verpflanzt. Oder, nach fünfzehn Jahren Abendschule, Fernstudium, Disser- und Habilitation, Professorin? Seit der letzten Kürzung des Bundesbildungsetats wurden 85% der Hochschullehrer durch einen Pentium III mit professoraler Expertensoftware ersetzt, der von einer Ein-Euro-Kraft bedient wird. Was macht sie dann?

Oh, und dann fängt der Spaß erst so richtig an: Wer füttert die 30 Millionen deutschen Arbeitslosen? Wer kauft, um die Marktwirtschaft zu retten? Und was macht die Politik?

Im Moment - nichts. In der Vergangenheit - nichts. Mit Baroness Merkel - nichts. Dabei sollten sie oder einer ihrer Quietschboys dringend das Ruder ergreifen, dringend. Denn das Problem ist nicht die fantastische Fähigkeit der Computer, das Problem ist noch nicht mal die kommende flächendeckende Arbeitslosigkeit, das Problem ist, dass das Problem nicht gesehen, oder schlimmer noch, komplett verneint wird, von den Eliten aller Couleur. Volle Kraft voraus, der Eisberg weicht zuerst aus!

Ich bin der König der Welt!

Dabei ist die heutige wirtschaftliche Weltordnung nicht älter als 200 oder 250 Jahre. Es gab vor ihr lange würdiges menschliches Leben, und es wird auch nach ihr lange würdiges menschliches Leben geben. Aber wenn wir die Geburtswehen, die Kinderkrankheiten, die Fehlgeburten der neuen Ordnung vermeiden wollen, und Baby, 30 Millionen halb verhungert durch Deutschland marodierende und brandschatzende Hartz-Zombies sind eine monströse, gargantueske, in ihrem eigenen Blut ersoffene Fehlgeburt, müssen wir dringend darüber nachdenken, wie diese Ordnung aussehen soll, dringend. Die oben verlinkten Herren tun es bereits. Meine Nichtswürdigkeit tut es. Ich wünsche, Ihr tut es auch. Also laßt es uns auch unseren Herren in die Hirne hämmern!

03.08.05

Altschulden

Wer sich noch an diesen Eintrag erinnert, wird sich auch daran erinnern, dass ich darin eine interessante Abhandlung über die Modellierung von Fußgängerströmen "in den nächsten Wochen" versprochen habe. Hier, nur "leicht" verspätet, ist sie.

Aufgrund der weltweiten Bevölkerungsexplosion, Urbanisierung und Verbreitung von Massenverkehrsmitteln gibt es immer mehr Massenereignisse, die große Anforderungen an Sicherheit und Effizienz stellen. Um ihnen erfolgreich zu begegnen, ist es nicht nur nötig, die in Fußgängermengen vorhandenen Phänomene gut zu kennen, sondern vor allem, sie gut zu modellieren, da Feldversuche aus einleuchtenden Gründen nur schwer durchführbar sind.

Welche Phänomene treten in Fußgängermengen auf? Und warum?
Zur Beantwortung der zweiten Frage stellen wir fest, dass einzelne Fußgänger
  • Umwege und Umkehren vermeiden, was zum Beispiel zu Trampelpfaden führt
  • den schnellsten, bequemsten Weg und die effizienteste Geschwindigkeit vorziehen
  • und zu anderen Fußgängern, Hindernissen und Gefahren Abstand halten, abhängig von der Mengendichte und der Gehgeschwindigkeit.
Schon aus diesen wenigen Regeln ergeben sich viele komplexe Phänomene der Selbstorganisation von Fußgängermengen:
  • Sich entgegenkommende Ströme fließen in Bahnen, die die Effizienz für alle erhöhen
  • Aufgeregte und zu dichte Ströme blockieren sich durch Reibung und Kollisionen
  • Sich kreuzende Ströme bilden Streifen rechtwinklig zur Summe der Richtungsvektoren, was wiederum die Effizienz für alle erhöht
  • An Flaschenhälsen kommt es zu Behinderungen und Verstopfungen, da niemand nach hinten sehen kann; dies gilt besonders, wenn sich ein Weg zuerst weitet und dann wieder verengt, da an der breiten Stelle auseinanderstrebende und einander überholende Fußgänger an der engen Stelle wieder aufeinandertreffen.

Die Jamarat-Brücke

Solche Engstellen können mitunter sogar tödlich sein, wie immer wieder bei der "Steinigung des Teufels", dem Höhepunkt der Hajj, der jährlichen Pilgerfahrt nach Mekka zu beobachten war. Hierbei müssen die Pilger zwischen Mittag und Sonnenuntergang nacheinander jeweils sieben Steine auf drei den Teufel symbolisierende Säulen werfen, die sich auf einer Brücke befinden. Da diese Brücke sich zuerst geweitet und zur letzten Säule hin verengt hat, und da die alten Säulen und die sie umgebenden Steinsammelbecken nicht auf die heutigen Pilgermengen hin ausgelegt waren und die Pilger aufgrund der Zeitbeschränkung in Eile sind, kam es an der dritten Säule, Jamarah Al-Aqabah, regelmäßig zu Verstopfungen und Paniken mit hunderten Toten. Dieses Problem ist nach Umbauten heute aber gelöst.

Paniken entstehen jedoch weiterhin aus vielerlei Gründen an anderen Orten der Welt, an denen sich viele Menschen versammeln, und führen aufgrund der instinktiven Kopflosigkeit und dem Herdentrieb der Menge oft zu Toten und Verletzten, allermeistens aufgrund der Panik selbst, nicht wegen ihrem eigentlichen Grund.

Was für ein Modell stellt nun sowohl Phänomene ruhiger als auch panischer Fußgängermengen möglichst wirklichkeitsgetreu dar? Auftritt Dirk Helbing, Professor der Theoretischen Physik, mit seinem Soziale-Kräfte-Modell und der einfachen Grundgleichung

Die Soziale-Kräfte-Grundgleichung

Hierin ist vi0 die Wunschgeschwindigkeit, in die ein Panik- oder Nervositätsparameter n einbezogen werden kann - je niedriger die Durchschnittsgeschwindigkeit und je panischer man ist, desto mehr steigt die Wunschgeschwindigkeit. ei0 modelliert die Wunschrichtung, die je nach der Größe von n individuell, aus dem Durchschnitt der Richtungen der unmittelbaren Nachbarn oder aus einer Mischung dieser beiden Vorgaben ermittelt wird, was ein mehr oder weniger starkes Herdenverhalten simuliert. Die tatsächliche Geschwindigkeit vi wird dann in der Zeit τi angepaßt, und abstoßende Interaktionskräfte fij mit fremden Fußgängern und fiW mit Hindernissen und Wänden sowie anziehende Kräfte fijatt mit der eigenen Fußgängergruppe und fiKatt mit statischen Attraktionen werden zum Ergebnis summiert, können zur Vereinfachung aber auch weggelassen werden. So einfach, so genial, und hier in Simulationen nachvollziehbar.

Das Ganze gibt's auch in einer Hausarbeit von irgendjemandem zum ausführlicheren Nachlesen und auf den angegebenen Sites oder mit geeignetem Gegoogle zum weiteren faszinierten Vertiefen. Schuld erfüllt?

Die Weltwirtschaft

Ich bin kein Experte, aber es funktioniert ungefähr so:
  • Wer etwas kaufen will, braucht Geld.
  • Wer mehr kaufen will, als er verkauft, muß Schulden machen.
  • Die USA kaufen, also importieren, pro Tag etwa zwei Milliarden Dollar mehr, als sie verkaufen, also exportieren.
  • Der dafür nötige Kredit wird hauptsächlich durch amerikanische Staatsanleihen finanziert, die in den letzten Jahren vor allem von den großen Zentralbanken Chinas, Japans, Südkoreas und Taiwans gekauft wurden.
  • Die asiatischen Banken finanzieren das US-Defizit zum einen, weil sie ihre bislang meist an den Dollar gekoppelten Währungen niedrig und damit exportfreundlich und den Dollar hoch und damit stabil halten wollen, weswegen sie Dollars kaufen, die sie anschließend, um sie sinnvoll zu nutzen, in die Staatsanleihen investieren.
  • Zum anderen wollen China, Japan, Korea und die anderen asiatischen Länder den wichtigsten Absatzmarkt ihrer stark exportorientierten Wirtschaften mit allen Mitteln am Laufen halten, weswegen sie die Staatsanleihen nachfragen, was die amerikanischen Zinsen niedrig hält, was die immer fragileren amerikanischen Immobilien und damit die amerikanischen Privatkredite und damit den amerikanischen Konsum stützt und stärkt.
Dieses System funktioniert aber nur, so lange die Schulden des Schuldners nicht schneller wachsen als sein Einkommen ...
Wenn ich der Bank 10.000 Dollar schulde und sie nicht zurückzahlen kann, Pech für mich. Wenn ich der Bank aber 3.000.000.000.000 Dollar schulde und sie nicht zurückzahlen kann, Pech für die Bank. Und weil die Bank in diesem Fall der Rest der Welt und der Schuldner der einzige kauffreudige Konsument auf dem ganzen Markt ist, wäre es ungut, mehr als ungut, wenn er in die Schuldenfalle geriete. Doppelplusungut.

Darum ist die kürzlich erfolgte Aufwertung des Yuan eine gute Nachricht, weil sie ein erster, wenn auch zaghafter Schritt hin zu einer weniger halsbrecherischen globalen Finanz- und Wirtschaftsordnung ist.

02.08.05

Robot Rage

Extinguisher 2000

Kürzlich dieses sehr kurzweilige Spiel entdeckt. Man baut sich wie in den "Robot Wars"-Sendungen, nur viel besser, aus einer Vielzahl von Teilen seinen Roboter zusammen, bestückt ihn mit Stacheln, Äxten, Sägen oder auch Flammenwerfern und stürzt sich dann auf einem virtuellen Hochhausdach in den Kampf mit anderen Robotern, immer darauf achtend, weder seine Panzerung noch seine Batterie zu vergeuden. Gewinnt man, gibt es Geld und Punkte, ersteres für neue Teile, zweitere für den Highscore.

So weit so bekannt, aber was das Spiel erst kurzweilig macht, ist, dass man es online mit anderen Menschen spielt, was unendlich viele verschiedene spannende und spaßige Kämpfe garantiert, von den immer unterhaltsamen, oft kreativen, manchmal kuriosen individuellen Bemalungen der Maschinen ganz abgesehen. Schaut hier für das Spiel vorbei und schreibt mir dann, wann ich Euch in der Arena treffen und vernichten soll.

01.08.05

27.07.05

Pädagogische Psychologie

Die "Klausurergebnisse" sind endlich online, und ich lade die Präsentationsdatei in freudiger Erwartung runter, nur um auf einer süffisanten Folie zu lesen, dass "an dieser Stelle ab 13. September 2005 die Klausurergebnisse stehen" werden. What the-?

Zympadie für Mr. Wegens

...ist großartig, take my word for it. Ganz anders, eine Sommerkömodie, die den Namen einmal verdient nämlich, aber ebenfalls super, ist "Crustacés et coquillages" mit, holla, einer wunderbar reifen, bezaubernden Valeria Bruni-Tedeschi und einer sehr entspannten, lebensnahen Botschaft. Eher schlecht sind dagegen der zwar nett bespielte, aber einfallslose und unlogische "Mr. & Mrs. Smith" und der hausbackene Mysteryfilm "The Skeleton Key", trotz Kate Hudsons Bemühungen, unter der Dusche sexy auszusehen. Ich habe diese geistlosen Manhattan-Debütantinnen so satt!

Aber gut. Mal sehen, was das Fantasy Filmfest Schönes bringt. Nur noch eine Woche!

23.07.05

Meine BUNTE Welt

Wenn Mutti sie schon mitbringt, kann ich doch auch mal reinschauen ...

Unterhaltungswert kann man dem Blatt ja nicht absprechen, wenn man nur sein Hirn ausschaltet und sich einfach von den vielen Stars und den vielen großen, farbigen Bildern berieseln lässt: Ob Tara Reid als Kind wohl pummelig war? Thomas Helmers "Edel-Loafers von Dolce & Gabbana" (sind die beiden eigentlich noch zusammen?) sehen ausnehmend beschissen aus - genauso wie seine Braut, höhö. Und an Tom und Katie glaube ich immer noch nicht. Dafür sieht Albert II., flankiert von seiner guten und seiner mißratenen Schwester, richtig freundlich und sympathisch aus, auch wenn ich trotzdem nicht verstehe, wer mit diesem Mann, an dem alles vom Kopf über den Bauch bis vermutlich zum Albert III. eiförmig ist, auch nur ein illegitimes Kind zeugen möchte. Naja, Nina Hoss finden ja auch einige wahrscheinlich blinde Kretins häßlich. Schade übrigens, dass ich nicht zu den Salzburger Festspielen kann, Hoss und die weiterhin sehr großartige, überaus charmant russische Anna Netrebko ...

200 Schulkindern, die gratis ins Konzert durften, verriet die Netrebko ein Geheimnis: "Von nichts kommt nichts, ich probe bis zu sechs Stunden am Tag."

...hätte ich gerne gesehen und gehört, aber Kartenpreise bis zu 360 Einheitswährung und gut ein Jahr Bestellfrist waren für diesmal doch noch etwas zuviel. Solange tröstet mich eben Kumpel Google.

Wieder Anna Netrebko

Oh Anna, wann erhörst Du mich endlich? Wie oft soll ich noch Deinen Namen in meine Haut schneiden? Ich- ich- wo war ich? Ah ja ...

Alles ganz happy und very, very beautiful also, doch wehe, wenn man sein Hirn wieder einschaltet und auch die BUNTEn Artikel liest: Frauenglück durch 166 Euro teure Sonnenbrillen. Und 465 Euro teure Plateauschuhe. Und gute, "ungefährliche" Männer, Ärzte zum Beispiel, wie sie die "vielseitige" Christiane Paul liebt, keinesfalls aber Rocker, wie sie die "Elfe" Kate Moss mag. Und vor allem durch Eva Kohlrusch und, bereits im zweiten Absatz, ihre Textbausteine:

Was verführt Männer, wenn sie Macht besitzen, sich reichhaltig sexuell zu bedienen?

Tja, was nur, Eva, Liebste? Was verführt sie dazu? Was bestärkt sie darin? Vielleicht Artikel über Angela Merkel in Prizren, die damit beginnen, was sie anhat? Oder Artikel, die Modestrecken sind, die Werbung sind, die Artikel sind, für einen "award" des Magazins? Oder Interviews, unendlich schleimig wie eh und je, von, mit und für Paul "Spüren Sie ihn gelegentlich?" Sahner? Oder doch winzig kleine, aber groß verräterische Bemerkungen wie die, dass Frauen wie die "exotische" Michelle Yeoh Männer wie den "Teamchef" Jean Todt "ablenken" würden und unser Schumi deswegen nicht mehr siegen könne? Wie ging das noch gleich ...? Ah, hier:

GENERAL JACK D. RIPPER
Mandrake, do you realize that in addition to fluoridating water, why,
there are studies underway to fluoridate salt, flour, fruit juices,
soup, sugar, milk... ice cream. Ice cream, Mandrake, children's ice
cream. [...] A foreign substance is introduced into our precious
bodily fluids without the knowledge of the individual. Certainly
without any choice. That's the way your hard-core Commie works.

GROUP CAPT. LIONEL MANDRAKE
Uh, Jack, Jack, listen, tell me, tell me, Jack. When did you
first... become... well, develop this theory?

GENERAL JACK D. RIPPER
Well, I, uh... I... I... first became aware of it, Mandrake,
during the physical act of love.

GROUP CAPT. LIONEL MANDRAKE
Hmm.

GENERAL JACK D. RIPPER
Yes, a uh, a profound sense of fatigue... a feeling of emptiness
followed. Luckily I... I was able to interpret these feelings
correctly. Loss of essence.

GROUP CAPT. LIONEL MANDRAKE
Hmm.

GENERAL JACK D. RIPPER
I can assure you it has not recurred, Mandrake. Women uh... women
sense my power and they seek the life essence. I, uh... I do not
avoid women, Mandrake.

GROUP CAPT. LIONEL MANDRAKE
No.

GENERAL JACK D. RIPPER
But I... I do deny them my essence.

Mehr über die männerfressenden Frauen hier. Nur für Dich, Eva.

Meine Videothek

Wenn der Burgerwender nicht weiß, ob er Rind oder Pferd verarbeitet, wird er gefeuert.
Wenn der Plattenverkäufer noch nie vom King und von Prince gehört hat, fliegt er raus.
Wenn die Bäckersmagd nicht weiß, was eine Brezel ist, wird sie im Mühlbach ertränkt.
Überall, wo man arbeitet, wird Fachwissen verlangt.

Nur nicht in meiner Videothek. Ähh, unsere DVDs sind alle RC1 ...RC2 ...genau, ja, RC1, ich meine RC2! "Zympadie für Mr. Wegens", bitteschön. Wir haben jetzt tolle neue Filme reinbekommen, "Blade: Trinity", "Trouble ohne Paddel" und "Constantine". Sie leihen alle "Star Wars"-Filme aus? Wie, kommt da jetzt ein neuer?

Warum gehe ich eigentlich da hin?

17.07.05

Saddam oder Herr Hussein?

Die CBC weiß Bescheid.

Guess the Google

Lustig. Mehr als 350 Punkte sind echt schwer zu erreichen.

Fantastic Four

Eigentlich wollte ich über dieses entsetzliche Machwerk ja so richtig herziehen, aber diesen Job hat bereits ausgerechnet ein "Spiegel"-Journalist zu meiner vollsten Zufriedenheit erledigt. Dann eben beim nächsten vergeigten Comicfilm.

Apropos Spiegel

Man muß dieses Interview mit Joachim Fest weder online kaufen noch im Heft lesen, es reicht, sich das einleitende Foto anzusehen, um zu wissen, dass man es mit einer wahren Geistesgröße der Eitelkeit zu tun hat. Fest sitzt nicht vor seiner Bücherwand, er thront, links und rechts in Ermangelung von Marmorlöwen von Lampen flankiert, mit monarchisch herablassendem Blick auf seinem schwarzen Ledersofa, hinter ihm Unmengen von kaum berührt anmutenden Büchern, die vor allem wegen ihrer Wirkung im Regal ausgesucht worden zu sein scheinen. Dass es sich nicht um ein wirkliches Studierzimmer handeln kann, merkt man spätestens, wenn man sich überlegt, wie der geschichtswichtige Geschichtsschreiber eigentlich an die obersten Bücher hinter dem Sofa herankommt. Schiebt er es immer beiseite? Mit seinen 78 Jahren? Oder klettert er gar darauf? - Das oberste Bord ist bestimmt drei Meter hoch und damit immerhin halb so groß wie Joachim Fests Ego.

16.07.05

Der Spiegel

Mit 14 las ich jede Woche den "Spiegel".
Mit 14 fand ich die großen, bunten Fotostrecken, zwischen denen sich allzu kurze, schlampig recherchierte, tendenziöse, bisweilen verzweifelt auf Kurzweiligkeit frisierte, immer mit einer oft gezwungenen Anekdote eingeleitete Artikel schlängelten, gut.
Mit 14 verschlang ich froh die endlosen, von keiner Information getrübten Stimmungs- und Atmosphärenberichte über Politiker, Manager, Sportler oder auch einfache Bürger.
Mit 14 hielt ich die Umfragehäppchen für bedeutsam.
Mit 14 hielt ich die Erklärungen in den Wissenschaftsartikeln für richtig.
Mit 14 freute ich mich jede Woche auf das halb bis gar nicht bekleidete Mädchen unter den "Personalien" und nahm auch die vielen schönen Frauen in den anderen Fotos, die oft kaum etwas mit den zugehörigen Artikeln zu tun hatten, gern zur Kenntnis.
Mit 14 las ich jede Woche den "Spiegel".

Ich bin nicht mehr 14.

Der Strukki

Carsten Maschmeyer

Er meldet sich nach Jahren wieder und fragt, wie es mir gehe und ob wir was trinken gehen sollen. Wir gehen was trinken, und er schwärmt nicht nur wie sonst von großen Autos und schönen Frauen, sondern auch von einer Deutschen Vermögensberatung AG, für die unter anderem Michael Schumacher auf seinem Käppchen werbe, die großartige Verdienstmöglichkeiten eröffne, die beste Allfinanzberatung biete, die Selbständigkeit ermögliche, und ob ich nicht mal zu einer Informationsveranstaltung mitkommen wolle? Ich, auf Nebenjobsuche und ahnungslos, tausche Turn- gegen Halbschuhe und komme ein paar Tage später zu der Veranstaltung in einem kleinen württembergischen Dorf mit. Auch seine Kollegen haben Gäste mitgebracht, von Buchhaltertypen bis zu ballonseidenen Langzeitarbeitslosen ist alles dabei, aber der naßforsch-dynamische Referent läßt sich davon nicht im Mindesten beirren und schwärmt von der DVAG, für die unter anderem Michael Schumacher werbe, die großartige Verdienstmöglichkeiten eröffne, die beste Allfinanzberatung biete, die Selbständigkeit ermögliche, und ob wir nicht gleich einsteigen wollten?

Ich mache einen Scherz, dass die vorgestellte Hierarchie ein wenig wie eine Pyramide wirke, immer noch säuglinghaft ahnungslos. "Das wäre doch illegal, haha. Haha", sagt sein Chef, und wir vereinbaren einen erneuten Termin einige Tage später, und wieder zuhause kann ich so lange nicht einschlafen, bis ich mich endlich durch Mama Google aufklären lasse. Hier zum Beispiel. Oder hier. Ich sage ab, erschrocken, aber erfahrener, und er versucht noch, mich umzustimmen, doch vergebens, und er geht, in eine dunkle Zukunft.

Bosse wie Kohlfreund Reinfried Pohl von der DVAG und Schröderfreund Carsten Maschmeyer vom AWD (siehe Bild) machen ihre zahllosen Millionen auf dem Rücken ebensovieler armer Teufel unten in der Pyramide, die durch ihren "Traumjob" nach und nach Freunde, Geld und Gesundheit verlieren, der Wirkung von Tom Cruises "Kirche" nicht unähnlich. Seid gewarnt.

Leser B. R.

...schickt uns ein erstaunlich gelungenes Foto von uns, das wir nach nur minimalster Retusche (Farben, Muskeln, Lepra etc.) hier veröffentlichen wollen, für Eure Dartscheiben, Altäre usw. Vielen Dank!

Andreas C. Lazar

11.07.05

Carole Pateman

Am Donnerstag mit einer sehr netten Kommilitonin ein kleines Referat zum noch nicht mal zwanzig Jahre alten "The Sexual Contract" gehalten, in dem die Autorin in fürchterlich undurchsichtiger Prosa eine erstaunlich bemerkenswerte Einsicht hat: Mit der Überwindung der "natürlichen" patriarchalischen Gesellschaftsordnung durch die klassischen Vertragstheoretiker sei gleichzeitig die "natürliche" patriarchalische Geschlechterordnung fortgeschrieben worden, indem diese als privat und damit nichtpolitisch deklariert wurde. Diese Ordnung sei daher aber Teil der Vertragstheorien und somit das Private politisch, womit wir wieder bei der wildschönen Uschi Obermaier und ihrem pudelhirnigen Rainer wären und sogar über sie hinaus, denn "politisch" heißt bei Pateman nicht Kiffen, Lallen und Pudding, sondern amerikanische Verfassung, Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte, mithin Grundgesetz, also Ernsthaftigkeit. Mehr, wenn ich mehr weiß.

Soll ich Dir meinen Verfassungszusatz zeigen?

Ich prophezeie: Die Gleichberechtigung wird erst erreicht sein, wenn Männer von schönen Frauen auf Fotos nicht mehr so elend wachhundhaft besitzerstolzierend stieren und ich nicht mehr jeden Blogeintrag als Alibi nutze, um nach Nackedeis zu googlen. Vielleicht 20006?

Apropos Tom Cruise

Auf Operation Clambake erfährt man alles über ihn, seine "Religion" und seinen Wahnsinn. Tonnenweise Informationen! Und die Inspiration für diese Aktion von irgendjemandem.

10.07.05

Idomeneo

...in der Staatsoper Stuttgart ist ein furchtbarer Langweiler. Zehn Meter hohe blaue Wände als einzige Kulisse schieben sich ständig hin und her und vor und zurück und in- und auseinander, bis sich endlich die gesanglich zwar meistens mittelgroßen, schauspielerisch aber bisweilen zwergenkleinen Spieler (ganz schlimm: Johan Weigel, ein typischer 1,50 Meter großer Tenor mit vollgepumpter Torerobrust, Resonanzkammer im Oberschädel, brettblödem Blick und maximal eineinhalb szenischen Gesten) völlig darin verlieren und der Zuschauer in einen schrecklich unruhigen Schlaf fällt. Meiden!

Nicht so gekonnt gesungen, aber sehr sympathisch ist der kürzlich gesneakte, mit 138 Minuten erstaunlich kurz(weilig)e Bollywoodfilm "Saathiya" mit einer umwerfenden Rani Mukherjee, die in unbewegten Bildern leider nicht ganz so gut zur Geltung kommt, einem (unfreiwillig?) komischen, aber liebenswerten Vivek Oberoi und natürlich auch einem Cameo von Shahrukh Khan. Ebenfalls empfehlenswert sind die herrlich realistischen, also düsteren "Batman Begins" mit dem unschlagbaren Christian Bale und, tatsächlich, "War of the Worlds", zumindest in allen Szenen, deren Schwerpunkt nicht auf Tom Cruise liegt, oder wenn man einfach nicht auf ihn achtet, den alten scientounlogischen Irr-

Doch noch ein geltendes Foto gefunden!

Rani Mukherjee in Saathiya

Vielleicht ist im Penthouse auch Platz für drei ...

Das Kartenhaus

Wann platzt die Blase?

Neues aus der Prawda

Etwa die Hälfte der gut eine Million Leser des "Economist" lebt in den USA, und der durchschnittliche Leserhaushalt verdient viel Geld im Jahr. Sehr viel Geld. So eine Klientel darf man nicht verschrecken. Außer zwischen den Zeilen.

In late May, the secretary-general of Amnesty International compared the detention centre in Cuba [Guantánamo Bay] with a Soviet gulag. Mr Bush called the analogy "absurd" (which it was: the gulags were essential to the operation of the Soviet state).

Ist die staatssystemische Notwendigkeit aber wirklich das Erste, was einem beim Wort "Gulag" einfällt? Oder etwas anderes? Warum erwähnt der Autor sie dann? Weil er das andere nicht widerlegen kann?

Kassandra

Zwei Wochen nach meinen Mutmaßungen über den Bischof von Ostia wird er Papst. Fünf Tage nach meiner Warnung vor einer islamistischen Stadtguerilla schlägt sie zu. Was wird als nächstes wahr? Unheimlich ...

Obwohl: Heidi Klum verläßt morgen Seal, zieht mit mir in ein Penthouse hoch über New York, und wir verlassen nie mehr das Bett ... Einen Versuch ist es wert!

04.07.05

Wozu arbeiten?

Ob Götz Werner (Link nicht mehr aktuell) in meinem Blog geschmökert hat? Unbedingt lesen!

02.07.05

Amerika sucht den Superrichter

Zeit (Link nicht mehr aktuell) für den Jihad.

The chickens come home to roost

Islamistische Stadtguerilla in Boston, Birmingham, Berlin? Dankt Zbigniew Brzezinski. Okay, und Jimmy Carter, aber ich wollte unbedingt "Zbigniew Brzezinski" schreiben. Zbigniew Brzezinski. Zbigniew Brzezinski. Zbigniew ... Jetzt laßt einem alten Mann doch seine letzten Freuden!

21.06.05

Wann ist ein Mann ein Mann?

Letzter Nachtbus. In meinem 600.000-Seelen Hüllendorf gibt es nur drei. Hinter mir sitzt offenhörlich ein schlecht integrierter Jugendlicher südosteuropäischer Herkunft in dritter Generation:

(Zu einem Mann, der eine Pizzaschachtel in den Händen hält) "Ey, krieg ich ein Stück?"
"Äh, nein."
"Komm, ist die Pizza kalt oder was? Willst Du sie ganz allein essen? Hast Du soviel Hunger? Was machst Du? Bestimmt Student, oder? Was, Zivi? Sozialarbeit, Altersheim und so, oder? Bist Du da auch so sozial? Alter, nur ein Stück! Warum nicht? Ey, ein Stück, mehr will ich ja gar nicht, sei mal zivil ..."

Einige Haltestellen und circa fünftausend weitere in weinerlichem Singsang vorgetragene Bettelworte später steigt der Pizzamann aus, und ich kann den nächsten Satz des integrationstraumatisier(en)t(d)en Jungen mitsprechen:

"Ey, ich wollte eh nix von seiner Pizza!"

Während - wirklich - über die ständig die neuesten "Hits" plärrenden, turbohip knarzenden Buslautsprecher Grönemeyers "Männer" läuft, wendet sich seine Aufmerksamkeit alsogleich zwei Mädchen zu, die rechts von mir sitzen:

"He, psst! Nicht Du, die andere, die ist viel hübscher! Hey, sagt Ihr mir Eure Namen? Verratet Ihr mir Eure Namen? Wie, nein? Hey, Du bist echt voll süß, sollen wir uns mal treffen? Alter, was ist denn, redest Du nicht mit mir oder was? Bin ich nicht süß genug oder was? Ey, ich hab ..."

Gefühlte zehn Tage später steigt er aus, streckt den Mädchen erwartungsgemäß seine Zunge entgegen und macht ihnen - wirklich - eine lange Nase, aber was mich schockt, ist, dass der "Junge" legere Geschäftskleidung inklusive Krawatte trägt und mindestens 30 Jahre alt ist. Erwachsen.

Aber wahrscheinlich muß das so sein, die Kohlsuppe ist längst, längst nicht ausgelöffelt, und immer, wenn wir unter schlimmem Bauchgrimmen glauben, wir hätten's endlich geschafft, wird nachgeschenkt, bis es schwappt, nächstens mit freundlicher Empfehlung der ersten Köchin des Hauses, Suppe wieder und wieder. Pizza gibt es nicht.

Der freie Markt, der freie Markt, der hat immer recht

Der "Economist" ist klug und weiß daher, dass Frauen nicht die besten Jobs kriegen, weil sie nicht rund um die Uhr zur Verfügung stehen können, weil sie die Kinder hüten müssen. Leider ist er nicht auch weise und nimmt dies daher nicht zum Anlaß, darauf hinzuweisen, dass auch Männer Kinder hüten könnten, oder dass Jobs, bei denen man rund um die Uhr zur Verfügung stehen muß, menschenfeindlich sind, sondern macht am Ende Feministinnen lächerlich:

Feminists have long had two aims for the workplace. First, that women should be equally represented across the workforce and in all types of jobs. Second, that the sisterhood should be paid as much, or as little, as men doing the same job. They thought these aims were complementary: in fact, they may conflict.

Ein weiteres Beispiel des Prawda-Syndroms? Aber was soll ich sonst lesen? Ein Magazin von deutschen Journalisten? Puh-lease!

Superman is a dick

Stundenlanger Spaß.

Superman hasst Jimmy Olsen

(Via This Modern World.)

Der Archipel

Orcinus und Billmon (Link nicht mehr aktuell) informieren ausführlich darüber, was passiert, wenn ein US-Senator sagt, wie's ist.

13.06.05

Der Junge mit der Strähne

Der Junge mit der Strähne schaut mich an. Ich schaue ihn an, mich wundernd, warum er mich anschaut. Wir steigen in die selbe Stadtbahn, und ich lese, aber merke über meine Zeitung hinweg, dass er mich wieder anschaut. Ich schaue erneut verwundert zurück. Eine Station, bevor ich aussteige, fragt mich der Junge mit der Strähne, ob ich wüßte, wie er "da" hinkomme, und gibt mir einen kleinen Zettel: Würde Dich gerne kennenlernen, Du mich auch? - 017... - M. Ich, Breihirn, verstehe, dass ihm ein Liebchen den Brief zugespielt hat und er es nun besuchen will, aber nicht genau weiß, wo seine Straße liegt, die wahrscheinlich auf der Rückseite ...

Ich will Dich spüren, Dich fühlen, Dich berühren, immer und immer wieder.

...überfliegen meine nach stundenlangen Theaterproben allzu müden Augen, ohne es weiterzusenden, erkennen nur, dass die in schnörkliger Schrift geschwungenen Wörter keine Adresse enthalten, und ich drehe den Zettel wieder um, frage mich, warum der Junge mit der Strähne erwartet, dass ich Hausadressen zu Handynummern kenne, und gebe ihm mit keiner Ahnung seine Nachricht zurück. "Nicht?" und "Schade", und er ist weg, und ich erröte, keine Sekunde später, in Scham für meine Totenreflexe und meine Polarabfuhr, in Verblüffung, in Verstehen ...und in Freude. Auch in diesem grauen und arbeitsvollen Frühling schießt Cupido noch für mich, noch mit Schrot, jaja, aber soviel schöner als ohne. Danke, Junge mit der Strähne!

11.06.05

The great stitch-up

Der "Economist" zeigt die völlige Schwachsinnig- und Kundenfeindlichkeit neuer Textilquoten auf, und irgendjemand in Italien hat es dankenswerterweise auch für Nichtabonnenten sichtbar gemacht. Lesen!

09.06.05

The Editing Room

DARTH HAYDEN CHRISTENSEN
Where's Natalie Portman? Suddenly I am worried about her again.

IAN MCDIARMID
It seems that in your overacting, you killed her.

Köstlich.

06.06.05

Apropos Hackfleischsosse

Es reicht nicht, dass mir nach dem Mittagessen den ganzen Nachmittag schlecht war.
Es reicht nicht, dass ich wie ein Maniker im homizidal-psychotischen Stadium unter höllischem Gurgeln ins Bad unseres Gästehauszimmers gestürmt bin und dabei unseren armen, sich gerade die Hände waschenden Teamjuror völlig verängstigt habe.
Es reicht nicht, dass ich die gesamte winzige Naßzelle rot und gelb vollgeballert habe wie George Bush sein Verbindungshaus, und meine Knie dazu. Zum Glück hatte ich gerade keine Hose an. Nein, nicht fragen.
Es reicht nicht, dass ich den Pladder auf Händen und Knien und mit Klopapier und Lappen aufwischen mußte, halbnackt in der klaustrophobischen, gekachelten, stinkenden Zelle eingeschlossen wie ein Gulaghäftling in verschärfter Isolationsfolter.
Es reicht nicht, dass ich auf dem nachfolgenden Debattierball nichts vom herrlichen Essen kosten konnte, rein gar nichts. Okay, außer dem Nachtisch.

Nein, wen treffe ich, als ich nach dem Ball, zurück im Gästehaus, um halb drei Uhr morgens verstohlen aus unserem Zimmer schleiche, um Eimer, Mop und Lappen im Schutze der Nacht unbemerkt zur Rezeption zurückzubringen, damit sich in der notorisch klatschfreudigen Debattiergemeinde keine häßlichen Gerüchte verbreiten? Das süße Mädchen. Und es ist auch noch sehr helle und merkt sofort, was Sache ist, ich aber lüge reflexhaft, uns sei "was umgefallen", grinse falsch, versinke im Boden und schlafe mit schrecklichen Gewissensbissen ein.

Zur Beruhigung meiner gerechtigkeitsliebenden Leser sei aber erwähnt, dass ich ihm am nächsten Tag die Wahrheit gesagt und meine Lüge wie oben begründet habe, und es hat es, helle und verständig, natürlich begriffen, gelächelt und eine geraucht, und das war diese Geschichte, aber so ist das Leben. Typisch. It never rains, it vomits.

Okay, okay, fünf Euro in die Kalauerkasse ... Zehn.

Fragen, die keiner stellt

Warum wird der beste Parteiname der Welt - Partido Revolucionario Institucional (Institutionelle Revolutionäre Partei, PRI) - eigentlich im offiziellen Deutschen falsch als "Partei der Institutionalisierten Revolution" übersetzt? Zugegeben, die deutsche Version setzt dem Originalnamen kaum glaublich noch eins drauf, aber warum? Ist Mexikanervolk anwesend?

05.06.05

Post mortem

Die Ergebnisse der 5. Deutschen Debattiermeisterschaft sind da. Wir wurden in einer Vorrunde völlig unverständlich niedrig bewertet, was verhinderte, dass wir als Einzelredner und als Team über das Mittelfeld hinaussteigen konnten, aber ich bin's ansonsten sehr zufrieden - wir sind mit unserem Club auf einem guten Weg, und ich spüre auch, dass noch mehr Midichlorianer in meinen Zellen nur darauf warten, dass ich sie nutze. Nur Spaghetti Bolognese werde ich nie mehr essen!

Empfehlenswerte Kinofilme, die Dritte

Hier Teil 1 und Teil 2.

"Kingdom of Heaven" war trotz oder vielleicht gar - schluck - wegen Orli durchaus genießbar und mit dem schlichtweg genialen Ghassan Massoud als Saladin und der trotz fingerdicker Kajalbalken und viel zuvieler Kleidungsstücke weiter lieblichen Eva Green sogar ziemlich gut. Das Gleiche trifft für den spannenden und sanften "The Interpreter" mit der niedlichen Nic und Sean Penn und den feinen kleinen "Maria Full of Grace" zu und bedingt auch für den braven, aber gut gespielten "The Merchant of Venice" und für "Revenge of the Sith", von dem wenigstens ich mir aber mehr gewünscht hätte: mehr inneren Kampf in Anakin! Mehr Widerstand von den Jedi! Mehr Lebensmut in Padmé! Und vor allem: mehr Vader! Aber in Ordnung, einmal weinen ist auch genug.

Durchs wilde Blogistan

Billmon hat einige interessante Gedanken zu heruntergespülten Koranen (Link leider nicht mehr aktuell), das BILDblog denkt über Angela Merkels "auffällige Metamorphose" nach, Spreeblick läßt sich von Lord Vader die Gedanken lesen, und ich kenne einen sehr netten D&D-Comic.

31.05.05

Schöne neue Welt

Der Mainzer Philosophieprofessor Thomas Metzinger weist in der ersten Ausgabe von "Zeit Wissen" auf eine interessante zukünftige Entwicklung hin:

Als Resultat der neurowissenschaftlichen Forschung dürfte es bald neue Medikamente geben, die geistige Funktionen durch Veränderung von Gehirnfunktionen modulieren oder wiederherstellen. Das wird uns endlich erlauben, viele psychiatrische Erkrankungen oder auch ganz normale Alterserscheinungen wie die senile Demenz positiv zu beeinflussen. Es eröffnet aber erstmals auch die Möglichkeit einer "kosmetischen Psychopharmakologie", etwa in Form alltagstauglicher und für den Dauergebrauch geeigneter Stimmungsaufheller.

Wer wird das Soma zuerst schlucken? Stewardessen, damit sie ihren Passagieren einen immer fröhlich lächelnden Service bieten können? Ein-Euro-Jobber, damit sie ihr Leben leichter ertragen lernen? Kinder, damit sie ihrer Familie bezaubernd glücklich scheinen? O brave new world, that has such people in't!

Use the Farm, Cuke

Sehr lecker.

25.05.05

Erwachsenwerden ohne Vader

Spreeblick kennt einen tollen Film zum Thema.

Der Deutsche Debattiermeister ...

...wird dieses Jahr in München gekürt.

Es gibt zwei Arten von Clubs und Rednern in Deutschland. Die einen denken zuerst an sich, die anderen an die anderen. Gut, dass die Münchner zu den Guten gehören, so dass ich mich auf ein wunderbares Wochenende freuen kann, auch wenn unser Team aller realistischen Voraussicht nach nicht weiter als bis ins Viertelfinale kommen wird. Mindestens als Zuschauer werde ich aber natürlich am Halbfinale und am Finale teilnehmen, nur für den unwahrscheinlichen Fall, dass mir ein Leser die Füße küssen und von Herzen danken will, weil mein Blog sein Leben völlig verändert hat jemand mich in dünner natura sehen möchte. Ich wüßte nicht warum. Außer natürlich, Ihr sucht Trost, weil Euch dieser Schuft Seal sitzengelassen hat ...

Heidi liebt Debattieren

Ja, mein Gott, irgendwie muß man sich als Single doch bei Laune halten. Besser Photoshop als gar kein Sex!

23.05.05

Nichts ist so alt ...

...wie die Zeitung von gestern. Wirklich? Ich finde den Blick auf das Deutschland der "Bild" und Tim Robbins' Sicht der Welt der USA weiterhin hochinteressant.

P.S.: Neueste Meldung: Gerhard von Schröder verkündet, dass man Merkel in vier Monaten in die Ecke gedrückt habe, dass sie quietscht.

22.05.05

Mein Freund, der Diktator

Über die bundesdeutsche Außenpolitik der Arschkriecherei.

Cidädle de Deus

Das größte Dorf Deutschlands sind wir ja schon, aber jetzt auch noch der größte Slum?

Ich esse eine "Riesen"-Rote am Hauptbahnhof, als ein winziges Muttchen wie direkt aus dem heruntergekommensten, heizungslos kältesten Petersburger Wohnblock auf mich zugewankt kommt, auf Krücken, unglaublich faltig und mit Bäuerinnenkopftuch. Sie fragt mich mit brechender Stimme, ob ich einen Euro für sie hätte, und als ich ihn ihr gebe, erteilt sie mir "Gottes Segen, Gottes Schutz" und geht weiter, nach Cannstatt oder vielleicht Sibirien.

Am nächsten Tag mampfe ich Freiheitsfritten in der S-Bahn, und als ich den zugehörigen Burger aus der Tüte hole, fragt mich die mir gegenübersitzende, klapperdürre und zerzauselte, aber stark geschminkte Frau, ob ich ihr etwas zu essen geben könnte, sie habe seit Tagen nichts mehr zwischen den Zähnen gehabt und "kriege nichts mehr". Ich gebe ihr meine Pommes und mache sie damit glücklicher und mich nachdenklicher als seit langer Zeit. Wirkt sich Hartz IV schon jetzt so sehr aus? Oder bin ich einfach nur in eine temporale Anomalie gestolpert und habe für 24 Stunden 1830 erlebt? Oder 2030?

19.05.05

Ur ye threatenin' me, master Jedi?

"Th' mirk side ay th' Force is th' pathway tae mony abilities some consider tae be unnatural."
"Is it possible to learn this power?"
"Nae frae a Jedi."

Via whoohoo. Womit auch die Frage beantwortet wäre, was ein echter Sith unter der Kutte trägt.

18.05.05

Revolution morgen 8:00 Uhr, bitte pünktlich

"Plenum" mit 80 Anwesenden zum Protest gegen Studiengebühren. "Gibt es Ergänzungsanträge zur Tagesordnung? Nein? Gut, dann fahren wir mit Punkt 1 b) fort ..." Und da wundert sich jemand, dass die Aktionen nichts bewirken?

15.05.05

Liebe ist

Nicht lachen jetzt, aber es paßt gerade zu den letzten beiden Einträgen und zu diesem: Die gute alte Nena bzw. ihr Schreiberling Jörn-Uwe Rollgardino Pfefferminz Fahrenkrog-Petersen haben's kapiert.